Die Polizei hat bereits in der vorigen Woche zwei Männer festgenommen, die in München gefälschte Rezepte einlösen wollten: In acht Fällen hatte das offenbar bereits geklappt, beim neunten Versuch wurden sie in einer Apotheke in Trudering geschnappt. Es handelte sich um einen 33-Jährigen aus Moldau sowie einen 42-Jährigen aus Lettland. Gegen den Jüngeren wurde Haftbefehl erlassen; der Ältere, der mutmaßlich als Fahrer diente, ist wieder auf freiem Fuß.
Wie die Polizei am Dienstag mitteilte, haben die seit Längerem im ganzen Bundesgebiet tätigen Rezeptfälscher offensichtlich sowohl ihr Vorgehen als auch ihre Medikamenten-Bestellungen angepasst. Bislang kündigten sie die Abholung der in aller Regel hochpreisigen Mittel telefonisch in Apotheken an. Diesmal kam einer der Gauner persönlich mit einem gefälschten Rezept vorbei und vereinbarte einen Termin zur Abholung. Bei der Gelegenheit wurde er samt seinem Komplizen festgenommen. Eine Mitarbeiterin hatte die Fälschung erkannt und die Polizei verständigt.
In der Unterkunft der beiden Männer fanden die Ermittler acht Packungen des Antiallergikums Ragwizax, jede einzelne mehr als tausend Euro teuer. In einem Online-Shop ist der Apothekenverkaufspreis (AVP) mit 1043,90 Euro gelistet, bei zehn Euro eigener Zuzahlung. Eine ordentliche Marge für die Männer.
Bislang hatten die Rezeptfälscher vor allem Abnehmspritzen und Krebsmedikamente nachgefragt, die dann in erster Linie nach Russland vertrieben wurden.