Von Island bis Mexiko

Präsident Trump provoziert mit Übernahmefantasie

Aktualisiert am 08.09.2026 – 01:49 UhrLesedauer: 2 Min.

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Trump steigt in die Air Force One, sein Regierungsflugzeug. (Quelle: Julia Demaree Nikhinson/AP/dpa)

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Donald Trump kokettiert damit, sich andere Länder einzuverleiben. Jetzt träumt er auf seiner Plattform Truth Social von Vereinigten Staaten von Island bis nach Mexiko.

Mit Kanada hat US-Präsident Donald Trump einen heftigen Zollstreit, bei Grönland macht er Kontrollansprüche geltend und mit Handelspartner Mexiko lag er auch schon im Clinch: Jetzt provoziert der Republikaner mit einer Nordamerika-Landkarte, die diese Länder und die Arktisinsel in die US-Flagge gehüllt darstellt. Darauf prangt nur ein einziger Ländername: Vereinigte Staaten von Amerika.

In die auf der Plattform Truth Social veröffentlichten Grafik einbezogen waren unter anderem auch Island und Kuba – dem schwer angeschlagenen Karibikstaat hatte Trump schon offen mit einer Übernahme gedroht. Trump kommentierte die Landkarte nicht, sondern ließ sie für sich stehen. Die Fantasie des US-Präsidenten scheint keine Ländergrenzen und nationale Souveränitäten zu kennen.

Der US-Präsident kokettiert immer wieder mit dem Wunsch, sich andere Länder und Inseln einzuverleiben. Im Falle von Kanada hatte Trump anklingen lassen, dass das Nachbarland der 51. Bundesstaat der USA werden könnte. Grönland will er kaufen und argumentiert, nur die USA könnten die zu Dänemark gehörende Insel gegen Begehrlichkeiten beispielsweise aus Russland oder China verteidigen.

Trumps Faible für Umbenennungen

Trump hat in seiner zweiten Amtszeit seit 2025 auch schon zum Mittel von geografischen Umbenennungen gegriffen, um die Dominanz der USA zu demonstrieren. Zuerst taufte er den Golf von Mexiko in „Golf von Amerika“ um. Jüngst ordnete er die Umbenennung des Sees Lake Ontario, durch den die Grenze zu Kanada verläuft, in „Lake America“ an.

Am Wochenende brachte er eine neue Idee auf, die die USA selbst betreffen. Aus dem US-Bundesstaat New Mexico könnte „New America“ werden. Das legte zumindest einer seiner Posts auf Truth Social nahe. Er zeigte eine Karte des Bundesstaats, auf der das Wort „Mexico“ durchgestrichen war – stattdessen stand dort „America“.

Interessant sind auch weitere Postings auf Trumps Social-Media-Profil, die er (oder sein Team aus Kommunikationsberatern) am Montag veröffentlichten. Auf einem davon ist eine – wie so oft mit Künstlicher Intelligenz erstellte – Illustration zu sehen, auf der ein Mann, der offensichtlich dem ehemaligen US-Präsidenten Barack Obama ähnelt in einen Spiegel sieht. Aus dem Spiegel schaut allerdings jemand anderes zurück: Trump. Darunter steht der Satz „Wer ist der größte Präsident von allen?“.

Eine weitere Fotomontage zeigt alle bisherigen US-Präsidenten sortiert nach ihrem Vermächtnis. Da finden sich dann Kategorien wie „beinahe großartig“ oder „großartig“, aber auch Kategorien wie „unterer Durchschnitt“ oder „totale Versager“. In letztere Kategorie hat das Trump-Team etwa die Demokraten Jimmy Carter, Joe Biden und Barack Obama einsortiert. Aber auch den Republikaner George W. Bush, der immer mal wieder mit gemäßigter Kritik an Trump auftrat. Ganz oben im Ranking steht allerdings nur einer: Donald Trump. Seine Kategorie lautet: „der Größte“.