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Der Sommer bleibt am Dienstag – aber nicht für alle! Während im Süden und vielleicht auch Osten noch einmal die 30-Grad-Marke geknackt wird, rückt von Nordwesten bereits der Herbst an: Es ziehen dichte Wolken und kräftiger Regen auf. Damit beginnt ein markanter Wetterwechsel, der sich in den kommenden Tagen weiter nach Süden ausbreitet. Deutschland bleibt dabei einmal mehr zweigeteilt.
Einerseits Hochsommer, andererseits schon Herbst – und dazwischen liegen an ein und demselben Tag bis zu 14 Grad Unterschied. „So etwas hat immer Dramatik“, sagt Diplom-Meteorologe Dominik Jung zu BILD. Der Grund: Heute verläuft eine Luftmassengrenze quer über das Land. Sie trennt warme Sommerluft von deutlich kühlerer Luft.

Niederschlag- und Regenwahrscheinlichkeit über Deutschland für den 8. September
Foto: wetter.bild.de
So krass stürzt das Wetter ab
Von Nordwesten schieben sich am Dienstag dichte Bewölkung und eine Regenfront ins Land. Es wird grau, nass und ungemütlich. Die Temperaturen sacken auf 19 bis 21 Grad ab. Jung: „Nach den heißen Tagen fühlt sich das fast wie ein Kälteschock an.“ An den Küsten frischt zudem ein kräftiger, böiger Südwestwind auf.
Wo es noch einmal richtig heiß wird
Ganz anders das Wetter in Bayern und im Südosten. Dort dreht der Sommer am Dienstag erneut richtig auf – vielerorts 30 Grad und mehr, am Inn örtlich bis 31 Grad. Im Höchstfall werden bundesweit um die 33 Grad erreicht. „28 Grad in NRW und selbst in Hamburg 24 bis 26 Grad“, prognostiziert Klimatologe Dr. Karsten Brandt.

Die Wetterkarte zeigt, wo es heute noch einmal richtig heiß werden kann
Foto: wetter.bild.de
Der Experte will das Spätsommerwetter ausdrücklich auskosten: „Für den Herbstblues ist es noch zu früh. Ich gehe am Dienstag noch einmal in das Freibad in Bonn. Mein Abschiedsbesuch bis zum kommenden Mai. Ich sage am Dienstag: ‚Tschüss zum Sommer‘ und mache einen Köpper in das Wasser“, so Dr. Brandt zu BILD.
Wann die Wetter-Wende kommt
Heute ist möglicherweise der letzte Hitzetag des Jahres. Denn schon am Abend krachen von Westen her teils kräftige Schauer und Gewitter mit Sturmböen und Hagel herein, sagt Jung. Aus dem Badetag wird binnen Stunden ein Unwettertag.

Auch in München ist der Dienstag noch ein echter Badetag, wie hier an der Reichenbachbrücke an der Isar
Foto: IMAGO/Wolfgang Maria Weber
Über dem Atlantik hat sich ein kräftiges Tiefdrucksystem etabliert. Es schaufelt auf seiner Vorderseite sehr warme, energiereiche Luft nach Deutschland – daher die Hitze im Süden. Gleichzeitig treibt die zugehörige Kaltfront von Nordwesten die Sommerluft nach Osten und Süden ab. Genau an dieser Front spielt sich das Wettergeschehen ab.
Wie es morgen weitergeht
In der Nacht zum Mittwoch und am Mittwoch selbst schiebt sich der Regen weiter nach Süden. Südlich einer Linie etwa vom Saarland bis Berlin muss man dann mit Unwettern rechnen: Starkregen und Platzregen, Hagel, stürmische Böen. Örtlich sind auch Überflutungen und kleinere Sturzfluten möglich.
Zu den Experten:
Dominik Jung ist Diplom-Meteorologe und Klimaexperte beim Online-Portal und der App wetter.net. Er ist Geschäftsführer bei Q-met und betreibt einen YouTube-Kanal, auf dem er täglich das aktuelle Wetter vorstellt.
Dr. Karsten Brandt promovierte an der Universität Duisburg-Essen im Bereich der Klimatologie zum Doktor der Naturwissenschaften. Er verfasste mehrere Bücher zum Thema Wetter und ist außerdem Gründer und Geschäftsführer des Portals Donnerwetter.de.