Die Bestimmung der Jugendkulturpreise Wuppertal 2026 fand in diesem Jahr bereits im Juni statt. Sieben begabte Kinder und Jugendliche wurden ausgezeichnet: Luise Auhage, Sofia Bertolo, Anna Mia Guriev, Shingen und Yugen Kageyama, Ngoc Mai Ngyen und Noémi Sandoz. Sie bekamen eine Urkunde überreicht und eine gebührenfreie Teilnahme an den diesjährigen „Internationalen Meisterkursen“ im Rahmen des 17. Wuppertaler Musiksommers, vom künstlerischen Leiter der „Internationalen Musikkurse Wuppertal“ Prof. Dr. Lutz-Werner Hesse.
Am Sonntag gab es dann ein Abschluss-Konzert der Meisterkurs-Teilnehmer im Großen Saal der Historischen Stadthalle. 21 ausgewählte Jungmusiker wurden von der Geschäftsführerin der Historischen Stadthalle Silke Asbeck begrüßt und präsentierten in einem zweistündigen Konzert ihr instrumentales Können. Es war ein bunter Strauß abwechslungsreicher Darbietungen, die das zahlreich erschienene Publikum zu hören bekam. 14 internationale Komponisten wurden vorgestellt, darunter der gebürtige US-Amerikaner Robert Muczynski, der norwegische Edvard Grieg, der britische Benjamin Britten, der ungarische Soltan Kodaly, der italienische Gaetano Donizetti, der tschechische David Popper, der französische Camille Saint-Saéns sowie die deutschen Komponisten Schumann, von Weber, Beethoven, Strauss, Bruch und Brahms. Ein vielgestaltiges Programm von Klassik über Romantik bis Moderne, das die jungen Musiker präsentierten, mit großartigen Darbietungen und einem herausragend-künstlerischen Niveau.
Es war ein Spiegelbild großartiger Nachwuchskünstler, aus der ganzen Welt angereist, sei es Japan, Korea, Russland, Italien oder Deutschland, zugleich aber auch ein Beleg, dafür, was die ebenfalls internationale Jury in der einen Woche in zahlreichen Kursen erarbeitet hat. Da waren die Dozentinnen und Dozenten: Prof. Annette von Hehn (Violine), Andrei Ionnitá (Violoncello), Michael Schmidt, (Klarinette), Mikhail Zhzravlev (Oboe), Dorothea Brandt (Gesang) und Tanja Tismar (Liedgestaltung), die ihre Jungstudierenden mit gandiosen Leistungen auf die Bühne schickten. So – um nur einige zu nennen – der Geiger Antonio Iampietro, der (begleitet von Shuri Tomita) die „Violinsonate Nr.2 G-Dur op.13“ von Grieg mit sauberer Bogenführung, intonationsrein und empfindsam interpretierte. Der Oboist Alexander Kronbichler faszinierte mit Brittens „Sechs Metamorphosen nach Ovid op,49“ mit überzeugender Solo-Darbietung. Seine Tongebung, sein sauberer Ansatz, die bewegliche Stimmführung und die mal tänzerische, mal nachdenklich-reflektierende Tonsprache fesselten die Zuhörer. Stilles Lauschen schlug um in begeisterten Applaus.
Grandioser Erzählgestus beim gemeinsamen Klavierspiel
Da war Noémi Sandoz´ virtuoses Cellospiel mit viel Ausstrahlung. David Poppers „Ungarische Rhapsodie op.68“, interpretierte sie mit ihrer Klavierpartnerin Kristina Zelenina (Klavierkorrepetition) in einem grandiosen Erzählgestus. Die Sängerinnen und Sänger aus dem Meisterkurs von Dorothea Brandt erschienen gleich mehrfach in der Auswahl der Besten. So beeindruckte die Sopranistin Mayu Sangu mit schlanker, klarer Stimme, einer strahlenden Höhe und schönem Gesang. Kento Mori (Tenor) überzeugte mit seinem tragfähigen Ton, seinem geschmeidigen Timbre und seinem empfindsamen Erzählgestus in Schumanns „Myrthen op.25“, aus denen er „Lotusblume“ und „Du bist wie Blume“ vortrug, mit sensibler Klavierbegleitung der Dozentin Tanja Tismar. Sie führte auch mit ihrer Schülerin Helena Garbe „Crucifixion“ von Barber auf, volltönig, tragfähig, schlank in der Stimmgestaltung, mit durchaus schon professioneller Bühnenpräsenz. Eine Arie aus Donizettis „Don Pasquale“ mit Maria-Daeun Jung, zeigte mit lebendiger Gestik ebenfalls beginnende Bühnenerfahrung, unterhaltsam kamen zwei Kanon-Gesänge mit acht Damen und einem Herren rüber.
Dann wurde französische Romantik mit zwei Sätzen der „Klarinettensonate Es Dur op.167“ von Saint- Saéns vorgestellt. Der koreanische Klarinettist Minseong Choi brillierte mit sicherer Anblastechnik, flexibler Tongestaltung und souveränem Zusammenspiel (Eri Uchino am Klavier). Höhepunkt der Matinée waren die beiden letzten Darbietungen: Die Geigerin Antoni Hellweg und Shuri Tomita (Klavierkorrepetition) zauberten eine berührende Atmosphäre in Bruchs „Violinkonzert Nr.1 g-Moll“ im zweiten Satz mit empfindsamem Bogenstrich, einem warmen Ton und hochsensiblem Zusammenspiel. Ebenso eindrucksvoll gelang Brahms „Klaviertrio Nr.3 c-Moll op.101“ mit den drei jungen Damen Lucie Krotilova (Violine), Yipei Sun (Violoncello) und Ariel Chen (Klavier) – eine klangvolle, künstlerisch reife Ensembleleistung. Für alle Künstler gab es kräftigen Applaus und Blumen.