Das US-Militär hat als Vergeltung für iranische Angriffe auf ein US-Kriegsschiff fünf iranische Rohöltanker zerstört; einer von ihnen sei versenkt worden, hieß es. Der Schlag sei erfolgt, nachdem die Revolutionsgarden in den vergangenen Tagen wiederholt ein Kriegsschiff der US-Marine mit ballistischen Raketen angegriffen hätten, teilte das zuständige Zentralkommando (CENTCOM) mit. Das US-Schiff sei dabei nicht getroffen worden. Die iranischen Tanker seien Teil eines Schattennetzwerks gewesen, das mit milliardenschweren Umsätzen die Revolutionsgarden und deren Verbündete in der Region finanziere.

Die iranische Elitestreitmacht reagierte nach eigener Darstellung umgehend mit „schweren Raketenangriffen“ auf das mit den USA verbündete Königreich Jordanien. Laut der staatlichen jordanischen Nachrichtenagentur Petra fing das dortige Militär 20 ballistische Raketen ab. Während die iranische Nachrichtenagentur Tasnim meldete, auf dem jordanischen US-Stützpunkt Al-Asrak sei beträchtlicher Schaden entstanden, erklärte ein Vertreter der Vereinigten Staaten, die Attacke sei wirkungslos gewesen; alle Soldaten seien wohlauf.

„Jedes Mal werden sie Tanker verlieren“

Zudem wollen die Revolutionsgarden zehn Schiffe beschossen haben, darunter zwei US-Schiffe und acht Öltanker. Diese hätten versucht, ein gesperrtes Gebiet in der strategisch wichtigen Straße von Hormus zu durchqueren. Aus Washington gibt es hierfür keine Bestätigung. US-Außenminister Marco Rubio gab allerdings eine Warnung an Teheran heraus: „Der Iran versucht weiterhin, Schiffe der US-Marine anzugreifen, und jedes Mal, wenn er dies tut oder versucht, wird er Tanker verlieren.“

Iran Bandar Abbas 2026 | Schiffe in der Straße von Hormus vor der iranischen KüsteDie Straße von Hormus ist durch wechselseitige Blockaden des Irans und der Vereinigten Staaten weitgehend blockiertBild: Atta Kenare/AFP

Die Straße von Hormus hat sich im Verlauf des Krieges zum zentralen Streitpunkt zwischen den USA und dem Iran entwickelt. Der Iran blockiert mit Drohungen und Angriffen auf Schiffe weitgehend den Verkehr durch die für den Transport von Öl, Erdgas und Dünger bedeutende Meerenge. Die USA reagierten ihrerseits mit einer Blockade iranischer Häfen.

Vor dem Krieg war die Seestraße für die internationale Handelsschifffahrt offen. Infolge der Blockaden und sich daraus ergebender Preissteigerungen für fossile Energieträger wie Benzin in den USA steht Präsident Donald Trump vor den Kongresswahlen im November auch innenpolitisch stark unter Druck.

jj/pgr (dpa, afp, rtr)