08:21 UhrDas große Warten
Mit einem ruhigen Geschäft rechnen Händler an Europas Börsen. Zumindest bis zum Mittag, denn dann kehren die US-Marktteilnehmer aus ihrem langen Wochenende zurück. Besonders gespannt ist man auf die Entwicklung an den US-Bond-Märkten. Deren Renditeanstieg hatte zuletzt den Takt an den Börsen vorgegeben. Am Morgen zeigen sich die zehnjährigen US-Treasuries mit 4,78 Prozent weiter auf dem bisherigen Niveau. Der DAX-Terminkontrakt notiert 30 Punkte höher, aber mit ähnlich niedrigen Umsätzen wie am Vortag. Die Börsen in Asien zeigen uneinheitliche Vorzeichen.
Nach dem starken US-Arbeitsmarktbericht vom Freitag dürften erst die US-Inflationsdaten am kommenden Donnerstag und Freitag Aufschluss über die Zinsoptionen der US-Notenbank geben. Bis dahin dürfte an den Märkten Unsicherheit über das Thema Inflationsentwicklung dominieren. Eine Zinserhöhung der Europäischen Zentralbank (EZB) am Donnerstag gilt indes als sicher, bei ihr stehen nur Kommentare zur Inflation im Fokus.
08:04 UhrGoldman Sachs hebt Ölpreisprognosen an
Goldman Sachs hat ihre Ölpreisprognosen wegen der anhaltenden Risiken für die Schifffahrt im Nahen Osten angehoben. Für Dezember 2026 rechne das Institut nun mit einem Preis von 85 Dollar je Barrel (159 Liter) für die Nordseesorte Brent und 80 Dollar für die US-Sorte WTI, teilte Goldman Sachs mit. Dies entspricht einem Aufschlag von jeweils fünf Dollar gegenüber der bisherigen Schätzung. Für das Jahr 2027 rechnen die Analysten mit Preisen von 80 beziehungsweise 75 Dollar.
Begründet wurde die Anpassung mit der Erwartung, dass die Störungen des Schiffsverkehrs in der Region bis ins kommende Jahr andauern. Sollte die durchschnittliche Ölförderung in der Golfregion im Jahr 2027 zudem um vier Millionen Barrel pro Tag unter dem Vorkriegsniveau liegen, könnte der Brent-Preis sogar auf über 120 Dollar steigen, hieß es weiter.
07:45 UhrHornbach ist auf Kurs
Hornbach hat im zweiten Quartal dank einer robusten Kundennachfrage mehr umgesetzt und verdient. Der Nettoumsatz stieg in den Monaten Juni bis August um 7,3 Prozent auf 1,81 Milliarden Euro, teilte der im SDax notierte Baumarktkonzern anhand vorläufiger Zahlen mit. Das bereinigte operative Ergebnis (Ebit) kletterte trotz eines anhaltenden Kostendrucks um 12,8 Prozent auf 124,6 Millionen Euro. Neben dem regen Kundeninteresse profitierte Hornbach nach eigenen Angaben von einem positiven Kalendereffekt mit mehr Verkaufstagen.
Für das gesamte Geschäftsjahr 2026/27 bekräftigte der Vorstand seine Prognose. Demnach soll der Umsatz den Vorjahreswert von 6,43 Milliarden Euro erreichen oder leicht übertreffen. Das bereinigte Ebit wird wie im Vorjahr bei 264,7 Millionen Euro erwartet. Zur Begründung verwies der Konzern auf anhaltende geopolitische Risiken, die sich unter anderem auf die Konsumstimmung, die Einkaufspreise und die Logistikkosten auswirken könnten. Die endgültigen Zahlen für das erste Halbjahr will Hornbach am 29. September vorlegen.
07:35 UhrGasspeicher-Füllstände historisch niedrig
Der Gasspeicher-Verband INES warnt angesichts historisch niedriger Füllstände vor Engpässen bei der Erdgasversorgung im kommenden Winter. Die deutschen Speicher seien Anfang September nur zu rund 53 Prozent gefüllt, teilte die Initiative Energien Speichern (INES) mit. Dies sei der niedrigste Stand zu diesem Zeitpunkt seit Beginn der Aufzeichnungen vor 15 Jahren. Vor einem Jahr habe der Füllstand rund 71 Prozent betragen.
Den Szenarien des Verbandes zufolge kann technisch bis zum 1. November noch ein Füllstand von rund 77 Prozent erreicht werden. Dafür müsste sich das Befüllungstempo jedoch erheblich erhöhen. In den verbleibenden zwei Monaten müsste mehr Gas eingespeichert werden als in den vergangenen drei Monaten zusammen. Ein Füllstand von 77 Prozent wäre laut dem Verband bei normalen Wintertemperaturen ausreichend, um die Versorgung zu gewährleisten. „Bei extrem kalten Temperaturen reicht ein Füllstand von rund 77 Prozent hingegen nicht aus“, sagte INES-Geschäftsführer Sebastian Heinermann. Dann könne es im Januar zu Unterdeckungen kommen.
07:11 UhrIn Chipindustrie „wurde noch nie so viel investiert“
06:52 UhrZwei Schwergewichte schieben den Kospi an
Ein kräftiges Lohnwachstum und eine anziehende Wirtschaft befeuern in Japan die Spekulationen auf raschere Zinserhöhungen. An den Märkten gilt es inzwischen als nahezu sicher, dass die Bank of Japan ihren Leitzins in der kommenden Woche auf 1,25 Prozent anheben wird. Dies treibt den Yen am Dienstag auf den höchsten Stand seit Mitte Februar, während die asiatischen Aktienmärkte insgesamt keine klare Richtung finden. „Da das Lohnwachstum weiter an Fahrt gewinnt, spricht immer mehr dafür, dass die Bank of Japan das Tempo der geldpolitischen Straffung erhöht“, erklären die Analysten von Capital Economics.
Die japanische Börse bewegt sich vor diesem Hintergrund kaum, zumal auch Vorgaben der Wall Street wegen des dortigen Feiertags fehlen. In Tokio bleibt der Nikkei-Index fast unverändert bei 66.445,13 Punkten, und der breiter gefasste Topix notiert 0,6 Prozent niedriger bei 4102,05 Zählern. Auch an den chinesischen Aktienmärkten halten sich die Ausschläge in Grenzen. Der Shanghai Composite gewinnt 0,4 Prozent auf 3947,27 Stellen. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen steigt 0,2 Prozent auf 4582,81 Punkte.
Deutlichere Gewinne verzeichnet dagegen der Markt in Südkorea: Angetrieben von Kursgewinnen bei Chipwerten steigt der Kospi um 1,9 Prozent auf 7129,34 Zähler und erreicht damit den höchsten Stand seit drei Wochen. Unter den Einzelwerten ziehen die Aktien von Samsung Electronics um 2,59 Prozent an. Die Papiere des Konkurrenten SK Hynix gewinnen 3,98 Prozent.
06:35 UhrJapans Wirtschaft wächst stärker
Die japanische Wirtschaft ist nach Regierungsangaben im zweiten Quartal dank eines weniger starken Rückgangs der Unternehmensinvestitionen stärker gewachsen als zunächst angenommen. „Wir müssen uns keinerlei Sorgen um die Wirtschaft machen“, sagte Kento Minami, Chefvolkswirt bei Daiwa Securities. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg aufs Jahr hochgerechnet um 1,4 Prozent, nachdem in einer ersten Schätzung noch ein Plus von 1,1 Prozent ermittelt worden war. Analysten hatten im Vorfeld im Schnitt mit einem Zuwachs von 1,6 Prozent gerechnet. Nicht aufs Jahr hochgerechnet wuchs die Wirtschaft um 0,4 Prozent.
