Es ist ein starkes Bündnis, das sich da in Braunschweig zusammengefunden hat: Die drei Krankenhäuser in der niedersächsischen Stadt wollen künftig enger kooperieren und haben dafür die Initiative „Gesundheitsregion Braunschweig 2035“ gestartet. Gemeinsam wollen das Städtische Klinikum (skbs), das Krankenhaus Marienstift und das Herzogin Elisabeth Hospital (HEH) die Transformation des Gesundheitswesens aktiv gestalten, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung der Kliniken und der Stadt Braunschweig.
Ihre Initiative sei als Reaktion auf die Krankenhausreform, neue Anforderungen an Qualität und Leistungsgruppen, die Reform der Notfallversorgung, den zunehmenden Fachkräftemangel sowie die verschärften wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zu sehen, betonten die Geschäftsführer der drei Häuser bei der Vorstellung mit Oberbürgermeister Dr. Thorsten Kornblum. Es gelte, die anstehenden Veränderungen frühzeitig und partnerschaftlich zu entwickeln, anstatt erst auf politische oder regulatorische Entscheidungen reagieren zu müssen.
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Im Rahmen der Zusammenarbeit sollen die jeweiligen Stärken weiterentwickelt werden, denn darauf baue die Gesundheitsregion auf, heißt es in der Mitteilung. Jedes Krankenhaus übernehme auch künftig eine eigenständige und unverzichtbare Rolle innerhalb der Versorgung. „Für diese wichtige Zukunftsaufgabe steht die Stadt hinter den drei Krankenhäusern“, betont der Oberbürgermeister. Die konkrete Ausgestaltung einzelner Maßnahmen werde in den kommenden Monaten mit dem Niedersächsischen Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Gleichstellung sowie den zuständigen Gremien weiterentwickelt.
Die Kooperation umfasst unter anderem
- die Weiterentwicklung regionaler Versorgungsstrukturen,
- die Stärkung sektorenübergreifender Versorgungsangebote,
- gemeinsame digitale und telemedizinische Lösungen,
- abgestimmte Patientenpfade und Versorgungsprozesse,
- gemeinsame Aus-, Fort- und Weiterbildung sowie
- die gemeinsame Nutzung der Möglichkeiten des Krankenhaustransformationsfonds und weiterer Förderprogramme.
Klare Aufgaben für jedes Haus
Ihre grundsätzlichen Rollen haben die drei Häuser klar formuliert: Das Krankenhaus Marienstift etwa soll sein Profil für die breit aufgestellte, wohnortnahe medizinische Versorgung weiterentwickeln und insbesondere die Akut- und Notfallversorgung ausbauen. „Die gemeinsame Initiative gibt uns die Möglichkeit, unser medizinisches Profil zukunftsfähig auszurichten“, sagt KHM-Geschäftsführer Dr. Jan Wolff.
Das Herzogin Elisabeth Hospital positioniere sich als hochspezialisierte Klinik mit Stärke in der elektiven Versorgung und prüfe derzeit die Chancen und Risiken einer künftigen Positionierung als reines Fachkrankenhaus, so die geschäftsführende Vorständin Bianca Wessels. Schwerpunkte seien Endoprothetik, Wirbelsäulenchirurgie, Endokrine Chirurgie und Adipositasmedizin sowie spezialisierte Geriatrie. Zudem werde ambulantes und hybrides Operieren ausgebaut.
Das Städtische Klinikum Braunschweig schließlich soll sich als regionaler Maximalversorger mit besonderer Expertise in der Versorgung hochkomplexer medizinischer Krankheitsbilder weiterentwickeln, so der kaufmännische Geschäftsführer Jan-Olaf Klok. Darüber hinaus nehme das Klinikum auch eine koordinierende Funktion in der Klinikversorgung für die gesamte Region wahr.
Stadt Braunschweig/koj

