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Moskau – Jetzt versucht Wladimir Putin (73) plötzlich, Europa zu beruhigen. Russlands Machthaber hat US-Präsident Donald Trump (80) in einem Telefonat versichert, dass Moskau keine aggressiven Absichten gegenüber Europa habe. Das teilte Putins außenpolitischer Berater Juri Uschakow (79) am Dienstag mit. Demnach sei angesichts der Diskussion über angebliche feindliche Absichten Russlands gegenüber europäischen Staaten betont worden, dass Moskau „keine aggressiven Pläne gegenüber Europa“ habe, berichtet die Nachrichtenagentur AP.
Putin über seine Kriegsziele
Brisant: Im selben Telefonat sprach Putin offenbar auch über seine weiteren Kriegspläne in der Ukraine. Er habe Trump über die Lage an der Front sowie Russlands Pläne informiert, weitere Geländegewinne zu erzielen und seine militärischen Ziele zu erreichen, sagte Uschakow.
Und der Kreml gibt sich siegessicher. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow (58) erklärte am Dienstag, Russland sei von seinem militärischen Potenzial „sehr überzeugt“. Ein Moskauer Regierungsvertreter sagte laut AP sogar, der „Sieg ist sehr nah“.
Dabei zeichnet sich an der Front ein anderes Bild: Ukrainische und westliche Beobachter sehen derzeit keine bedeutenden russischen Fortschritte. Das Institute for the Study of War (ISW) schätzt, dass Russland beim derzeitigen Vormarschtempo die noch nicht besetzten Teile der Region Donezk erst 2032 einnehmen würde – falls dies überhaupt gelingt.

Kreml-Machthaber Wladimir Putin (73, l.) und US-Präsident Donald Trump (80)
Foto: Mikhail Metzel/Pool Sputnik Kremlin/AP/dpa
Neue Diplomatie-Offensive der USA
Putins Aussagen fallen mitten in eine neue diplomatische Offensive der USA. Trumps Unterhändler Jared Kushner (45) und Steve Witkoff (69) reisten am Wochenende zunächst zu Gesprächen mit Putin nach Moskau und anschließend weiter nach Kiew, wo sie den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj (48) trafen. Einen Durchbruch brachten die Gespräche bislang offenbar nicht. Selenskyj sagte am Dienstag allerdings, die US-Unterhändler hätten einige „sehr gute, lohnenswerte Ideen“ für ein Ende des Krieges präsentiert. Details dazu wollte er noch nicht nennen.
Der ukrainische Präsident hofft nun auf ein Treffen mit Trump um den 20. September – rund um die UN-Generalversammlung in New York. Zudem könnten nach seinen Angaben noch im Herbst Delegationen der Ukraine, Russlands und der USA zu neuen Gesprächen zusammenkommen.
Auch der Kreml äußerte sich positiv über die Gespräche mit Kushner und Witkoff in Moskau. Gleichzeitig ließ Putin gegenüber Trump keinen Zweifel, dass Russland seine militärischen Ziele weiterverfolge. Wer also soll ihm sein Europa-Versprechen glauben?