Die Unternehmensinvestitionen sanken um 0,9 Prozent und damit weniger stark als zunächst mit 1,2 Prozent gemeldet. Der private Konsum, der mehr als die Hälfte der japanischen Wirtschaftsleistung ausmacht, stagnierte. Die Auslandsnachfrage – also Exporte abzüglich Importe – trug wie bereits in der ersten Schätzung 0,5 Prozentpunkte zum Wirtschaftswachstum bei. Die Binnennachfrage dämpfte das Wachstum um 0,1 Prozentpunkte; zunächst war noch ein Minus von 0,2 Prozentpunkten ausgewiesen worden. Dass das Wachstum so hoch ausgefallen sei, sei bemerkenswert, da die Lage im Nahen Osten im zweiten Quartal das Wachstum hätte belasten können, erklärte Minami weiter. Die Zentralbank (Bank of Japan, BOJ) habe nun klar Spielraum für weitere Zinserhöhungen. Dafür spricht auch die Entwicklung der Reallöhne, die im Juli um 2,4 Prozent stiegen und damit den stärksten Zuwachs seit Mai 2021 verzeichneten.
06:18 UhrDas ist los im frühen Devisenhandel
Im asiatischen Devisenhandel profitiert der Yen von den Spekulationen auf raschere Zinserhöhungen in Japan: Der Dollar verliert 0,8 Prozent auf 153,12 Yen. Damit erreicht die japanische Währung ihren höchsten Stand seit Mitte Februar. Gegenüber dem Yuan legt der Dollar dagegen leicht auf 6,7104 Yuan zu. Zum Franken rückt er etwas auf 0,8091 Franken vor. Parallel dazu bleibt der Euro fast unverändert bei 1,1625 Dollar und zieht leicht auf 0,9405 Franken an.
05:59 UhrNeustart mit Export-Power
Der Dax ist in die neue Handelswoche hineingestolpert. War er noch oberhalb der 26.000er-Marke ins Wochenende gegangen, notierte er zum gestrigen Wochenstart zwischenzeitlich wieder darunter, schloss aber dann mit 26.007 Punkten knapp darüber. Das Minus hielt sich mit 0,2 Prozent aber in Grenzen. Ausschlaggebend dafür war in erster Linie eine feiertagsbedingt geschlossene Wall Street. Gleichzeitig verteuerte sich Öl weiter.
Heute startet auch die Wall Street in die Börsenwoche. Das Augenmerk der Anleger liegt aber zunächst auf frischen Konjunkturdaten. Dabei dürften etwa die chinesischen Exporte im August dank einer robusten Auslandsnachfrage weiter an Fahrt gewonnen haben. Volkswirte erwarten für die anstehenden Handelsdaten ein Exportplus von 25 Prozent im Jahresvergleich, nach 23,9 Prozent im Juli. Bei den Importen wird ein Anstieg um 30 Prozent prognostiziert. Der Handelsbilanzüberschuss dürfte den Schätzungen zufolge von zuletzt 112,5 Milliarden auf 119,05 Milliarden Dollar klettern. Der Exportsektor gilt derzeit als wichtigste Stütze der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt, da eine schwache Binnennachfrage und der kriselnde Immobiliensektor das Wachstum bremsen.
Und hierzulande? Da dürfte die Erfolgsserie der deutschen Exporteure im Hochsommer gerissen sein. Nach fünf Monaten mit Anstiegen könnten die Ausfuhren im Juli stagniert haben, wenn die Experten richtig liegen. Dies wäre eine weitere schlechte Nachricht für die zuletzt auf Erholungskurs steuernde Wirtschaft: Denn die deutschen Unternehmen haben ihre Produktion im Juli überraschend so stark gedrosselt wie seit knapp einem Jahr nicht mehr. Industrie, Bau und Energieversorger stellten zusammen 1,1 Prozent weniger her als im Vormonat.
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