Dafür geht das Unternehmen aufs Ganze: Den Spatenstich für seine Megafabrik im belgischen Charleroi setzte Aerospacelab bereits 2024 – noch bevor der europäische Milliardenvertrag offiziell unterzeichnet war. 2027 soll die volle Kapazität erreicht werden.
Doch so spektakulär die Megafabrik auch ist: Sie bildet im Gesamtprogramm nur einen Teil einer viel größeren industriellen Kette.
Denn Brüssel bestellt hier weit mehr als nur neue Satelliten. Aus IRIS² soll ein vollständiges, in sich geschlossenes Industriesystem werden, das Übertragungsfrequenzen sichert, eine geschützte Bodeninfrastruktur aufbaut und diese Kapazitäten mit dem Betreiber SpaceRISE zusammenführt. Daraus soll ein sicherer Dienst entstehen – für ziviles Breitband, aber vor allem für Verteidigung, Krisenreaktion und Notfalldienste.
Am Ende schließt die Fabrik in Charleroi diesen Kreislauf wieder: Sie soll nicht nur die erste Flotte liefern, sondern kontinuierlich jene Satelliten nachbauen, die technisch veraltet sind oder ersetzt werden müssen. Wenn alles nach Plan läuft, sind die ersten Starts der eigenen Weltraumkonstellation für 2029 vorgesehen.
Die EU versucht also nicht, das Programm als einzelnen Weltraumkonzern aufzubauen, sondern spezialisierte Akteure in einem hochkomplexen Ökosystem zu steuern und zu orchestrieren. Dafür tritt die Kommission als Ankerkundin auf und bestellt die jeweiligen souveränen Dienste.