
AUDIO: Hamburg: Rot-Grün gegen Wohngeldreform (1 Min)
Stand: 08.09.2026 06:02 Uhr
Hamburgs SPD und Grüne wollen die Wohngeld-Pläne der Bundesregierung kippen. Den Plänen zufolge könnte rund ein Drittel der berechtigten Hamburger Haushalte den Anspruch verlieren.
Das Bundeskabinett hatte im Juli eine Reform des Wohngeldes beschlossen, um die hohen Ausgaben zu verringern. So soll etwa der Heizkostenzuschuss halbiert und das Wohngeld nicht mehr erhöht werden. Dadurch sollen im kommenden Jahr rund 1,5 Milliarden Euro, ab 2028 zwei Milliarden Euro jährlich eingespart werden. Nach Einschätzung des Deutschen Mieterbundes könnten durch die Reform rund 9.000 Hamburger Haushalte ihren Anspruch ganz verlieren.
Hamburger SPD auf Konfrontationskurs
Der Fraktionschef der SPD in der Hamburgischen Bürgerschaft, Dirk Kienscherf, äußert offen Kritik an dem Vorhaben – und geht damit auf Konfrontationskurs mit der eigenen Partei im Bund. Denn in Berlin regiert die SPD mit der Union und stellt zudem mit Verena Hubertz die Bundesbauministerin. Ungeachtet dessen fordert Hamburgs SPD – mit Unterstützung von den Grünen – jetzt in einem Antrag zur nächsten Bürgerschaftssitzung den Senat auf, über den Bundesrat den Gesetzentwurf zu ändern.
Demnach soll es keine Halbierung des Heizkostenzuschusses und kein Absenken der Höchstzuschüsse für Mieten geben. Zudem wünschen sich SPD und Grüne in Hamburg mehr Wohngeld für Alleinerziehende. Keine Kritik gibt es hingegen an der geplanten Aussetzung der Wohngelderhöhung.
41 Prozent des Einkommens für Miete
Wohngeld ist ein staatlicher Zuschuss für Menschen, deren Einkommen grundsätzlich zum Leben reicht, die aber Unterstützung bei ihren Wohnkosten brauchen. In Hamburg beziehen derzeit knapp 27.000 Haushalte Wohngeld – im Schnitt bekommen sie 318 Euro im Monat. Damit geben sie 21 Prozent ihres Einkommens fürs Wohnen aus, ohne Zuschuss wären es 41 Prozent.

SPD-Fraktionschef Kienscherf will die geplante Reform stoppen. Rund ein Drittel der berechtigten Hamburger Haushalte könnte den Anspruch verlieren.