11:36 Uhr – Montag, 07. September
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sieht in Sachsen-Anhalt einen Regierungsauftrag für die AfD. Bei seiner Rede auf dem Volksfest in Gillamoos sagt er: „Die AfD hat dort einen Auftrag bekommen, warten wir ab, was sie daraus machen.“ Er gebe den anderen Parteien einen Rat: „Jetzt nicht auf Biegen und Brechen versuchen mit allen Tricks und Möglichkeiten irgendwie noch eine halbe Stimme Mehrheit zu organisieren. Die sollen zeigen, ob sie regieren können, ich habe daran Zweifel.“
Demokratie müsse man ernst nehmen. „Selbst wenn sie einem nicht gefällt“, sagt Söder. Zugleich schickt er eine Kampfansage an die AfD in Bayern. Söder betont: „Bei der AfD, Frau Storch und manch anderer schräger Vogel, der dabei ist, im Moment berauscht, teilweise sogar besoffen von ihrem Wahlergebnis. Aber eins verspreche ich euch: Ich werde Bayern nicht der AfD überlassen, auf keinen Fall.“
Söder verwies auch auf ein konkretes AfD-Zitat: Der AfD-Landesvorsitzende in Sachsen-Anhalt, Martin Reichardt, hatte kürzlich gesagt: „Dieser Staat ist ein nach Dope stinkender, fauler Assi.“ Söder schrieb die Aussage der AfD-Jugend zu und sagte: „Wer so über sein Land redet, der darf keine Macht in Deutschland bekommen. Auf keinen Fall.“
Das Ergebnis von Sonntag sei „keine Wahl für Sachsen-Anhalt“. Es sei vor allem eine „Anti-Wahl“. „Der größtmögliche Denkzettel, den es in den letzten 50 Jahren gegeben hat. Auch gegenüber Berlin“, erklärt er. Die AfD müsse nun inhaltlich gestellt werden. Er sagt: „Ich bin fest überzeugt, dass die AfD kein Konzept hat, unser Land aus Krisen zu führen.Und am Ende steht das Land schlechter da als je zuvor.“

Frühschoppen am Gillamoos
Quelle: Peter Kneffel/dpa