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Berlin – Nachts vor Cafés, mitten am Tag auf Straßen oder vor Wohnhäusern: Seit Monaten wird in Berlin immer wieder geschossen. BILD hat die Fälle der vergangenen sechs Monate dokumentiert – es sind 33! Die meisten in Schöneberg. Zwei Männer starben. Eine Chronik voller Gewalt, die mit dem jüngsten Vorfall vom Montag beginnt.
7. September: Schüsse kurz vor 3 Uhr in der Planetenstraße/Ecke Sonnenallee. Zwei Männer verfolgen einen 27‑Jährigen. Ein Schuss trifft ihn am Kopf. Er bricht zusammen, stirbt auf dem Gehweg.
6. September: Eine Kugel durchschlägt mitten in der Nacht die Frontscheibe eines Luxus-Mercedes und trifft den Fahrer (53) schwer. Der verletzte Mann verliert die Kontrolle, rasiert Bäume und kracht gegen ein Dixi-Klo.
Einschussloch in geparktem Auto
1. September: Eine mehrköpfige Bande fängt einen 26-Jährigen in der Feurigstraße ab und schießt ihn brutal nieder. Das Opfer erleidet mehrere Schussverletzungen und muss notoperiert werden.
30. August: In der Steinmetzstraße in Berlin fallen kurz vor 5 Uhr Schüsse, danach rast ein Kleinwagen davon. Später entdeckt die Polizei Einschusslöcher in zwei Wohnungsfenstern.
16. August: Zeugen hören um 3.10 Uhr Schussgeräusche in der Johannisthaler Chaussee. Am Vormittag entdeckt eine Autobesitzerin ein Einschussloch in ihrem geparkten Wagen.
13. August: Um 1.30 Uhr nachts klirren in der Wollankstraße die Scheiben. Unbekannte haben mehrere Kugeln auf ein Lokal abgefeuert. Die Polizei findet Patronenhülsen.

Am Hardenbergplatz nahe Bahnhof Zoo wurde am 9. August ein Mann erschossen. Die Reanimation blieb erfolglos
Foto: Olaf Wagner
Mann (30) erschossen
11. August: Ein 40-jähriger Mann zieht in einer Bar in der Eschenbachstraße eine Waffe. Er schießt mehrfach auf einen anderen Mann, verletzt ihn schwer und flüchtet.
9. August: Am Bahnhof Zoo gerät eine Gruppe kurz vor Mitternacht in Streit. Plötzlich fallen Schüsse: Ein 30-jähriger Mann bricht zusammen und stirbt noch am Tatort, während der Schütze im Auto entkommt.

Nach den Schüssen im Graefekiez brachte die Polizei das schwer verletzte Opfer ins Krankenhaus Neukölln. Dort sicherten zahlreiche Einsatzkräfte das Klinikgelände
Foto: Olaf Wagner
Einschusslöcher an Firmenwagen
7. August: Ein 22-Jähriger sitzt vor einem Café an der Ecke Graefestraße/Böckhstraße, als ihn mehrere Kugeln schwer treffen. Ermittler vermuten eine blutige Fehde zwischen einem Remmo-Zweig und einer Jugendbande.
31. Juli: Drive-by-Schüsse am Mariendorfer Damm! Ein Unbekannter feuert nachts um 2.20 Uhr aus einem fahrenden Auto auf einen Imbiss. Zwei Personen im Laden kommen mit dem Schrecken davon.
31. Juli: In Spandau fallen Schüsse auf der Straße An der Kappe. Zwei Tatverdächtige flüchten zu Fuß, in einer Wohnungstür bleiben Einschusslöcher zurück.
14. Juli: Ein Streit zwischen einem 33-Jährigen und drei Unbekannten eskaliert am helllichten Tag. Einer der Männer zieht eine Waffe und schießt dem Opfer in die Beine.
4. Juli: In Wilmersdorf entdeckt ein Mitarbeiter mittags Einschusslöcher an einem Firmengebäude und einem Firmenwagen in der Wexstraße. Die Polizei sichert am Tatort mehrere Patronenhülsen.

Ermittler sichern Spuren in der Wexstraße: Unbekannte beschossen ein Firmengebäude und ein Fahrzeug einer Baufirma
Foto: keinen Foto credit
3. Juli: Ein bewaffneter Täter bedroht nachts um 1.40 Uhr den Verkäufer (20) eines Ladens in der Otto-Suhr-Allee. Zur Einschüchterung schießt er in den Fußboden, bevor er unerkannt flieht.
18. Juni: In der Tempelhofer Ringbahnstraße wird mitten in der Nacht eine Gaststätte unter Beschuss genommen. Verletzt wird niemand, doch an der Fassade prangen Einschüsse.
11. Juni: Ein Anwohner hört nachts Schüsse an der Kreuzung Schwedenstraße/Koloniestraße. Die Polizei findet scharfe Patronen auf einer Verkehrsinsel und nimmt einen Verdächtigen (17) fest.
30. Mai: Ein Mann ballert nachts um 2.30 Uhr auf nahe der Reinickendorfer Straße mit einer Waffe in die Luft. Die Polizei stürmt ein Lokal, findet die scharfe Pistole und nimmt drei Männer fest.

