Die Torschützen Kylian Mbappe und Federico Valverde jubeln gemeinsam

Stand: 08.09.2026 • 23:53 Uhr

In einem Offensivspektakel hat Real Madrid zum Auftakt der Champions League Effizienz bewiesen und Inter Mailand mit 2:1 (2:0) geschlagen. Inter hatte mehr Ballbesitz, doch eine Reihe von Fehlern bestraften die „Königlichen“ eiskalt.

Beim Heimsieg im Estadio Santiago Bernabeu brachte Kylian Mbappé Madrid in Führung (14. Minute). Federico Valverde nutzte einen kapitalen Bock von Torwart Josep Martínez und spitzelte den Ball zum 2:0 ins Tor (23.). Inter gab nie auf, doch der Anschlusstreffer von Carlos Augusto kam zu spät (77.)

Keine Zeit zum Nachdenken, Inter stürmt los

Vor der Partie war José Mourinho um Besonnenheit bemüht: „Ich will gewinnen, und es wird keine Zeit geben, über Dinge nachzudenken, die mit einer schönen Vergangenheit zu tun haben“, sagte er auf der Pressekonferenz. Er wolle weder daran denken, dass er vor 16 Jahren als Trainer von Inter im Bernabéu beim Sieg gegen Bayern München Geschichte schrieb und den Henkelpott in die Höhe stemmte, noch daran, dass ihm mit Inter-Trainer Chivu nun sein ehemaliger Spieler gegenüberstehen würde.

The Special One – Jose Mourinho reckt 2010 mit Inter den CL-Pokal in die Höhe

Und viel Zeit zum Nachdenken sollte nicht bleiben: Inter begann stürmisch, mit kontrollierten Angriffen. Gezielt überlagerten es die Außen, vor allem die rechte Seite mit dem pfeilschnellen Andy Diouf. Nach einer Passstafette und einem misslungenen Klärungsversuch im Strafraum von Trent Alexander-Arnold kam irgendwie Marcus Thuram an den Ball. Seinen strammen Schuss aus sieben Metern parierte Thibaut Courtois stark (4.). Die Ungeschlagenserie von 15 Spielen und der Last-Minute-Sieg gegen Napoli im jüngsten Ligaspiel der Serie A waren den „Nerazzurri“ sichtlich anzumerken.

Real wartet auf Fehler, Mbappé und Valverde schlagen zu

Real hingegen begann verhalten. Die erste eigene Chance gab es erst nach einem kapitalen Ballverlust von Yann Bisseck – und was für eine: Nach einem kurzen Steckpass vor dem Strafraum Inters kam Mbappé frei zum Schuss und bugsierte das Leder im Fallen unter den Beinen von Josep Martínez zum 1:0 ins Tor (14.).

Inter rannte weiter an, doch es waren nicht die Offensivaktionen, sondern die eigenen Fehler, die das Spiel zunehmend prägten: In Minute 23 passte Benjamin Pavard zurück zu Torwart Martínez. Der wähnte sich in Sicherheit und versuchte sich trotz des heranstürmenden Federico Valverde an einem Hackentrick. Doch Valverde war da und spitzelte den Ball durch die Beine von Martínez ins Tor.

Kapitaler Bock: Valverde klaut Martínez den Ball

Inter versuchte sich unermüdlich offensiv, doch wurde nicht zwingend. Real hingegen wurde seinem Ruf als eine der besten Umschaltmannschaften der Welt gerecht: Nach einem Ballverlust der Schwarz-Blauen im Mittelfeld spielte Brahim Diaz steil auf Mbappé, der in den Strafraum eindrang. Bisseck ging mit einer Grätsche von hinten ins volle Risiko und konnte den Ball gerade so wegspitzeln (27.).

Chancen bis zum Halbzeitpfiff

Es entwickelte sich nun das Offensivspektakel, das die Expected Goals von Real und Inter aus den vergangenen Ligaspielen mit im Schnitt knapp 3 xG erwarten ließen. Nach Ablage von Thuram kam Curtis Jones an den Ball. Er drehte sich um die eigene Achse und knallte den Ball aus 14 Metern gegen das linke Lattenkreuz (36.).

Doch trotz des Versuchs, den Spielaufbau kontrolliert zu gestalten, verteilte Inter weiterhin mehr Einladungen als ein Reiseveranstalter am Last-Minute-Schalter: Kurz vor dem Pausenpfiff spielte Pavard einen Katastrophenpass in die Füße von Cucurella, der Mbappé auf die Reise schickte. Bei seinem Schuss aus neun Metern zeigte Martínez eine Glanzparade, und auch die Nachschüsse von Bellingham und Díaz kamen nicht an Torwart und Pfosten vorbei (45+2.).

Bellingham verpasst die Entscheidung

Die zweite Hälfte begann als Spiegelbild der ersten Halbzeit. Inter begann mutig, aber ohne die finale Konsequenz: Nach einem Steckpass kam Jones aus spitzem Winkel zum Schuss – seinen wenig platzierten Schuss konnte Courtois aber entschärfen (51.). Wenig später konnte Lautaro Martínez den traumhaften Chippass von Hakan Çalhanoğlu nicht richtig unter Kontrolle bringen (55.).

Und wieder war es Real, das die 100-prozentigen Chancen kreierte: Nach einem Solo von Brahim Díaz im Strafraum der „Nerazzurri“ spielte er einen perfekten Chip auf den freistehenden Bellingham. Doch statt frei einzuköpfen, ließ er sich bei einer Annahme zu lange Zeit und nahm den Fuß. Martínez war gerade so mit einer Glanzparade zur Stelle (58.).

Martínez betreibt Fehlerkorrektur, Inters Treffer kommt zu spät

Trotz zahlreicher Chancen verpasste es Real in der Folge, das Spiel zu entscheiden. Martínez glänzte weiterhin, wie gegen Mbappés Schuss aus zwölf Metern nach erneutem Ballgewinn (67.). Kurz danach wollte Brahim Díaz es zu genau machen (69.).

Jetzt konnte erstmals Inter die Nachlässigkeit Reals bestrafen. Nach einer steilen Hereingabe von Lautaro Martínez war Carlos Augusto einen Schritt schneller als Ibrahima Konaté und ließ Courtois aus neun Metern keine Chance (77.). Nach dem 2:1 warf Inter alles nach vorne, doch zu spät. Als Henrich Mchitarjan in der 89. Minute aus halblinker Position abzog, fischte Courtois den leicht abgefälschten Ball aus dem Winkel. So blieb es beim 2:1 in einem Spiel, in dem auch ein Unentschieden gerecht gewesen wäre.

Und Mourinho? Der durfte sich nach dem Spiel wieder an seinen Final-Erfolg von vor 16 Jahren erinnern. Denn heute wie früher hatte es sein Team geschafft, trotz weniger Ballbesitz (41 Prozent) und weniger Schüssen (9 zu 15) als eiskalter Sieger aus der Partie hervorzugehen.

Real gegen Roma, Inter empfängt Brügge

Am zweiten Spieltag der Champions League gibt es für Mourinho am 14. Oktober direkt die nächste Reise in die Vergangenheit: Real Madrid empfängt die AS Roma (21.00 Uhr), die Mourinho von 2021 bis 2024 betreute. Inter empfängt am Dienstag, den 13. Oktober, den Club Brügge (21.00 Uhr).