Filmfestchefin Malika Rabahallah und Programmleiterin Kathrin Kohlstedde stellten heute gemeinsam im Cinemaxx am Dammtor das Programm des diesjährigen Filmfests Hamburg vor. Gezeigt werden vom 24. September bis zum 3. Oktober 114 Filme aus 64 Ländern in zehn Sektionen. Eröffnet wird das Festival mit The Idiot(s) von Małgorzata Szumowska und Michał Englert, Abschlussfilm ist „Ha-Chan, Shake Your Booty!“ von Josef Kubota Wladyka.

Am 3. Oktober lädt das Filmfest erneut zum „Tag des freien Eintritts“ ein. Den Douglas Sirk Preis erhält Oscar-Preisträgerin Helen Mirren, die ihn persönlich in Empfang nehmen wird. Sie spielt aktuell die Hauptrolle der Patricia Highsmith im Film „Ein Talent fürs Morden“ in der Regie von Anton Corbijn, der zeitgleich mit „Geister“ in die deutschen Kinos kommt.

Die Sehnsucht nach Freiheit

Zu den sieben Weltpremieren beim diesjährigen Festival zählt „Kinder der Sonne“ von Leonie Krippendorff. Vier junge Menschen wagen das Experiment eines radikal freien Lebens und finden heraus, wie viel Freiheit eine Gemeinschaft aushält. Es spielen unter anderem Lena Urzendowsky und Jella Haase. Auch „Die andere Seite“ von Mariko Moinoguchi feiert seine Weltpremiere in Hamburg. Nina Hoss spielt hier eindrucksvoll eine aus der Gesellschaft ausgeschlossene Ärztin, die in die Einsamkeit der Berge und schließlich in ein anderes Leben aufbricht. Für den Dokumentarfilm „Gabin“ hat Maxence Voiseuyx den jungen Gabin zehn Jahre begleitet. Eigentlich soll er die Metzgerei seiner Familie übernehmen, liebt aber Tiere und träumt von einem anderen Leben.

Um politische Freiheit geht es im Film „Rehearsals for a Revolution – Fragmente der Freiheit“ von Pegah Ahangarani. Die iranische Regisseurin und Schauspielerin, die seit 2021 im Exil lebt, zeichnet ein Panorama der jüngsten vier Jahrzehnte in ihrem Heimatland, in denen immer wieder die Hoffnung auf Freiheit aufkeimt. Der Film „Biermann“, in dem Jens Meurer den Liedermacher und Dissidenten Wolf Biermann porträtiert, zeichnet bei seiner Weltpremiere in Hamburg mit historischen Aufnahmen ein Leben zwischen Widerstand und Exil im eigenen Land. Freiheit ist eines der drei Themen, die in mehreren Filmen des Filmfests aufgegriffen werden. Die beiden anderen sind Verbundenheit und Neuanfang.

Deutschlandpremieren und Oscarkandidaten

Die Weltpremiere „Call me Queen“ von Emily Atef beschreibt die Freundschaft zwischen einer alleinerziehenden Mutter und einer irischen Journalistin im Nairobi der 1990er Jahre. Der Film „Frank und Louis“ erzählt von zwei Männern, die sich in einem US-amerikanischen Gefängnis über Fürsorge näherkommen. In „Worte der Liebe“ von Rudi Rosenberg machen sich eine Mutter und eine Tochter auf die Suche nach einem verschwundenen Vater und kommen einander auf der Reiser näher.

Neben den Weltpremieren feiern beim Filmfest in den fünf Festivalkinos auch mehrere international preisgekrönte Filme ihre Deutschlandpremiere. Darunter ist „Fjord“ von Cristian Mungio, der die Goldene Palme in Cannes gewann. Andrey Zvyagintsev kehrt mit „Minotaurus“ auf die Leinwand zurück und beschreibt in seinem Thriller Macht, Korruption und das heutige Russland. Er bekam in Cannes den Großen Preis der Jury. Daneben sind viele Filme renommierter Regisseurinnen und Regisseure zu Gast, darunter einige Kandidaten für das aktuelle Rennen um die Oscars, die Mitte März 2027 in Los Angeles verliehen werden.

„Tag des freien Eintritts“ am 3. Oktober

Insgesamt laufen beim Filmfest Hamburg in diesem Jahr 21 Produktionen, die von der Moin-Filmförderung in Hamburg gefördert wurden. Daruinter Fatih Akins poetisches Drama „Geister“, Doris Dörries in Hamburg gedrehte Tragikomödie „Frau Winkler verlässt das Haus“ sowie „Sternbrücke Forever“, der neue Dokumentarfilm von „Manche hatten Krokodile“-Regisseur Christian Hornung.

Zum dritten Mal lädt das Filmfest Hamburg zum „Tag des freien Eintritts“ ein. Am 3. Oktober, dem letzten Festivaltag, sind 37 Filme zu sehen. Die Vorstellungen in den Festivalkinos und neun weiteren teilnehmenden „Filmfest ums Eck“-Kinos sind kostenfrei. Pro Person können online vorab bis zu fünf Karten gebucht werden; weitere Kontingente werden nach und nach freigeschaltet. Der Vorverkauf für das Filmfest startet am 10. September.

Binnenalster Filmfest – kostenlos Open Air

Bereits vor dem Filmfest-Start läuft vom 10. bis zum 13. September das kostenlose Open Air Festival „Binnenalster Filmfest“ bei dem die Zuschauer sich am Jungfernstieg versammeln. Im Programm sind diesmal der preisgekrönte Animationsfilm „Flow“ (10. September) sowie die Klassiker „Notting Hill“ (11. September), „Fuck you Göthe“ (12. September) und „Little Miss Sunshine“ am 13. September. Filmstart an der Binnenalster ist jeweils um 20.15 Uhr.

Das volle Programm unter: www.filmfesthamburg.de