Die neuen PISA-Ergebnisse sind alarmierend: Etwa ein Drittel der 15-Jährigen in Deutschland erreicht beim Lesen die Mindeststandards nicht. Auch in Augsburg ist Leseförderung längst ein großes Thema. Die Stadt setzt unter anderem auf Schulbibliotheken und ein eigenes Lesenetzwerk – mit bemerkenswertem Erfolg an einigen Grundschulen.

Texte verstehen, Informationen einordnen und Zusammenhänge erkennen: Damit haben immer mehr Jugendliche Schwierigkeiten. Die am 8. September veröffentlichten Ergebnisse der PISA-Studie 2025 zeigen für Deutschland einen neuen Tiefstand. Beim Lesen erreichen die 15-Jährigen in Deutschland durchschnittlich 465 Punkte. Rund ein Drittel verfehlt die Mindeststandards. Gleichzeitig nimmt auch die Zahl der besonders starken Leserinnen und Leser ab.

Wie viele Jugendliche in Augsburg Schwierigkeiten beim Lesen haben, lässt sich aus den neuen Zahlen nicht ableiten. Klar ist aber: Leseförderung spielt auch in Augsburg eine wichtige Rolle.

13 Augsburger Grundschulen richten Lese-Inseln ein

Ein Ansatz sind die sogenannten Lese-Inseln. Aktuell verfügen 13 von 30 städtischen Grundschulen über eine solche Schulbibliothek. Die kleinen Büchereien sind organisatorisch und fachlich an die Stadtbücherei Augsburg angebunden und sollen Kindern einen möglichst einfachen Zugang zu Büchern und anderen Medien ermöglichen.

Dass die Angebote angenommen werden, zeigt ausgerechnet eine Augsburger Grundschule besonders eindrucksvoll: Die Lese-Insel der Grundschule Kriegshaber kam 2024 auf 7.407 Ausleihen und belegte damit bundesweit den ersten Platz. Auch drei weitere Augsburger Schulbibliotheken schafften es unter die besten 20: die Fröbel-Grundschule auf Platz vier sowie die Westpark- und Blériot-Grundschule auf den Plätzen 16 und 17.

Unterstützt werden die Lese-Inseln unter anderem von der Stadtbücherei, Ehrenamtlichen und den Freunden der Stadtbücherei Augsburg. Daneben gibt es mit dem NetzwerkLESEN einen Verbund Augsburger Schulen zur Leseförderung.

Neue PISA-Ergebnisse beunruhigen Bildungsstiftung

Für Dr. Jörg F. Maas, Hauptgeschäftsführer der Stiftung Lesen, sind die neuen PISA-Ergebnisse ein Alarmsignal. „Wir müssen uns klar machen: Hinter dem Drittel stehen echte junge Menschen, die voraussichtlich ihr ganzes Leben lang mit den Folgen fehlender Lesekompetenz kämpfen werden“, sagt Maas. Die Auswirkungen beträfen nicht nur die Schule, sondern später auch Ausbildung und Alltag oder die Fähigkeit, Falschnachrichten in sozialen Medien einzuordnen.

Die Stiftung Lesen fordert deshalb, deutlich früher anzusetzen: mit Sprachförderung und Vorleseaktionen in Kitas, mehr Lesezeit in Grundschulen und einer stärkeren Unterstützung von Familien. Maas plädiert dafür, Kindern zehn Minuten am Tag vorzulesen. Das sollte im Familienalltag so selbstverständlich sein wie das tägliche Zähneputzen.

Die PISA-Zahlen zeichnen damit ein düsteres Bild. Die Augsburger Lese-Inseln liefern zumindest einen positiven Gegenpunkt: Wo Bücher für Kinder leicht erreichbar sind und Lesen einen eigenen Platz bekommt, werden die Angebote auch genutzt.

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