Erst 7,50 Euro fürs Parkticket am Automaten – und dann 50 Euro Strafe obendrauf zahlen? Mit dieser Forderung kämpft Andre Brenner seit zwei Monaten. Er versucht, eine sogenannte Vertragsstrafe von einem Parkhaus-Dienstleister in Garching bei München zurückerstattet zu bekommen. Die Rechnung war ihm zugeschickt worden, weil zwei Parksysteme gleichzeitig aktiv waren.

Brenner besuchte am 25. Juni 2026 ein Konzert in der Allianz-Arena und parkte im Parkhaus P3 am Parkring 55 in Garching. Oft weichen Besucher der Allianz Arena auf den nahegelegenen Ort aus, um von dort zum Stadion zu gelangen. Beim Einfahren sei die Schranke unten gewesen, schildert Brenner. Er ist Mitarbeiter der Mediengruppe Pressedruck, zu der auch unsere Zeitung gehört. Brenner habe ein Ticket gezogen und hinterher 7,50 Euro dafür bezahlt. Tage später habe er eine Aufforderung vom Dienstleister Parkdepot erhalten, dass er seine Parkgebühr nicht beglichen habe. Denn an Spieltagen bewirtschaftet der Dienstleister Wemolo die Parkfläche, zu der Parkdepot gehört. Auf dem Hinweisschild wird dieser Modus als „Fußballparken“ angekündigt – der „nur an Spieltagen“ des FC Bayern gelte. Parkdepot stand bereits in Augsburg in der Kritik, etwa, weil der Dienstleister Autos auf einem Supermarkt-Parkplatz strafte, die außerhalb der Ladenöffnungszeiten zur dortigen Packstation fuhren.

Nahe der Allianz Arena: Parkdepot verlangte Vertragsstrafe trotz technischer Panne

Parkdepot forderte Brenner auf, 50 Euro Strafe zu zahlen. Auf seine Beschwerde hin bot der Parkhausbetreiber an, die 7,50 Euro bar zurückzubezahlen, die er für die Schranke bezahlt habe. Die Strafe, die er schon an Parkdepot überwiesen hatte, habe die Firma nicht übernehmen wollen, sagt Brenner. Besucher-Rezensionen auf Google und Trustpilot schildern ähnliche Fälle, die bis in den Sommer 2025 zurückreichen: Die Schranke sei aktiv gewesen, während Parkdepot gleichzeitig das „Fußballparken“ betrieb.

Auf Nachfrage erklären Betreiber und Parkdepot, dass an jenem Abend die Schranke wegen eines technischen und kommunikativen Problems aktiv blieb, während Wemolo die Kennzeichen der Autos digital erfasste. Wemolo habe nicht wissen können, dass die Schranke geschlossen war. Betroffen seien 88 Besucher, die für die Schranke zahlten und die Rechnung erhielten. Davon hätten 39 die Strafe bezahlt.

Nach Konzert in der Allianz Arena: Parkdepot storniert die Vertragsstrafe für Parkkunden

Wemolo werde nun alle, die als „Nichtzahler“ kontaktiert wurden, anschreiben und die Strafe stornieren. Wer schon bezahlt habe, fände in dem Brief alle Infos zur Zurückerstattung. Die Beschilderung werde erweitert auf „Fußball- und Eventparken“.

Also alles gelöst für Andre Brenner? Bei ihm hat sich Wemolo noch nicht gemeldet, sagt er. Er braucht wohl noch etwas Geduld.