„Mapping the World’s Prices“

In Deutschland sind die Nebenkosten am höchsten

08.09.2026 – 09:59 UhrLesedauer: 3 Min.

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Nebenkosten: Sie kommen zur Kaltmiete hinzu. (Quelle: IMAGO/imago)

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Arm, aber sexy? Angesichts der Nebenkosten, die anfallen, könnte zumindest „arm“ gelten. Denn in dieser Stadt sind sie weltweit am höchsten.

Heizung, Wasser, Müll – all diese Kosten bezahlen Mieter monatlich durch ihre Nebenkosten. Spitzenreiter ist eine deutsche Stadt. Das zeigt die aktuelle Ausgabe der Studie „Mapping the World’s Prices“ der Deutschen Bank.

Für die Analyse haben die Studienautoren die Lebenshaltungskosten in 69 Städten auf sechs Kontinenten untersucht. Dabei verglichen sie die Preise von 2026 mit denen vorheriger Jahre.

Berlin auf Platz 1

Das Ergebnis: Für eine 85 Quadratmeter große Wohnung zahlen Berliner im Schnitt 410 US-Dollar (umgerechnet rund 375 Euro) im Monat allein an Grundversorgungskosten – unter anderem Strom, Heizung, gegebenenfalls Kühlung, Wasser und Abwasser sowie Müllabfuhr. Damit landet Berlin auf Platz 1 des weltweiten Rankings. Auf Platz 2 folgen Tel Aviv mit 396 US-Dollar/Monat (umgerechnet rund 362 Euro), und Oslo mit durchschnittlich 384 US-Dollar/Monat (umgerechnet rund 351 Euro). London, das zu den Städten mit den teuersten Mieten zählt, landet auf Platz 4 (383 US-Dollar/Monat bzw. 360 Euro/Monat).

Berlin ist jedoch nicht die einzige deutsche Stadt, die es in die Top 10 geschafft hat: Auf Platz 6 landet München (378 US-Dollar/Monat), auf Platz 7 Frankfurt (376 US-Dollar/Monat).

Berlin schlägt New York

Auffällig ist zum einen, dass die drei deutschen Städte bei den Nebenkosten sogar New York City übertrumpfen. Eine Stadt, die bei den Lebenshaltungskosten zu den teuersten der Welt zählt. Zum anderen, dass die Nebenkosten in Deutschland in den vergangenen Jahren besonders stark gestiegen sind: In Berlin waren es seit 2019 rund 54 Prozent.

  1. Berlin (Deutschland), 410 US-Dollar/Monat, +162 Prozent im Vergleich zu den Nebenkosten in New York City
  2. Tel Aviv (Israel), 396 US-Dollar/Monat, +157 Prozent im Vergleich zu den Nebenkosten in New York City
  3. Oslo (Norwegen), 384 US-Dollar/Monat, +152 Prozent im Vergleich zu den Nebenkosten in New York City
  4. London (Vereinigtes Königreich), 383 US-Dollar/Monat, +152 Prozent im Vergleich zu den Nebenkosten in New York City
  5. Edinburgh (Vereinigtes Königreich), 379 US-Dollar/Monat, +150 Prozent im Vergleich zu den Nebenkosten in New York City
  6. München (Deutschland), 378 US-Dollar/Monat, +150 Prozent im Vergleich zu den Nebenkosten in New York City
  7. Frankfurt am Main (Deutschland), 376 US-Dollar/Monat, +149 Prozent im Vergleich zu den Nebenkosten in New York City
  8. Warschau (Polen), 342 US-Dollar/Monat, +135 Prozent im Vergleich zu den Nebenkosten in New York City
  9. Wien (Österreich), 339 US-Dollar/Monat, +134 Prozent im Vergleich zu den Nebenkosten in New York City
  10. Birmingham (Vereinigtes Königreich), 334 US-Dollar/Monat, +132 Prozent im Vergleich zu den Nebenkosten in New York City
  11. Prag (Tschechien), 312 US-Dollar/Monat, +124 Prozent im Vergleich zu den Nebenkosten in New York City
  12. Amsterdam (Niederlande), 311 US-Dollar/Monat, +123 Prozent im Vergleich zu den Nebenkosten in New York City

Russland-Krieg treibt Preise

Die Studienautoren haben versucht herauszufinden, weshalb Deutschland in dem Ranking derart dominiert. Ein Grund ist der russische Angriffskrieg auf die Ukraine und infolgedessen die Abkehr von russischem Gas. Dies hat zu einem hohen Anstieg der Energiepreise geführt. Ein anderer ist die Abkehr von der Kernenergie, die ebenfalls dazu beiträgt, dass die Deutschen in diesem Bereich vergleichsweise viel bezahlen.

Doch Deutschland ist nicht das einzige europäische Land, bei dem aus den genannten Gründen die Energiekosten gestiegen sind. Auch in Warschau, Wien und Prag mussten die Energiemärkte in den vergangenen Jahren umstrukturiert werden.