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München – Man könnte seinen Ruhestand mit schönen Dingen verbringen. Der berüchtigte Holocaust-Leugner Alfred S. (71) entschied sich für einen anderen Weg: für Hass und Gewalt. Am Montag stand der mehrfach vorbestrafte Antisemit wieder einmal wegen Volksverhetzung, Hitlergruß und Mordaufrufen vor Gericht.
Statt Reue zu zeigen, bellte der Mann aus Tutzing (Bayern) vor Prozessbeginn seine menschenverachtenden Thesen in den Gerichtssaal.

Vorsitzende Richterin Montoya Durango und Stefan Kreutzer (Beisitzer) am Montag bei der Sitzung der 3. Strafkammer in München
Foto: Robert Gongoll
Widerwärtige Hetze im Internet und vor Gericht
Auf YouTube und Telegram hatte Alfred S. widerwärtigen Antisemitismus verbreitet. Er streute gefährliche Verschwörungsmythen, leugnete den Holocaust und rief zur Gewalt gegen Juden auf, die er auf die abscheulichste Weise entmenschlichte. Als die Staatsanwältin fast eine Stunde lang die ungeheuerlichen Vorwürfe verlas, nickte der alte Mann immer wieder bekräftigend, lachte amüsiert, streckte einige Male sogar – trotz Handschellen – den rechten Daumen in die Höhe.

Der Angeklagte trug den gesamten ersten Verhandlungstag Bauchfesselgurt und Handschellen
Foto: Robert Gongoll
Dann jammerte er wegen seiner Handschellen herum: „Ich bin ein Senior, ich verlange Menschlichkeit.“ Und kurz danach: „Wasser, ich brauche Wasser!“
Richterin antwortet auf Show des Angeklagten
Die Richterin am Münchner Landgericht, Montoya Durango, stoppte souverän die Show des Angeklagten: „Die Handschellen bleiben, sie wissen genau, warum.“ Eine begründete Sicherheitsmaßnahme. Offenbar war es in einem früheren Prozess gegen den Angeklagten zu Handgreiflichkeiten gekommen.
Das Urteil soll im Oktober fallen.