Beschäftige der Leipziger Messe GmbH und deren Tochtergesellschaften fahren mit einem Schlauchboot und Transparent „wir streiken“ bei einem Warnstreik über den See vor der Glashalle auf dem Messegelände.

AUDIO: Rund 100 Beschäftigte der Messe Leipzig streiken für mehr Lohn: „Wir sind das wert.“ (3 Min)

Stand: 08.09.2026 16:17 Uhr

Bei der Messe Leipzig laufen derzeit Tarifverhandlungen für die rund 440 Beschäftigten. Doch die Verhandlungen stocken. Am Donnerstag steht die nächste Verhandlungsrunde an, doch bisher gibt es kein neues Angebot der Geschäftsführung.

von MDR SACHSEN

Ein Handy liegt auf einer Laptoptastatur. Das Display zeigt das Google Logo

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Auf dem Gelände der Leipziger Messe haben rund 90 Beschäftigte für mehr Lohn gestreikt. Aufgerufen dazu hat die Gewerkschaft Verdi. Marie Kober-Mandel und Rico Mücke arbeiten seit Jahren im IT-Bereich bei der Messe. „Ich bin seit über zehn Jahren im Unternehmen. Ich bin der Meinung, das Unternehmen funktioniert viel über Herzblut und Engagement und das darf nicht den Mitarbeitenden zum Nachteil gereichen“, sagte Rico Mücke. Und Marie-Kober-Mandel ergänzte: „Wir leisten hier viel. Und da sind wir schon der Meinung, dass wir das wert sind.“

Wir leisten hier viel. Und da sind wir schon der Meinung, dass wir das wert sind.

Marie-Kober-Mandel | Beschäfte bei der Leipziger Messe

Beschäftige der Leipziger Messe GmbH und deren Tochtergesellschaften nehmen an einem Warnstreik am See vor der Glashalle auf dem Messegelände teil.

Beschäftigte der Messe Leipzig haben am Dienstag für einen höheren Lohn und eine Reduzierung der Wochenarbeitszeit gestreikt.

Arbeitgeber findet Forderungen überzogen

Verdi fordert für die Messe-Beschäftigten 350 Euro mehr im Monat – rückwirkend zum 1. Juli bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Dazu unter anderem neue Eingruppierungen, drei bezahlte Gesundheitstage pro Jahr und eine Reduzierung der Wochenarbeitszeit auf 38 Stunden. Messe-Geschäftsführer Markus Geisenberger hält das für völlig überzogen. „Das sind sehr hohe Gesamtforderungen. 13 Prozent bei einer Laufzeit von zwölf Monaten passen nicht in die wirtschaftliche Situation der Leipziger Messe.“

Das sind sehr hohe Gesamtforderungen. 13 Prozent bei einer Laufzeit von zwölf Monaten passen nicht in die wirtschaftliche Situation der Leipziger Messe.

Markus Geisenberger | Geschäftsführer der Leipziger Messe GmbH

Gewerkschaft: Angebot viel zu niedrig

Das Gesamtpaket der Geschäftsführung liegt inklusive einer Einmalzahlung bei 5,4 Prozent – beginnend zum 1. April nächsten Jahres bei einer Laufzeit von 24 Monaten. Das wären im ersten Jahr je nach Entgeltgruppe 60 bis 100 Euro mehr pro Monat. „Wir sehen das als einigungsfähiges Angebot. Wir sind sehr überrascht, dass hier ein Warnstreik ausgerufen wurde“, sagte Geisenberger.

Beschäftige der Leipziger Messe GmbH und deren Tochtergesellschaften nehmen an einem Warnstreik am See vor der Glashalle auf dem Messegelände teil.

Knapp 100 Beschäftigte waren zu dem Streik auf dem Gelände der Leipziger Messe zusammengekommen.

Verdi-Verhandlungsführer Paul Schmidt hält das Angebot der Arbeitgeber für viel zu niedrig und entgegnet: „Wir streiken, damit es endlich vorangeht. Die Geschäftsführung hat gesagt, sie will eine schnelle Tarifrunde, dann soll sie endlich ein entsprechendes Angebot vorlegen. Wir sind bereit.“ Am Donnerstag sollen die Verhandlungen fortgesetzt werden.

MDR (phb/bfr)