Rechtsextreme Schmierereien haben am Wochenende an zahlreichen Orten in Gelsenkirchen für Entsetzen gesorgt. Unbekannte hinterließen ihre Botschaften an einer Moschee, am Musiktheater im Revier sowie an Häuserwänden. Auch mehrere Bushaltestellen waren betroffen.
Insgesamt registrierte die Polizei rund ein Dutzend Tatorte in Gelsenkirchen. Wegen der eindeutigen Symbolik übernahm der Staatsschutz sämtliche Ermittlungen. Nun äußerte sich auch Gelsenkirchens Oberbürgermeisterin Andrea Henze zu den rechten Parolen.
📌 Das ist Gelsenkirchens Oberbürgermeisterin Andrea Henze
- Oberbürgermeisterin: Andrea Henze ist seit dem 1. November 2025 Oberbürgermeisterin von Gelsenkirchen.
- Deutlicher Wahlsieg: Bei der Stichwahl im September 2025 setzte sich die SPD-Politikerin mit knapp 67 Prozent gegen AfD-Kandidat Norbert Emmerich durch.
- Gebürtige Dessauerin: Henze wurde am 3. Dezember 1975 in Dessau geboren und wuchs in der damaligen DDR auf.
- Viel Verwaltungserfahrung: Vor ihrem OB-Amt arbeitete sie unter anderem in Dessau-Roßlau, Hagen, Duisburg und Bochum. In Gelsenkirchen war sie seit 2022 Beigeordnete für Arbeit und Soziales, Gesundheit und Verbraucherschutz.
- Politischer Schwerpunkt: Als eines ihrer zentralen Themen nennt Henze den sozialen Aufstieg und bessere Chancen für Kinder, Jugendliche und Familien, insbesondere unabhängig von schwierigen Ausgangsbedingungen.
Rechte Zeichen schockieren Gelsenkirchen
Zu den Schmierereien zählen sogenannte „White Power“-Zeichen. Sie verbreiten die rassistische Vorstellung, eine angeblich weiße Rasse stehe über anderen. Nach übereinstimmender wissenschaftlicher Auffassung existieren jedoch keine unterschiedlichen Rassen beim Menschen.
Mehrfach entdeckten Zeugen außerdem den Zahlencode „1161“. Er steht für „anti-antifaschistische Aktion“. Vor allem rechtsradikale und rechtsextreme Akteure verwenden diese Zahlenfolge. Auch an einer Moschee in Gelsenkirchen hinterließen die Täter eine feindselige Botschaft.
Andrea Henze mit Kampfansage
Der islamfeindliche Schriftzug prangte an der Moschee an der Kesselstraße. Damit traf der nächtliche Vandalismus nicht nur öffentliche Einrichtungen und Wohnhäuser. Er richtete sich auch gezielt gegen einen religiösen Ort in Gelsenkirchen.
Oberbürgermeisterin Andrea Henze äußerte sich nun zu den Vorfällen und machte eine klare Ansage: „Diese Taten machen mich fassungslos. In Gelsenkirchen leben Menschen unterschiedlicher Herkunft und unterschiedlichen Glaubens seit Generationen gut zusammen. Das macht uns als Stadt aus, und das ist auch nicht verhandelbar. Und wer unsere Stadt zu spalten versucht, hat mich zum Gegner.“
Die Ermittler prüfen nun, ob hinter allen Taten dieselbe Gruppe steckt. Dafür sprechen nach Einschätzung der Polizei die starken Ähnlichkeiten zwischen den verwendeten Zeichen. Hinweise auf den oder die Verantwortlichen liegen bislang nicht vor.
Zwar tauchen in Gelsenkirchen immer wieder vereinzelt rechtsextreme Symbole auf. Die große Zahl der aktuellen Fälle hebt sich davon jedoch deutlich ab. Nun soll der Staatsschutz klären, wer für die Serie verantwortlich ist.
Noch mehr News:
Auch Musiktheater betroffen
Auch das Musiktheater im Revier geriet ins Visier der Unbekannten. An mehreren Stellen fanden sich dort entsprechende Graffiti. Bereits am Wochenende meldeten sich mehrere Menschen aus Gelsenkirchen beim Theater und berichteten von den Schmierereien.
Am frühen Montagmorgen waren die rechten Zeichen bereits mit bunter Farbe übermalt. Wer dahintersteckte, ist ebenfalls nicht bekannt. Das Musiktheater möchte die betroffenen Flächen nach Angaben eines Sprechers möglichst schnell mit weißer Farbe abdecken.
Die Polizei Gelsenkirchen hofft jetzt auf Hinweise aus der Bevölkerung. Wer Beobachtungen gemacht hat oder Angaben zu möglichen Tätern machen kann, soll sich bei der Polizei melden. Der Staatsschutz führt die weiteren Ermittlungen zu sämtlichen Fällen.