Neuer Zerstörer in Nordkorea

Aktualisiert am 07.09.2026, 14:20 Uhr

Indienststellung Zerstörer "Kang Kon" in Nordkorea

Hier soll Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un bei der Inbetriebnahme des Zerstörers „Kang Kon“ zu sehen sein. Neben ihm seine Tochter.

© Uncredited/KCNA/KNS/dpa

Neue Drohgebärden aus Nordkorea. Machthaber Kim Jong-un hat bei der Einweihung eines neuen Zerstörers von einer nuklearen Streitmacht gesprochen.

Nordkoreas Marine soll nach dem Willen von Machthaber Kim Jong-un zu einer mit Atombomben bewaffneten Streitmacht weiterentwickelt werden. Das sagte Kim am Sonntag, als er in der östlichen Küstenstadt Wonsan den zweiten modernen Zerstörer der Marine feierlich in den Dienst nahm.

„Wir müssen sicherstellen, dass nukleare Waffensysteme für einen tatsächlichen Krieg vielseitig und wirksam eingesetzt werden können. Dazu müssen wir unsere Marine zu einer nuklear bewaffneten Streitmacht entwickeln“, sagte Kim laut der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA. Kim fügte hinzu, der Zerstörer der neuen Generation sollte „den Feinden einen tödlichen Vergeltungsschlag zufügen, da er eine Streitmacht im staatlichen nuklearen Gegenmaßnahmen-System“ sei. Er kündigte zudem einen „wichtigen Plan“ zur Stärkung der Marine an, der „in acht Monaten“ vorgeführt werde.

Das Kriegsschiff „Kang Kon“ ist Nordkoreas zweiter Zerstörer in der 5.000-Tonnen-Klasse. Nur drei Monate zuvor hatte das Land den Zerstörer „Choe Hyon“ in den Dienst gestellt und bereits mehrere Waffentests durchgeführt.

Die „Kang Kon“ war bei ihrem feierlichen Stapellauf im Mai vergangenen Jahres vor Kims Augen teilweise gekentert. Im vergangenen Juli beaufsichtigte Kim dann eine Testfahrt des Schiffes. An der jetzigen Indienststellung nahem auch Kims Tochter Ju Ae teil, wie auf Fotos zu sehen war. Sie soll Berichten zufolge als Nachfolgerin ihres Vaters vorgesehen sein.

USA und Südkorea halten zeitgleich Militärübung ab

Vor der südkoreanischen Insel Jeju begannen unterdessen fünftägige gemeinsame Militärübungen von Südkorea, den USA und Japan. Der südkoreanische Generalstab bezeichnete das jährlich stattfindende Manöver als defensiv und als gegen nordkoreanische Nuklear- und Raketenbedrohungen gerichtet. Pjöngjang wertet solche Manöver hingegen als Vorbereitung für einen Angriffskrieg.

Mitte August hatte US-Präsident Donald Trump gemeinsame Militärmanöver mit Südkorea deutlich reduziert. Er verwies bei der überraschenden Entscheidung auf seine angeblich „sehr gute Beziehung“ zu Nordkoreas Machthaber Kim und sagte, er rechne damit, Kim noch in diesem Jahr zu treffen. Kim selbst hat sich zu dem Gesprächsangebot bislang nicht öffentlich geäußert.

Brücke zwischen Russland und Nordkorea

Während die USA, Südkorea und Japan gemeinsame Sachen machen, hat sich Nordkorea erneut seinem Nachbarn aus dem Norden zugewandt. Zwischen Nordkorea und Russland gibt es nun erstmals eine Straßenverbindung. Der russische Ministerpräsident Michail Mischustin bezeichnete den Brückenbau in einer Rede gemäß einer Mitteilung als „historisches Ereignis“. Die Bauarbeiten seien nach „buchstäblich 16 Monaten“ abgeschlossen worden. Täglich können am Grenzübergang demnach 300 Fahrzeuge abgefertigt werden. Den Angaben nach hat die Brücke über den Grenzfluss Tumannaja (Tumen) eine Länge von einem Kilometer. Nordkorea werde dadurch an den internationalen Transportkorridor „West-Ost“ über Wladiwostok nach St. Petersburg im Nordwesten Russlands angeschlossen.

Moskau und Pjöngjang vereinbarten den Brückenbau 2024. Davor waren die beiden Staaten lediglich durch eine bereits 1959 eröffnete Eisenbahnbrücke auf dem Landweg verbunden. Nordkorea und Russland teilen dabei nur eine etwas mehr als 17 Kilometer lange Landgrenze entlang des Grenzflusses Tumannaja (Tumen).

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Nordkorea ist für Russland in dessen 2022 begonnenen Krieg gegen die Ukraine ein wichtiger Verbündeter. Pjöngjang liefert dabei unter anderem Munition und hat laut Schätzungen des südkoreanischen Geheimdienstes bis zu 15.000 Soldaten zur Unterstützung Moskaus im Ukraine-Krieg entsandt. Die Straßenverbindung vereinfacht die Logistik zwischen den beiden Staaten. (afp/dpa/bearbeitet von the)