Um Strom über große Entfernungen zu transportieren, wird Wechselstrom auf hohe Spannungen transformiert und dann in der Nähe der Verbraucher wieder umgespannt - wie hier im Umspannwerk im Technopark Dresden-Nord. Da manche Anlagen, Geräte und Leuchten aber Gleichstrom brauchen, sind oft vor Ort noch weitere Transformationen durch Gleich- und Wechselrichter nötig. In DC-Fabriken sollen viele dieser Umwandlungen wegfallen. Foto: Heiko WeckbrodtUmspannwerk. Themenfoto: Heiko Weckbrodt
Suchaktion förderte noch einmal neun Raketenstellungen nahe an Stromtrassen zutage

Görlitz, 07.09.26. Nachdem Polizisten bereits am Freitag zwölf Raketenstellungen des mutmaßlichen Klimaschutz-Terroristen Daniel V. an Stromtrassen in Sachsen entdeckt und entschärft hatten, haben Spezialisten am Wochenende weitere selbstgebastelte Sprengvorrichtungen gefunden und unschädlich gemacht. Die Selbstbau-Sprengsätze befanden sich neben Hochspannungstrassen südlich des Umspannwerkes Graustein in der Nähe von Schleife im Landkreis Görlitz, hat heute die Generalstaatsanwaltschaft Dresden mitgeteilt, die die Ermittlungen gemeinsam mit dem Landeskriminalamt (LKA) Sachsen leitet.

Täter platzierte mindestens 21 selbstgebaute Abschussvorrichtungen in Sachsen

„Damit erhöht sich die Gesamtzahl auf 21 vorgefundene Sprengvorrichtungen in Sachsen“, heißt es von der Generalstaatsanwaltschaft. Deren „Zentralstelle Extremismus Sachsen“ (Zesa), das LKA und die Polizeidirektion Görlitz versuchen weiter, auch dem oder den Tätern selbst auf die Spur zu kommen. Sie verdächtigen ihn des „Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion in Tateinheit mit versuchter Störung öffentlicher Betriebe und versuchter verfassungsfeindlicher Sabotage“.

Zuvor Angriffe in Brandenburg und NRW

Vor den Aktionen in Sachsen hatte Daniel V. mutmaßlich bereits in Brandenburg und Nordrhein-Westfalen (NRW) das Stromnetz nahe an Kohlekraftwerken attackiert. Der Mann aus NRW will mit seinen Angriffen – laut Bekennerschreiben – gegen die Kohleverstromung protestieren. Dafür hatte er mit selbstgebauten Raketen Drähte über Hochspannungsleitungen geschossen, um Kurzschlüsse auszulösen. Nicht in allem Fällen kam er zur Zündung.

Autor: Heiko Weckbrodt

Quellen: Generalstaatsanwaltschaft Dresden