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Mittelklasse-SUVs gibt es inzwischen wie Sand am Meer. Fast jede Woche kommt ein neues dazu, viele verschwinden im automobilen Grundrauschen. Dass es auch anders geht, zeigt jetzt Rivian.

Das amerikanische Start-up hat sich im Windschatten von Tesla als zweiter großer Elektro-Newcomer etabliert und schiebt nach dem großen R1S und dem Pickup R1T jetzt den kleineren R2 hinterher.

Der Rivian R2 setzt auf ein eigenständiges Design statt Tesla-Kopie

Der Rivian R2 setzt auf ein eigenständiges Design statt Tesla-Kopie

Foto: Rivian

Mit 4,72 Metern Länge zielt er direkt auf das Tesla Model Y. Dabei wirkt er deutlich eigenständiger und fast so, als hätte Apple doch noch ein Auto gebaut. Für Europa ist das besonders interessant: 2028 soll der R2 auch zu uns kommen.

Bis zu 656 PS

Ganz brav ist der R2 trotzdem nicht. Rivian versteht sich als automobile Version von Patagonia oder The North Face – entsprechend abenteuerlustig fällt auch der kleine Bruder des R1 aus.

Zum Marktstart gibt es Allradantrieb, viel Bodenfreiheit, einen 147 Liter großen Frunk, eine versenkbare Heckscheibe und einen ausziehbaren Ladeboden, der gleich als Campingtisch dienen kann.

Im Innenraum treffen Echtholz, große Displays und eine weitgehend digitale Bedienung aufeinander

Im Innenraum treffen Echtholz, große Displays und eine weitgehend digitale Bedienung aufeinander

Foto: T. Geiger

Innen bleibt der R2 moderner als rustikal. Echtholz trifft auf große Displays, zwei MagSafe-Ladeflächen und eine weitgehend digitale Bedienung. Immerhin gibt es an den Sitzen noch echte Schalter und am Lenkrad zwei griffige Walzen.

Auch beim Fahrwerk macht Rivian vieles richtig. Luftfederung gibt es zwar nicht, dafür semiaktive Dämpfer. Selbst die üblen Schlaglöcher von Manhattan steckt der R2 erstaunlich gelassen weg.

Rivian R2 mit 555 Kilometern Reichweite

Zum Start kommt zunächst die Performance-Version mit zwei Elektromotoren und 656 PS. Sie soll in deutlich unter vier Sekunden auf 100 km/h sprinten und kostet in den USA 57.990 Dollar. Später folgen günstigere Varianten mit 450 PS und schließlich 350 PS mit Hinterradantrieb.

Der Akku fasst 87,9 kWh und soll je nach Version rund 530 bis 555 Kilometer Reichweite im amerikanischen Zyklus ermöglichen. Beim Laden ist der R2 dagegen weniger spektakulär: 400-Volt-Technik und gut 230 kW Schnellladeleistung sind ordentlich, aber nicht mehr Klassenbestwert. Von zehn auf 80 Prozent sollen 29 Minuten reichen.

Rivian-Technik kommt auch zu VW

Spannend ist der R2 auch deshalb, weil Volkswagen rund sechs Milliarden Dollar in Rivian investiert und mit den Amerikanern ein Software-Joint-Venture gegründet hat.

Rivian zeigt, wie aufregend ein Elektro-SUV sein kann. Der R2 bringt frischen Wind in die Mittelklasse

Rivian zeigt, wie aufregend ein Elektro-SUV sein kann. Der R2 bringt frischen Wind in die Mittelklasse

Foto: T. Geiger

Die zonale Elektronik-Architektur von Rivian soll künftig auch bei VW eine wichtige Rolle spielen. Und wenn die Software dort nur halb so gut funktioniert wie im R2, dürfen sich Kunden freuen.

Die Grafik ist schnell, Updates kommen over the air, Kameras zeigen das Auto während der Fahrt aus verschiedenen Perspektiven. Dazu bietet Rivian mit Autonomy+ ein Assistenzsystem an, das auf dem Highway bereits lange Strecken selbstständig übernehmen kann.

Mehr Pfiff als viele Konkurrenten

Dazu kommen jene kleinen Ideen, die einem Auto Charakter geben: Der Schlüssel funktioniert wie ein Karabinerhaken, in der Tür steckt eine wiederaufladbare Taschenlampe und per Knopfdruck verschwinden gleich fünf Scheiben.

Dann fühlt sich der R2 fast an wie ein Ford Bronco ohne Faltdach.