Eine Straßenbahn hält an der Königsbrücke Straße am Bischofsweg.

AUDIO: Ausbau Königsbrücker Straße in Dresden beginnt (3 Min)

Ausbau

Stand: 07.09.2026 05:00 Uhr

Jahrzehntelang wurde geplant, nun beginnt der Ausbau der Königsbrücker Straße in Dresden. Ab Mitte September müssen sich Anwohner, Pendler und Gewerbetreibende auf Bauarbeiten, Umleitungen und Einschränkungen im Straßenverkehr einstellen. Was gebaut wird, welche Bauphasen geplant sind und wie lange die Großbaustelle dauert, haben wir zusammengefasst.

von MDR SACHSEN

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Wie ist der Bauablauf und was wird im Detail gebaut?

In der vorgelagerten Bauphase wird laut Stadt Dresden zunächst in mehreren voneinander getrennten Baufeldern gearbeitet. Geplant sind Gleis- und Weichenarbeiten am Albertplatz sowie vorbereitende Tiefbau- und Leitungsarbeiten entlang der Strecke. Die Einschränkungen betreffen zunächst vor allem Gehwege und Parkplätze, die Straßenbahn fährt in dieser Phase noch regulär über die Königsbrücker Straße.

Mit dem Übergang in die nächste Bauphase im Oktober 2026 beginnt der eigentliche Ausbau zwischen Albertplatz und Bischofsweg. Dieser Abschnitt soll bis März 2028 fertiggestellt werden.

Danach wird das Baufeld schrittweise bis zur Stauffenbergallee erweitert. Die Königsbrücker Straße zwischen Albertplatz und Stauffenbergallee soll bereits bis Oktober 2029 fertig sein, anschließend wird bis April 2030 noch am Bischofsweg gebaut.

Insgesamt soll eine Baustrecke von mehr als 1.500 Metern ausgebaut werden. Es soll neue Fahrbahnen für Autos und einen separaten Radweg in beide Richtungen geben, Haltestellen werden barrierefrei, Fußwege breiter. Und es sollen neue Park- und Lieferflächen entstehen.

Was passiert mit dem Autoverkehr?

Der Autoverkehr in der Königsbrücker Landstraße wird neu geordnet.

  • zwischen Albertplatz und Katharinenstraße haben Autos und Straßenbahn getrennte Spuren
  • zwischen Katharinenstraße und Bischofsweg nutzen Straßenbahn und Autos gemeinsam den Verkehrsraum
  • zwischen Bischofsweg und Stauffenbergallee: Trennung von Straßenbahn und Autos
  • Eine neue Asphaltdecke ersetzt das alte Pflaster.

Blick über die Kreuzung Königsbrücker Straße Bischofsweg.

Auch die Kreuzung Königsbrücker Straße und Bischofsweg soll komplett ausgebaut werden.

Es wird eng. Aber wir können in so einer Straße nicht mit einer Vollsperrung bauen.

Simone Prüfer | Leiterin des Straßen- und Tiefbauamts Dresden

Was bedeuten die Bauarbeiten für Anwohner und Gewerbetreibende?

Die Stadt will bei laufendem Verkehr bauen. Heißt: Autos sollen einspurig über die Königsbrücker Straße fahren können, erklärte die Leiterin des Straßen- und Tiefbauamts Dresden, Simone Prüfer. „Die Grundstücke sind fußläufig immer erreichbar. Vereinzelt werden auch Ladezonen eingerichtet, damit man entladen kann.“ Prüfer ergänzt: „Es wird eng. Aber wir können hier in so einer Straße nicht mit einer Vollsperrung bauen.“

Außerdem werden alle Versorgungsleitungen (Wasser/Abwasser, Energie) neu gebaut. Da könne es zu kurzzeitigen Unterbrechungen bei der Versorgung kommen, sagte der Projektleiter von Sachsenenergie, David Falkenberg. „Wir gehen davon aus, dass es sich um Stunden handelt. Zuerst wird die neue Leitung gelegt und dann die alte zurückgebaut“, erklärt Falkenberg. „Dieser Umschaltvorgang kann schon ein paar Stunden dauern.“

Gibt es Umleitungen?

Die Stadt hat die vorgesehenen Umleitungsstrecken inzwischen konkretisiert. Der Verkehr wird während der Bauzeit geführt über:

  • Eschenstraße
  • Schönbrunnstraße
  • Tannenstraße
  • Alaunplatz
  • Kamenzer Straße

Weitere Informationen gibt es auf der Webseite der Stadt Dresden.

Wie wird der Straßenbahnverkehr organisiert?

Die Stadt hat inzwischen die Einschränkungen für den ÖPNV konkretisiert. Ab 28. September 2026 abends wird der Straßenbahnbetrieb zwischen Albertplatz und Bischofsweg eingestellt. Die Straßenbahnlinien 7 und 8 werden über die Großenhainer Straße und die Fritz-Reuter-Straße umgeleitet. Die Linie 13 fährt zunächst weiterhin auf ihrem regulären Linienweg.

Ab August 2027 wird das Baufeld bis zur Stauffenbergallee erweitert. Die Linien 7 und 8 verkehren nicht mehr auf der Königsbrücker Straße, stattdessen wird ein Schienenersatzverkehr eingerichtet. Die Linie 13 wird über den Bahnhof Neustadt umgeleitet.

Ende kommenden Jahres komme es dann zu neuen Einschränkungen, sagte der Leiter Infrastruktur bei den Dresdner Verkehrsbetrieben Sandro Zimmermann. Pendler müssten sich dann vom Albertplatz aus auf Schienenersatzverkehr bis nach Klotzsche, Weixdorf und Hellerau einstellen. Pendler können auch auf S-Bahnen und Regionalzüge ausweichen. Es werden aber nicht mehr Züge fahren als jetzt.

Wohin können sich Dresdnerinnen und Dresdner bei Fragen wenden?

Am Albertplatz wird ein zentraler Infopunkt eingerichtet. Die Stadt informiert außerdem auf ihrer Internetseite und über Flyer im Briefkasten. Es wird die Möglichkeit geben, einen Newsletter zu abonnieren, um aktuelle Informationen rund um den Bau per E-Mail zu erhalten. Zudem können sich Bürgerinnen und Bürger bei Fragen und Anliegen an koebrue@dresden.de wenden.

Blick über die Königsbrücker Straße in Richtung Stauffenbergallee

Die Stadt plant, etwa 100 alte Bäume in der Königsbrücker Straße zu fällen. Dafür soll mehr als 130 neue Bäume gepflanzt werden.

Seit wann wird der Ausbau geplant?

  • in den 1990er-Jahren Aufnahme der Planungen
  • 2000 bis 2004: erstes Planfeststellungsverfahren, wieder eingestellt
  • 2009: zweites Planfeststellungsverfahren, wieder eingestellt
  • 2011 bis 2016: sechs weitere Stadtratsbeschlüsse und zwei Bürgerversammlungen
  • Stadtratsbeschluss vom 23./24.06.2016, dass Bau endlich beginnen kann
  • bisher acht Planungsvarianten mit teilweise mehreren Untervarianten
  • Planfeststellungsbeschluss 16.05.2024 und Baurecht für eine Variante

Weitere Informationen zum gesamten Bauprojekt „Königsbrücker Straße“ und weiteren Projekten in Dresden sind auf der Stadt-Webseite zu finden.

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MDR (phb/lum)