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München – „Die Krüge hoooch!“ Doch wer mit seinem Krug noch höher hinaus will und deshalb immer wieder auf den Biertisch steigt, der findet sich schnell vor dem Zelt wieder. Denn glauben Sie nicht, dass man Sie im Zelt nicht beobachtet. Alleine im Hofbräu-Zelt sind in einer Schicht bis zu 90 Security-Mitarbeiter im Einsatz und achten darauf, dass der Spaß nicht ausartet.
BILD sagt Ihnen, was Sie bei Ihrem Besuch auf dem Oktoberfest 2026 besser lassen sollten, damit die Party nicht frühzeitig zu Ende ist.
So viele Menschen stürzen vom Biertisch
Warum der Biertisch so gefährlich ist? Dr. Ulrich Hölzenbein (55) zu BILD: „Die Fallhöhe ist höher als auf der Bierbank. Oft ist es auf dem Tisch sehr glatt. Die Folge eines Unfalls kann schnell ein Schädel-Hirn-Trauma sein. Weil im alkoholisierten Zustand auch die Schutzreflexe nicht mehr richtig funktionieren.“

Der Münchner Arzt Dr. Ulrich Hölzenbein war jahrelang Chef der Münchner Wiesnambulanz. Bekannt wurde er, weil er dem Zauberkünstler Siegfried („Siegfried & Roy“) bei einem kardiologischen Notfall in München das Leben rettete
Foto: Hannes Kohlmaier
Hölzenbein war von 2010 bis 2017 Chef der Münchner Wiesn-Ambulanz. „Die Omas hatten mit ihrem Spruch schon immer recht: Die Füße gehören nicht auf den Tisch!“ Wer daher die Warnungen des Sicherheitspersonals ignoriert, fliegt schon aus reinem Selbstschutz aus dem Zelt. Im vergangenen Jahr mussten immerhin 240 Gäste auf dem Oktoberfest nach Stürzen im Computertomografen des Innenstadtklinikums untersucht werden. Ein Patient sogar zweimal an einem Abend: Nach seiner Entlassung aus der Klinik stürzte er noch einmal – und zwar rotzbesoffen vom Fahrrad.
Foto: IMAGO/Smith; Vinzenz Murr; IMAGO/Manfred Segerer; IMAGO/CEPix; imago images/Michael Westermann; picture alliance/imageBROKER; picture alliance/Eibner-Pressefoto; picture alliance/Martin Hangen; IMAGO/STL; IMAGO/Lindenthaler; picture alliance/Wagner; picture alliance/SZ Photo; picture alliance/SvenSimon; picture alliance/Geisler-Fotopress; Eibner-Pressefoto; Stefan M. Prager; Theo Klein; SZ Photo
Das sollten Sie beim Trinken beachten
Die Wirte wollen natürlich, dass getrunken wird. Gleichzeitig wollen sie aber auch nicht, dass Betrunkene sich im Zelt übergeben. Deshalb sind Sauf-Mutproben streng verboten. Wer die Maß Bier auf Ex zischt und dabei vielleicht noch auffällig auf dem Tisch steht, fliegt schneller raus, als er ausgetrunken hat.

Der berühmte „Kotzhügel“ an der Bavaria. Wer’s mit dem Bier übertreibt, landet schnell zwischen den anderen Rauschkugeln
Foto: Markus Hannich
Darf in den Zelten geraucht werden?
Rauchen ist in allen Zelten verboten, selbst das Paffen von Vapes. Wer’s nicht lassen kann, muss auf ausgewiesene Raucherbalkone ausweichen oder kurz vors Zelt. Aber Vorsicht: Reservierungsbändchen mitnehmen! Bei Überfüllung hilft im Ernstfall weder der Spruch mit den wartenden Freunden noch das bestellte halbe Hendl am Tisch, um wieder hineinzukommen. Übrigens: Marihuana ist auf der gesamten Theresienwiese verboten!

Die Polizei registrierte im vergangenen Jahr auf der Wiesn mehr Sexualstraftaten und Alkoholdelikte
Foto: picture alliance/dpa
Und etwa 100 Konsumenten wurden 2025 dort sogar beim Koksen erwischt. Aber nicht jedes weiße Pulver, das auf der Wiesn geschnupft wird, ist gleich Kokain: Das sogenannte Wiesn-Koks ist eine relativ ungefährliche Mischung aus Traubenzucker, Stärkepulver und ätherischen Ölen.
Hände an den Krug, nicht an die Bedienung
Bei vielem gilt: Was draußen verboten ist, ist auch im Zelt tabu. Da ist auch der durchaus gewünschte Konsum von Alkohol („Oans, zwoa, – gsuffa!“) keine Ausrede. Die feschen Dirndl sind kein Freifahrtschein für schlechtes Benehmen. Wer seine Hände nicht im Griff hat, sollte sie besser am Maßkrug lassen.

Diese Bedienung bahnt sich mit einer Trillerpfeife den Weg durch die Menge
Foto: picture alliance/dpa
2024 flog ein Gast (54) aus einem Zelt, weil er betrunken eine Frau (33) in den Hintern zwickte. Zudem wurde der Grapscher zu 3000 Euro Geldstrafe verurteilt. Bei sexuellen Übergriffen gilt bei Sicherheitsleuten eine Null-Toleranz-Grenze. Auch bei ihren Kolleginnen, den Kellnerinnen. Laut einer Studie der Hochschule München wurden 76 Prozent der Bedienungen schon einmal sexuell belästigt.
Die 10 Wiesn-Gebote
Damit der Besuch auf dem berühmtesten Volksfest der Welt eine schöne Erinnerung bleibt, hat die Stadt München eine Liste mit offiziellen Verhaltensregeln herausgegeben. „Sauf nicht zu viel“ oder „Pass auf, dass du hinterher nicht pleite bist“ sind überraschenderweise nicht dabei. Stattdessen aber diese:
- Du darfst kein Gepäck mitnehmen! Rucksäcke und große Taschen zu Hause lassen.
- Prüf Deine Handtasche! Erlaubt sind Volumen von höchstens 3 Litern (max. 20 cm × 15 cm × 10 cm). Der Sicherheitsdienst lässt Euch sonst draußen stehen.
- Du darfst keine Glasflasche bei Dir haben. Selbst Wasserflaschen aus Glas sind verboten. Abwehrsprays und jede Art von Waffe natürlich auch.
- Pass auf mit Kinderwagen! An Samstagen und Feiertagen sind sie verboten, an allen anderen Tagen ab 18 Uhr.
- Komm öffentlich oder zu Fuß! Fahrräder, Roller, Skateboards dürfen nicht aufs Gelände. Übrigens: Sauffahrten mit E-Rollern vor dem Gelände nahmen 2025 um 100 Prozent zu!
- Du darfst keinen Hund mitnehmen. Das einzige Tier, das auf der Wiesn erlaubt ist, ist das Krokodil im Kasperltheater.
- Meide volle Züge! Auch die U-Bahnen 2 und 6 (Haltestellen Goetheplatz und Poccistraße) bringen Euch nah genug zum Fest.
- Alle Eingänge benutzen. Am Haupteingang an der U-Bahn Theresienwiese ist’s meist sehr voll.
- Komm am besten, wenn wenig los ist. Das ist überwiegend werktags bis 15 Uhr. Ein Gedränge-Barometer informiert im Internet.
- Akzeptier das Ende. In München ist ein Zitat von Monaco Franze längst ein Sprichwort: „Aus is und gar is, und schad is, dass’s wahr is.“ Zwischen 1.30 Uhr und 9 Uhr ist der Aufenthalt auf dem Festgelände nicht gestattet.