Beim Südwestderby zwischen Mannheim und dem 1. FC Kaiserslautern Ende August kam es zu massiven Ausschreitungen zwischen den rivalisierenden Fans: Feuerwerkskörper flogen, der Platz wurde gestürmt und insgesamt 85 Menschen verletzt. Inzwischen hat die Polizei Mannheim eine Ermittlungsgruppe eingerichtet.

Nun reagiert die Politik auf die Krawalle: In Zukunft müssen Vereine in Baden-Württemberg mit einer Geldstrafe rechnen, wenn Hochrisikospiele eskalieren. Diese und weitere Punkte hat Innenminister Manuel Hagel am Donnerstagabend, 3. September, zusammen mit acht Vertretern der Spitzenfußballvereine aus Baden-Württemberg in einer Vereinbarung festgehalten. Auch Vertreter des KSC waren anwesend. Das geht aus einer Mitteilung vom Ministerium des Inneren von Freitag, 4. September, hervor.

Bis zu 100.000 Strafe sind möglich

„Wir schaffen jetzt eine Rechtsgrundlage, damit künftige Verstöße und Ereignisse wie in Mannheim am 21. August auch finanzielle Folgen haben und ein Bußgeld verhängt werden kann“, sagte Hagel. Laut SWR könnte die Strafe bis zu 100.000 Euro betragen. Gemeinsam mit den Vereinen wurde eine sogenannte „Gemeinsame Verständigung“ erarbeitet. Sie soll künftig als Grundlage für die Sicherheitskonzepte der Hochrisikospiele dienen. Sollten sich Vereine nicht an die Sicherheitskonzepte halten, könnten Bußgelder fällig werden.

BW-Innenminister Manuel Hagel. (Archivbild)

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BW-Innenminister Manuel Hagel. (Archivbild)
Foto: Bernd Weißbrod/dpa

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Foto: Bernd Weißbrod/dpa

Diese Punkte müssen die Vereine künftig beachten

Diese zehn Punkte sollen die Vereine künftig berücksichtigen:

  1. Sicherheitskonzepte umsetzen und weiterentwickeln: Sicherheitskonzepte sollen regelmäßig geprüft und fortlaufend weiterentwickelt werden
  2. Hochrisikospiele gemeinsam vor- und nachbereiten: Gemeinsam mit dem Spielpartner und allen Sicherheitsakteuren sollen Hochrisikospiele rechtzeitig vorbereitet sowie im Anschluss nachbereitet werden
  3. Ordnungsdienst stärken: Die Vereine sollen einen durchsetzungsstarken Ordnungsdienst mit qualifiziertem und handlungsfähigem Sicherheitspersonal sicherstellen
  4. Berechtigte und Dienstleister kontrollieren: Die Vereine sollen ein wirksames Akkreditierungs- und Berechtigungsmanagement sowie Zutrittskontrollen durchführen
  5. Einlasskontrollen verbessern: Die Vereine sollen wirksame Einlasskontrollen gewährleisten und diese regelmäßig auf Schwachstellen überprüfen
  6. Pyrotechnik wirksam verhindern: Maßnahmen, die verhindern, dass Pyrotechnik ins Stadion gebracht wird, sollen höchste Priorität haben
  7. Innenraum und sensible Bereiche schützen: Insbesondere Blockzugänge, Rettungstore, Absperrungen und sonstige Zugänge zum Innenraum sollen regelmäßig auf ihre Funktionsfähigkeit und vorschriftsmäßige Sicherung überprüft werden
  8. Technische Möglichkeiten nutzen und bauliche Gegebenheiten optimieren: Die technische Ausstattung soll den Anforderungen für ein Hochrisikospiel entsprechen. Für Überwachungstechnik durch Kameras soll gesorgt werden
  9. Verantwortliche konsequent identifizieren: Bei schweren sicherheitsrelevanten Verstößen sollen die Vereine ihr Hausrecht durchsetzen und bei der Aufklärung mit der Polizei und den Ermittlungsbehörden zusammenarbeiten
  10. Stadionverbote konsequent anwenden: Die Vereine bekennen sich dazu, die DFB-Stadionverbotsrichtlinien konsequent anzuwenden.

Hagel setzt weiterhin auf Stadionallianzen

Hagel wolle außerdem weiterhin am bewährten Modell der Stadionallianzen festhalten, das sich in Baden-Württemberg seit rund zehn Jahren etabliert hat. Dabei arbeiten Polizei, Vereine, Kommunen und Fanprojekte eng zusammen. Ziel sei es, mögliche Risiken frühzeitig zu erkennen, Konflikte zu entschärfen und gemeinsame Einsatzkonzepte abzustimmen.