Die „Smart Power Fab“ ist die 4. Chipfabrik von Infineon in Dresden. Foto: Heiko Weckbrodt
KI und Konzept „Virtueller Fabriken“ helfen dabei
Dresden, 08.09.26. Infineon kann die neue Fabrik 4 in Dresden doppelt so schnell hochfahren wie frühere Erweiterungen. Sie soll in zwei bis drei Jahren die volle Produktionskapazität erreichen. Das hat Infineon-Operativchef Alexander Gorski gegenüber dem Nachrichtenportal „Digitimes“ angekündigt.
Möglich sei dies durch das Konzept „Virtueller Fabriken“ sowie den Einsatz virtueller Zwillinge und „Künstlicher Intelligenzen“ (KI): Die Infineon-Fabriken an verschiedenen Standorten sind so ausgerüstet und vernetzt, dass sich Chip-Produktionsaufträge sehr schnell hin und her transferieren, etwa von Österreich nach Sachsen, um die neue Fab zu füllen.
Marktlage derzeit günstig: KI-Boom und Trend zum software-definierten Auto stützen
Freilich hängt die steilere Hochfahrkurve auch von der Marktlage ab. Die sieht derzeit für Infineon gut aus: In seinem vierten Dresdner Werkmodul, auch „Smart Power Fab“ genannt, stellt der deutsche Halbleiterkonzern auf 300 Millimeter großen Siliziumscheiben (Wafer) vor allem Leistungselektronik sowie Chips her, die sowohl analoge wie auch digitale Signale („Mixed Signal“) verarbeiten können. Diese Produktlinien profitieren derzeit stark vom Trend hin zum autonomen und software-definierten Auto sowie vor allem vom KI-Boom: Die Anlern-Rechenzentren der KIs verbrauchen sehr viel Strom – und dieser Energiehunger lässt sich durch neuere Leistungselektronik, wie sie Infineon herstellt, dämpfen.
Autor: Heiko Weckbrodt
Quellen: Digitimes, Oiger-Archiv, Wikipedia