Frauen-WM in Berlin
«The sky is the limit»: Basketballerinnen gegen Belgien
09.09.2026, 12:43 Uhr
Berlin (dpa) – Nach dem souveränen Viertelfinal-Einzug bei der Heim-WM wollen Deutschlands Basketballerinnen mehr. «The sky is the limit», sagte WNBA-Spielerin Nyara Sabally mit Blick auf den weiteren Turnierverlauf in Berlin. Übersetzt: Alles ist möglich.
Doch wie stark ist die deutsche Mannschaft wirklich? Das wird sich schon an diesem Donnerstag (17.45 Uhr/ProSiben Maxx und Magentasport) gegen Belgien zeigen. Ein Sieg gegen den Mitfavoriten und Deutschland greift am Wochenende vor eigenem Publikum nach den Medaillen.
«Es wird auf jeden Fall ein Brocken», sagte Anführerin Leonie Fiebich vor dem Duell mit dem Europameister um Superstar Emma Meesseman. Bei der EM im vergangenen Jahr waren die Belgierinnen im Viertelfinale noch deutlich zu stark, setzten sich mit 24 Punkten Differenz durch. Dafür gelang der Auswahl des Deutschen Basketball Bundes zum Auftakt des olympischen Turniers 2024 in Lille ein überraschender Erfolg – 83:69 endete die Partie damals.
Team hat sich entwickelt
Doch all das ist Vergangenheit. «Wir sind ein anderes Team als im vergangenen Jahr. Wir haben ein anderes Trainerteam, einen anderen Spielstil», sagte Kapitänin Marie Gülich.
In der Tat hat sich die deutsche Mannschaft unter dem erfahrenen Bundestrainer Olaf Lange deutlich weiterentwickelt. Auf die klare Niederlage gegen Spanien zum WM-Auftakt folgten drei souveräne Siege gegen Japan, Mali und im Play-In-Spiel gegen Südkorea. Anders als noch vor ein paar Jahren ist die deutsche Mannschaft für Gegner dieser Kategorie inzwischen zu gut. Jetzt geht es darum, den nächsten Schritt in die Weltspitze zu machen.
Und da sind die routinierten Belgierinnen ein guter Gradmesser. Der Europameister marschierte mit drei Siegen durch die Gruppenphase, verfügt über eine extrem ausgeglichen besetzte Mannschaft. «Du kannst es nicht gewinnen, wenn du 30 Minuten guten Basketball spielst. Du musst 40 Minuten guten Basketball spielen», sagte Frieda Bühner.
Mehrere Topspielerinnen
Die 22-Jährige von den Portland Fire ist eine der Spielerinnen, auf die es besonders ankommen wird. Mit ihrer Unbekümmertheit und ihrem Zug zum Korb ist sie ein wichtiger Faktor im deutschen Spiel. Doch anders als in der Vergangenheit hat Deutschland inzwischen mehrere Spielerinnen auf internationalem Top-Niveau. Fiebich, Sabally, Bühner, Gülich oder Luisa Geiselsöder – sie alle können eine Partie entscheiden.
«Ich bin sehr froh, wo wir jetzt stehen», sagte Lange. «Wir sind noch nicht fertig und auf lange Sicht gesehen müssen wir uns noch in vielen Bereichen verbessern. Aber für den Moment bin ich sehr stolz auf das Team», sagte der Bundestrainer, der seit seiner Amtsübernahme bereits über die Heim-WM hinausschaut.
Wie ein Videospiel
Die EM im kommenden Jahr in Belgien, Schweden, Finnland und Litauen und besonders die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles hat Lange im Blick. Spätestens dann will er um eine Medaille mitspielen. Ob das Team schon in diesem Jahr reif dafür ist, wird die Partie gegen Belgien zeigen.
«Es ist wie in einem Videospiel. Du spielst, gewinnst und erreichst immer ein höheres Level», sagte Lange. «Das ist jetzt genauso. Gegen Japan, Mali und Südkorea mussten wir auf eine Sache beim Gegner aufpassen, gegen Belgien sind es vier oder fünf.»
Die Gastgeberinnen wollen den Heimvorteil nutzen, auch wenn die Belgierinnen ebenfalls von ein paar tausend Fans unterstützt werden. «Wir spielen zu Hause – das hilft», sagte Fiebich auf die Frage, was der Schlüssel zu einem Erfolg gegen Belgien sein könnte.
© dpa-infocom, dpa:260909-930-657988/1