„Früher investieren müssen“

Aktualisiert am 07.09.2026, 07:11 Uhr

Ralf Bauer

Ralf Bauer wird am 12. September 60 Jahre alt.
© dpa/Jason Tschepljakow

Ralf Bauer spricht offen über verpasste Chancen bei der Altersvorsorge und seine Sicht aufs Älterwerden. Warum die Zahl 60 für ihn kaum Bedeutung hat und er vielleicht kein guter Vater gewesen wäre.

Der Schauspieler Ralf Bauer glaubt, dass er vielleicht kein guter Vater gewesen wäre. Früher habe er immer eine Fußballmannschaft haben wollen, inzwischen sei er nicht mehr sicher, ob das mit seinem Beruf als Schauspieler und den unregelmäßigen, teils langen Drehzeiten vereinbar gewesen wäre, sagte er kurz vor seinem 60. Geburtstag (12. September) der Deutschen Presse-Agentur. Ob er doch noch Kinder haben werde, liege nicht in seiner Hand. „Wenn das sich ergibt, wenn das kommt, dann kommt es. Wenn nicht, dann ist es auch nicht schlimm.“

Der gebürtige Karlsruher, der schon lange in Baden-Baden lebt, hatte in den 90er Jahren durch die ARD-Surfer-Serie „Gegen den Wind“ große Bekanntheit erlangt. Er engagiert sich seit Jahren für Tibet, lebte mit buddhistischen Mönchen und arbeitet neben der Schauspielerei auch als Yogalehrer.

Ralf Bauer: Bedauern über finanzielle Entscheidungen

Er blicke dankbar auf seine bisherige Karriere zurück, bereue aber finanzielle Entscheidungen. Durch das unregelmäßige Arbeiten drohe vielen Kolleginnen und Kollegen Altersarmut – auch er hätte sich besser absichern sollen. „Ich glaube, ich hätte früher investieren müssen. Ich hätte früher irgendwie das Geld nutzen müssen, anstatt immer zur Miete zu wohnen“, sagte er. Früher habe er einfach in den Tag hineingelebt und gedacht, „das Alter kommt nicht zu mir“.

Davon abgesehen gebe es wenig, was er bedauere. „Ich vergesse immer sehr schnell, was schlecht gewesen ist, versuche das zu verdrängen oder vergesse das wirklich oder hake das ab“, sagte er. Die Zahl 60 sei für ihn bis jetzt nicht greifbar. „Ich denke immer, ich bin noch 25. Deswegen, weil Zahlen schon seit ganz langer Zeit irgendwie keine Relevanz mehr für mich haben.“

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Theater-Solotour geplant

Der Gedanke an den Tod schrecke ihn, der sich viel mit buddhistischer Lehre beschäftige, nicht. Die Idee der Wiedergeburt liege ihm näher als die Idee von Himmel oder Hölle. Sein Vater habe immer zu ihm gesagt: Sei auf dem Weg nach oben zu allen Menschen nett, weil auf dem Abstieg könntest du ihnen wieder begegnen. „Das habe ich eigentlich immer beibehalten.“

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Bald geht Bauer mit dem Theaterstück „Das Lächeln am Fuße der Leiter“ von Henry Miller auf Solotour. Etwa 60 Vorstellungen seien bis ins Jahr 2028 hinein geplant. Überhaupt sei Theater seine große Leidenschaft und biete auch für ältere Schauspieler gute Möglichkeiten. „Das Theater ist ein längerer Freund als das Fernsehen oder der Film.“ (dpa/bearbeitet von vit)