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Wer gelbliche Fettablagerungen an den Augenlidern hat, sollte sie womöglich nicht nur als kosmetisches Problem sehen. Menschen mit sogenannten Xanthelasmen hatten in einer großen US-Analyse häufiger Herzinfarkte, Schlaganfälle und transitorische ischämische Attacken (TIA), also vorübergehende Durchblutungsstörungen im Gehirn.

Für die Untersuchung werteten Forscher Daten aus dem internationalen Gesundheitsnetzwerk TriNetX aus. Sie glichen vergleichbare Merkmale ab und stellten 17.770 Erwachsene mit Xanthelasmen ebenso vielen Personen ohne die auffälligen Hautveränderungen gegenüber. Menschen, die bereits einen Herzinfarkt, Schlaganfall oder kurzzeitige Durchblutungsstörungen (TIA) erlitten hatten, wurden ausgeschlossen.

Deutlich höhere Krankheitsraten

Die größten Unterschiede zeigten sich im ersten Jahr der Beobachtung. Einen Herzinfarkt erlitt 1 Prozent der Menschen mit Xanthelasmen. In der Vergleichsgruppe waren es 0,35 Prozent. Bei Schlaganfällen lagen die Werte bei 0,95 gegenüber 0,30 Prozent, bei Durchblutungsstörungen bei 0,60 gegenüber 0,19 Prozent.

Auch langfristig blieb der Abstand bestehen. Nach zehn Jahren hatten 3,13 Prozent der Betroffenen einen Herzinfarkt erlitten. In der Kontrollgruppe lag der Anteil bei 1,73 Prozent. Bei Schlaganfällen lagen die Werte bei drei Prozent gegenüber 1,53 Prozent. Durchblutungsstörungen traten bei 2 Prozent der Menschen mit Xanthelasmen auf, verglichen mit 1,13 Prozent in der Vergleichsgruppe. Selbst wenn die Forscher bekannte Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Diabetes, Übergewicht, Rauchen und erhöhte Blutfettwerte herausrechneten, blieb der Zusammenhang bestehen. Bei der Gesamtsterblichkeit zeigte sich dagegen kein Unterschied zwischen Menschen mit und ohne Xanthelasmen.

Xanthelasmen entstehen, wenn sich fettreiche Zellen in der Haut der Augenlider ansammeln.

Grenzen der Untersuchung

Die Analyse basiert auf elektronischen Patientenakten. Fehler oder Lücken bei Diagnosen lassen sich deshalb nicht ausschließen. Zudem fehlten Angaben zu einigen Blutfettwerten, zum sozioökonomischen Status sowie zur Einnahme cholesterinsenkender Medikamente. Die Studie zeigt damit einen Zusammenhang, kann aber nicht belegen, dass Xanthelasmen die Ursache für Herzinfarkt, Schlaganfall oder Durchblutungsstörungen sind.