Die Brauerei Park & Bellheimer mit Hauptsitz in Pirmasens und wichtigem zweiten Produktions- und Verwaltungsstandort in Bellheim (Kreis Germersheim) soll zum 1. Oktober die Marke Eichbaum der insolventen Mannheimer Traditionsbrauerei übernehmen. Das teilte Uwe Aichele, Mitgeschäftsführer bei Eichbaum, dem SWR mit. Der Gläubigerausschuss hat demnach am Dienstag zugestimmt. Das Markengeschäft übernehme dann eine 100-prozentige Tochtergesellschaft von Park & Bellheimer mit Sitz in Mannheim, so Aichele weiter. Konkret gehe es um die Hauptsorten, darunter „Ureich“. Das Bier soll zunächst übergangsweise in der Pfalz bei Park & Bellheimer nach Originalrezeptur gebraut werden.

Mitgeschäftsführer Uwe Aichele betonte nach der Entscheidung, dass diese regionale Übernahme für die Perspektive von Eichbaum sehr wichtig sei.

Die Marke Eichbaum wird weiter prägend in der Region bleiben, weil für Park & Bellheimer als neuem Markeninhaber das regionale Engagement in und um Mannheim weiter einen hohen Stellenwert besitzen wird.

Mannheimer Brauerei Eichbaum

Die Eichbaum-Brauerei in Mannheim. Zum 30. September soll die Produktion auslaufen.

Wolfgang Jung

Geplante Braustätte auf dem Eichbaum-Gelände

Langfristig ist laut Aichele eine angepasste Braustätte auf dem Eichbaum-Gelände in der Nähe des Brauhauses geplant. Unklar sei aber weiterhin, was genau mit dem bisherigen Brauerei-Gelände passiert. Auch das nahe gelegene Mannheimer Uniklinikum hatte Interesse an dem Areal bekundet.

Über die Höhe des Kaufpreises für die Marke sei Stillschweigen vereinbart worden, sagte Aichele. Wie viel Eichbaum-Bier künftig gebraut wird, stehe noch nicht fest. Denn: Bei dem Kauf handelt es sich um einen sogenannten Asset Deal ohne Rechtsnachfolge. Das heißt: Kundenverträge gehen nicht automatisch an Park & Bellheimer über.

Im Juli hatte Eichbaum die endgültige Schließung der Brauerei bekanntgegeben. Bis zur Insolvenz-Bekanntmachung waren bei Eichbaum knapp 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt.