In der Augsburger Straße in Lichtenrade sind 125 Wohnungen geplant. Neue Angaben des Berliner Senats zeigen nun Details zu Größen und Stellplätzen.

Ehemaliges Gebäude der Arbeiterwohlfahrt an der Augsburger Straße in Berlin-Lichtenrade, auf dessen Gelände Wohnungen geplant sind.

Der Gebäudekomplex der Arbeiterwohlfahrt an der Augsburger Straße in Lichtenrade vor seiner späteren Umnutzung. Das Grundstück blickt auf eine lange soziale Nutzung zurück. / © Foto: Wikimedia Commons, Srittau, CC BY 3.0

© Titelbild: Wikimedia Commons, Sebastian Rittau, CC BY 3.0

 

Im Süden von Lichtenrade verändert sich ein Grundstück, dessen Zukunft lange offen war. Das frühere Franz-Neumann-Haus an der Augsburger Straße soll dauerhaft dem Wohnen dienen. Eine aktuelle Antwort des Berliner Senats zeigt nun, wie umfangreich das Vorhaben ausfällt – und liefert neue Details zu den geplanten Wohnungen.

  • Bezirk: Tempelhof-Schöneberg
  • Adresse: Augsburger Straße 18–19, 12309 Berlin
  • Wohnungen: 125
  • Zimmerzahl: ein bis fünf Zimmer
  • Stellplätze: 22

Das Projekt liegt im äußersten Süden des Bezirks Tempelhof-Schöneberg, nahe der Landesgrenze zu Brandenburg. Nach Angaben des Bezirksamts, die der Senat Ende August 2026 veröffentlicht hat, sind an der Augsburger Straße insgesamt 125 Wohnungen mit ein bis fünf Zimmern vorgesehen. Die einzelnen Einheiten sollen zwischen 19 und 118 Quadratmeter groß werden. Insgesamt nennt das Bezirksamt rund 5.000 Quadratmeter Wohnfläche.

Altes Heim an der Augsburger Straße sollte abgerissen werden

Damit erreicht das Vorhaben eine Größenordnung, die aus älteren Planungen für das Gelände nicht absehbar war. Der Standort beschäftigt Verwaltung und Eigentümer bereits seit vielen Jahren.

Zeitweise gab es unter anderem Überlegungen zum Abriss des früheren Heims und zum Bau von 33 Einfamilienhäusern. Ein entsprechender positiver Vorbescheid aus dem Jahr 2013 lief später aus. Auch eine Nutzungsänderung zum Wohngebäude und eine Erweiterung des Bestands wurden geprüft, ohne dass daraus damals ein realisiertes Wohnprojekt entstand.

Augsburger Straße in Lichtenrade: Frühere Planung sah nur 55 Wohnungen vor

Auch der frühere Projektentwickler TAMAX hatte für einen Teil des Areals bereits ein Wohnkonzept erarbeitet. Auf der weiterhin abrufbaren Projektseite nennt das Unternehmen eine rund 10.500 Quadratmeter große Grundstücksfläche und eine Planung für 55 Wohneinheiten. Vorgesehen waren demnach rund 5.110 Quadratmeter Wohnfläche. Doch auch diese Pläne sind nun offensichtlich hinfällig.

Das Franz-Neumann-Haus hatte zuvor jahrzehntelang eine soziale Funktion. Das frühere Pflegeheim der Arbeiterwohlfahrt wurde 2011 aufgegeben. Später entstand in einem hinteren Gebäudeteil das Mutter-Kind-Haus Christinenhof-Waldhaus. Es nahm 2014 seinen Betrieb auf und wurde anschließend erweitert.

125 Wohnungen in Lichtenrade: Noch sind wichtige Fragen offen

Nun sind also 125 Wohnungen geplant. Ob Mietwohnungen, Eigentumswohnungen oder eine Mischung aus beiden entstehen sollen, lässt das Bezirksamt offen. Diese Frage sei nicht Gegenstand des Bauantrags. Auch eine erwartete Zahl künftiger Bewohnerinnen und Bewohner nennt die Senatsantwort nicht.

Konkreter sind die Angaben zum Autoverkehr. Der amtliche Lageplan sieht 22 Pkw-Stellplätze auf dem Grundstück vor. Eine weitergehende Stellplatzpflicht besteht nach Angaben des Bezirksamts für das Vorhaben nicht.

Das neue Vorhaben reiht sich zugleich in mehrere größere Wohnungsbauprojekte in Lichtenrade ein. In der John-Locke-Siedlung plant STADT UND LAND rund 250 zusätzliche Wohnungen. Am Lichtenrader Damm wächst zudem der „Lichtenrader Bogen“ mit Miet- und Eigentumswohnungen. Rund um die Alte Mälzerei sind im „Lichtenrader Quartier“ bereits 202 Wohnungen entstanden. Das Projekt an der Augsburger Straße ergänzt diese Entwicklung an einem Standort, dessen Umnutzung schon seit mehr als einem Jahrzehnt diskutiert wird.

Wohnungsbauvorhaben Augsburger Straße in Lichtenrade

Auf dem Gelände des früheren Franz-Neumann-Hauses in Lichtenrade sind 125 Wohnungen mit ein bis fünf Zimmern geplant.

 

Quellen: Abgeordnetenhaus von Berlin, Schriftliche Anfrage 19/26866, Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg, TAMAX Bauland und Bauprojekte