
AUDIO: Prozessauftakt: Ex-Partnerin betäubt, vergewaltigt und gefilmt? (1 Min)
Stand: 09.09.2026 10:21 Uhr
Am Landgericht Hannover wird ab Donnerstag ein Fall verhandelt, der an den der Französin Gisèle Pelicot erinnert: Ein 39-Jähriger soll seine frühere Partnerin betäubt, vergewaltigt und Filme davon ins Internet gestellt haben.
Die Staatsanwaltschaft wirft dem 39-Jährigen 103 Taten vor. Diese soll er in der Zeit zwischen November 2021 und März 2026 begangen haben. Er soll seine damalige Lebensgefährtin in der gemeinsamen Wohnung in Ronnenberg (Region Hannover) zunächst mit einem Schlafmittel oder Ketamin betäubt haben, so der Vorwurf. Als sie das Bewusstsein verloren habe, soll er „vielfältige sexuelle Handlungen an ihr durchgeführt“ und gefilmt haben. Die Aufnahmen soll er dann an andere Personen weitergeleitet und auf Internetplattformen hochgeladen haben.
Erinnerung an Fall von Gisèle Pelicot
Für die Verhandlung ist ein Fortsetzungstermin am Freitag, 25. September, geplant. Unklar ist, ob dann bereits ein Urteil möglich ist. Der Fall erinnert an den Missbrauchs-Prozess um die Französin Gisèle Pelicot. Ihr Ex-Ehemann wurde im Dezember 2024 zu 20 Jahren Haft verurteilt, weil er seine Frau knapp zehn Jahre lang mit Medikamenten betäubt, missbraucht und Dutzenden Fremden zur Vergewaltigung angeboten hatte. Auch 50 Mittäter wurden zumeist wegen schwerer Vergewaltigung zu Haftstrafen zwischen 3 und 15 Jahren verurteilt.

Nach dem Fall Gnarrenburg hat der NDR mit einer Juristin der Leibniz Uni Hannover über sexualisierte Gewalt gesprochen.

Der 33-jährige Angeklagte soll in Nordhorn in die Wohnung der Frau eingedrungen sein. Ihm werden mehrere Straftaten vorgeworfen.