Nico Hummel aus Karlsruhe ist sich seit seinem 13. Lebensjahr sicher: Er will Filme machen! Gemeinsam mit Freunden dreht er noch während der Schulzeit in jeder freien Minute Filme auf einem alten Camcorder. Doch der Weg zum Regisseur ist nicht leicht – die Plätze an deutschen Filmakademien sind begrenzt und hart umkämpft.

Nico Hummel aus Karlsruhe, Regisseur des Films „The Good Daimon“.

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Nico Hummel aus Karlsruhe, Regisseur des Films „The Good Daimon“.
Foto: Franziska Gebhard

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Nico Hummel aus Karlsruhe, Regisseur des Films „The Good Daimon“.
Foto: Franziska Gebhard

Filmschulen lehnen Nico ab, doch er kämpft weiter

Nach dem Abitur bewirbt sich Nico an Filmschulen deutschlandweit und wird abgelehnt. Doch davon lässt sich der heute 21-Jährige nicht unterkriegen. Denn sein Name ist Programm. „Die Hummel kann physikalisch gesehen nicht fliegen, aber sie macht es trotzdem“, sagt er im Gespräch mit ka-news am 14. August. Getreu diesem Motto will der gebürtige Karlsruher an seinen Träumen und Zielen festhalten. „Klingt ein wenig kitschig, ich weiß“, gibt er zu und lacht.

Tatsächlich basiert die Annahme mit der Hummel auf einem alten Mythos und ist falsch.

Nicos Weg in die Filmszene

In den folgenden Jahren absolviert Nico Praktika und arbeitet unter anderem beim Sandkorntheater und dem Karlsruher Staatstheater als Regieassistent. 2024 tritt er eine Stelle bei der Filmproduktionsfirma Filmboard an, die unter anderem die internationalen Filmfestspiele Karlsruhe – die independent days – veranstaltet.

Nico Hummel aus Karlsruhe, Regisseur des Films „The Good Daimon“.

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Nico Hummel aus Karlsruhe, Regisseur des Films „The Good Daimon“.
Foto: Franziska Gebhard

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Nico Hummel aus Karlsruhe, Regisseur des Films „The Good Daimon“.
Foto: Franziska Gebhard

Dort habe er laut eigener Aussage Erfahrungen in der Produktion sammeln sowie Kontakte zu Schauspielern knüpfen können. Ohne diese Kontakte wäre sein eigener Film wohl nicht entstanden. Dieses Ziel des eigenen Films habe er während der gesamten Zeit im Hinterkopf gehabt. „Mein Kopf ist voller eigener Ideen und die müssen einfach raus“, sagt er. Und tatsächlich: Nach zwei Jahren stellt er im Sommer 2026 seinen ersten Film „The Good Daimon“ fertig.

Darsteller drehen ehrenamtlich in ihrer Freizeit

Von Idee bis Fertigstellung seien rund zwei Jahre vergangen – davon habe er 6 Monate mit den Schauspielenden gedreht. Das Besondere: Der Film kam nahezu ohne Budget aus. Denn alle Schauspielenden haben ohne Gage gearbeitet und in ihrer Freizeit gedreht.

Das Equipment wie Kamera und Mikrofone habe sich Nico laut eigener Aussage über die Jahre selbst erspart und gekauft. Alle weiteren Ausgaben wie Requisiten, Benzin oder Verpflegung wurden laut dem jungen Produzenten ebenfalls aus eigener Tasche gezahlt.

Nico Hummel beim Dreh einer Szene von "The Good Daimon" im Supermarkt.

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Nico Hummel beim Dreh einer Szene von „The Good Daimon“ im Supermarkt.
Foto: Nico Hummel

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Nico Hummel beim Dreh einer Szene von „The Good Daimon“ im Supermarkt.
Foto: Nico Hummel

Eine weitere Schwierigkeit war wohl eine Dreherlaubnis in einem Supermarkt zu bekommen, erst nach längerer Suche stellte sich ein Mixmarkt zur Verfügung. „Wir haben viele Hürden gemeinsam gemeistert. Das hat uns alle zusammen geschweißt“, sagt er. Es seien gar Freundschaften durch das Projekt entstanden.

„Ich denke oft recht negativ und zynisch“

Der Film folgt Zoé (gespielt von Viktoria Kissler), einer Art „Vorzeigezynikerin“, die ihr Leben partout nicht genießen will, obwohl es gar nicht so schlecht ist. Erst, als ihr eine lebensfrohe, ältere Dame erscheint (gespielt von Nikola Hale) beginnt sie, ihre Einstellung zum Leben zu hinterfragen.

Am Set von Nico Hummels Film "The Good Daimon".

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Am Set von Nico Hummels Film „The Good Daimon“.
Foto: Nico Hummel

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Am Set von Nico Hummels Film „The Good Daimon“.
Foto: Nico Hummel

„Ich möchte mit dem Film vermitteln, dass man einfach das Beste aus diesem einen, einzigen Leben machen soll, das uns zur Verfügung steht – trotz aller Schwierigkeiten“, erklärt der junge Filmemacher. Er selbst ertappe sich häufig dabei, negative und zynische Gedanken zu haben – und das habe ihn letztendlich zu der Filmidee inspiriert. „Was einen Film ausmacht, ist, was du damit sagen willst“, sagt er.

Seine Vorbilder seien die Regisseure Steven Spielberg und Quentin Tarantino. „In die Figuren ihrer Filme kann man sich gut reinfühlen“, so Nico. Sein Lieblingsfilm stammt allerdings aus einem völlig anderen Genre: Der Animationsfilm „Drachenzähmen leicht gemacht“ begleite ihn seit seiner Kindheit und auch heute schaue er ihn regelmäßig gerne an.

Film ‚The Good Daimon‘ läuft in der Schauburg

Nico studiert inzwischen Medienkunst an der Staatlichen Hochschule für Gestaltung Karlsruhe (HfG) – seine eigenen Projekte verfolgt er dennoch weiter. Aktuell arbeitet er an einer Serie mit dem Titel „Sad FM“. Und auch darüber hinaus mangele es ihm nicht an neuen Ideen.

Sein Film „The Good Daimon“ wird einmalig am Samstag, 3. Oktober, um 12.30 Uhr in der Schauburg in Karlsruhe gezeigt.