Tatort Otto-Suhr-Allee: Ein Bewaffneter schoss in einem Späti auf den Boden und flüchtete. Der Verkäufer blieb unverletzt.
Foto: Olaf Wagner
30. Mai: Bei einer rasanten Verfolgungsjagd rammt ein Mercedes-Fahrer in Pankow einen Polizisten. Zur Eigensicherung hat der Beamte seine Waffe in der Hand – beim Aufprall löst sich ein Schuss.
25. Mai: An der Quickborner Straße geraten zwei Personengruppen um 22 Uhr aneinander. Plötzlich fallen Schüsse und alle Beteiligten flüchten.
24. Mai: Morgens um 4 Uhr gerät eine Bäckerei am Kottbusser Damm unter Beschuss. Die Polizei findet mehrere Patronenhülsen auf dem Asphalt vor der zerschossenen Fensterfront.

Schüsse am helllichten Tag in Kreuzberg: Mehrere Kugeln trafen dieses Auto in der Urbanstraße.
Foto: Axel Billig/Pressefoto Wagner
21. Mai: Ein Beifahrer springt in Kreuzberg mitten am Tag vom Roller und schießt auf ein fahrendes Auto. Die vier Insassen überleben den Anschlag in der Urbanstraße unverletzt.
19. Mai: Um 2 Uhr nachts peitschen Knallgeräusche durch die Grüntaler Straße. Erst am Mittag entdeckt eine Mieterin das Einschussloch im Fenster ihres Wohnzimmers.
16. Mai: Unbekannte schießen nachts um 3.25 Uhr in der Schlitzer Straße in Wittenau auf ein Wohngebäude und flüchten.
5. Mai: Ein unbekannter Schütze feuert nachts in der Yorckstraße auf einen 44-jährigen Mann. Das Opfer bricht mit lebensgefährlichen Verletzungen zusammen.
4. Mai: Ein Friseurmitarbeiter entdeckt am Lichtenrader Damm mehrere Einschläge in der Fensterfront des Salons.
3. Mai: Ein Unbekannter schießt um 4.50 Uhr früh auf ein Café an der Potsdamer Straße Ecke Großgörschenstraße. Die Hausfassade wird beschädigt, die Polizei sperrt einen weiträumigen Bereich stundenlang.

Großeinsatz in Neukölln: Nach Schüssen an der Hermannstraße suchte die Polizei mit vielen Kräften nach den Tätern
Foto: Axel Billig/Pressefoto Wagner
2. Mai: Ein 17-Jähriger und ein 25-Jähriger werden am späten Abend im Anita-Berber-Park und auf der Hermannstraße niedergeschossen. Der Ältere muss mit schweren Verletzungen notoperiert werden.
1. Mai: Anwohner hören nachts Schüsse am Tempelhofer Damm. Die Polizei findet später mehrere Einschusslöcher im Schaufenster einer Fahrschule.
Ein maskierter Mann feuert um 1.40 Uhr nachts mehrere scharfe Schüsse auf ein Haus im Magistratsweg ab und flieht zu Fuß.
27. April: Mitarbeiter entdecken morgens beim Öffnen eines Geschäfts in der Neuköllner Lahnstraße Einschusslöcher in der Tür.
27. April: Ein Maskierter tritt nachts um 2.50 Uhr vor eine Fahrschule in der Scharnweberstraße, schießt auf die Schaufenster und flieht.
23. April: Jagdszenen im Anita-Berber-Park! Eine Gruppe bedroht zwei Männer. Als diese flüchten, zieht ein Angreifer eine Pistole aus seiner Bauchtasche und schießt hinterher – ein 27-Jähriger erleidet einen Beinschuss.
18. April: Ein Anwohner hört nachts um 1.20 Uhr Schussgeräusche in der Kapaunenstraße. Die herbeigeeilte Polizei findet scharfe Patronen und Hülsen auf der Straße.
Die „BAO Ferrum“ ist bei der Berliner Polizei aufgrund der gefährlich zunehmenden Zahlen von Schießereien gegründet worden. „BAO“ steht dabei für „Besondere Aufbauorganisation“. Sie wird von der speziellen Ermittlungsgruppe „Telum“ der Staatsanwaltschaft Berlin unterstützt.