
AUDIO: Nachrichten 11:00 Uhr – 08.09.2026 (4 Min)
Stand: 08.09.2026 11:53 Uhr
Viele Busse der kommunalen Verkehrsunternehmen in Kiel, Lübeck, Flensburg, Neumünster und im Kreis Plön (VKP) fahren heute und morgen nicht. Die Gewerkschaft ver.di hatte zum Warnstreik aufgerufen.
Die Beschäftigten der öffentlichen Busunternehmen in Kiel (KVG), Lübeck (Stadtverkehr Lübeck), Flensburg (Aktivbus) und Neumünster (SWN) sowie die Verkehrsbetriebe Kreis Plön GmbH (VKP) legen bis einschließlich morgen die Arbeit nieder. Zu dem Warnstreik hatte die Gewerkschaft ver.di aufgerufen – um nach eigenen Angaben den Druck auf die Arbeitgeberseite zu erhöhen.
Hintergrund ist die zweite Verhandlungsrunde für die Beschäftigten des kommunalen Nahverkehrs in Schleswig-Holstein. Vergangene Woche kam dabei keine Einigung zustande. Ver.di bezeichnete das Angebot der Arbeitgeber als „unakzeptabel“ – und die Tarifverhandlungen als „nicht zielführend“. Der Arbeitgeberverband kann das nach eigenen Angaben nicht nachvollziehen: Das Angebot sei ein „sehr großzügiger Kompromiss.“
Kiel: Diese Alternativen gibt es für KVG-Nutzer
Die Autokraft ist von dem Streik nicht betroffen – für sie gilt ein anderer Tarifvertrag. Die Busse zwischen Kiel und etwa Dänischenhagen, Felde, Flintbek, Gettorf, Klein Königsförde, Nortorf und Strande (alle Kreis Rendsburg-Eckernförde) fahren und halten auch im Kieler Stadtgebiet. Die Busse fahren allerdings deutlich seltener als Stadtbusse.
Auch die Schiffe der SFK über die Kieler Förde etwa Richtung Laboe (Kreis Plön) fahren heute ganz normal – genauso die Regionalzüge, die zum Teil auch im Stadtgebiet halten.
Lübeck: Priwallfähre auch bestreikt, LVG-Busse fahren
In Lübeck wird der Nahverkehrsteil der Stadtwerke Lübeck bestreikt – dazu gehört die Priwallfähre. Laut Stadtwerken ist auch die Norderfähre betroffen. Fußgänger und Radfahrer können die Hauptfähre zur vollen Stunde nutzen. Die Busse der Lübeck-Travemünder Verkehrsgesellschaft sollen fahren – das Unternehmen betreibt die Linien 30, 31, 33, 34, 35, 38, 40 und 50.
Flensburg: Sonderfahrplan auf sieben Linien
In Flensburg betreibt das Unternehmen AktivBus den Stadtverkehr. Auch dieses wird bestreikt – auf sieben Linien bietet das Unternehmen einen „stark reduzierten“ Sonderfahrplan an.
VKP: Kein Busstreik bei Subunternehmen im
Die Verkehrsbetriebe Kreis Plön selbst fahren am Dienstag und Mittwoch wegen des Warnstreiks nicht mit eigenen Bussen. Einige Fahrten oder ganze Linien werden aber von Subunternehmen übernommen – sie fallen nicht unter den Tarifvertrag, der gerade neu verhandelt wird. Die VKP haben eine Liste veröffentlicht, welche Fahrten noch stattfinden.
Arbeitgeber lehnen Sonderzahlung für ver.di-Mitglieder ab
Ver.di hatte für die 1.800 Beschäftigten der kommunalen Busbetriebe 6,5 Prozent mehr Geld gefordert. Dazu soll es eine jährliche Sonderzahlung in Höhe von 650 Euro für ver.di-Mitglieder geben. Angesichts der gestiegenen Lebenshaltungskosten müssten die Beschäftigten jetzt für die Leistungen der vergangenen Jahre belohnt werden, heißt es von der Gewerkschaft.
Das Gegenangebot der Arbeitgeber: eine stückweise Erhöhung der Gehälter um insgesamt 4,4 Prozent. Damit berücksichtige man das ver.di-Argument der gestiegenen Lebenshaltungskosten, so der Kommunale Arbeitgeberverband Schleswig-Holstein (KAV). Doch der Verband spricht sich ausdrücklich gegen eine Sonderzahlung aus, die nur Gewerkschaftsmitglieder erhalten: „Sie wäre mit unseren Satzungsregelungen nicht vereinbar und damit rechtlich unzulässig“, teilt der KAV mit. Dessen Devise laute: „Gleiches Geld für gleiche Arbeit.“
Arbeitgeberverband: Ver.di-Schwerpunkt liegt auf Arbeitskampf
Auf Nachfrage von NDR Schleswig-Holstein erklärt KAV-Geschäftsführer Jan Jacobsen, man habe das Gefühl, dass der Schwerpunkt bei ver.di inzwischen auf der Durchführung des Arbeitskampfes liege – nicht aber darauf, die Verhandlungen weiterzuführen.
Die Tarifverhandlungen dauern seit August an. Laut KAV sollen sie am 22. September fortgesetzt werden.

Die Beschäftigten in den kreisfreien Städten bekommen unter anderem mehr Geld. Der Durchbruch gelang in der vierten Verhandlungsrunde.

In Kiel, Lübeck, Flensburg und Neumünster ist am Freitag bei den kommunalen Busunternehmen gestreikt worden – bei den VHH sogar 48 Stunden lang.