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Eine neue Umfrage zeigt, wie Benzinmangel, Internetprobleme und Angriffe Russen belasten.

Benzin wird knapp, das mobile Internet streikt, Messenger funktionieren nicht: Viele Menschen in Russland bekommen die Probleme des Landes inzwischen direkt im Alltag zu spüren. Eine neue Umfrage zeigt, wie verbreitet die Einschränkungen sind – während der Krieg gegen die Ukraine zugleich immer häufiger russische Energie- und Logistikinfrastruktur erreicht.

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Dieser Artikel entstand in Kooperation mit newsinfive.de.

Benzinmangel belastet viele Russen

In den vergangenen vier Wochen hatten 68 Prozent der Befragten Probleme mit dem mobilen Internet, wie das russische Meinungsforschungsinstitut Lewada-Zentrum berichtet. 65 Prozent erlebten Benzinmangel oder geschlossene Tankstellen, 63 Prozent Schwierigkeiten mit Messengern.

Putins Russland: Der Krieg hinterlässt Spuren – eine Umfrage enthüllt das AusmaßEine neue Umfrage zeigt, wie Benzinmangel, Internetprobleme und Angriffe Russen belasten. © © IMAGO / SNA / Archivbild

Besonders deutlich fallen die Folgen beim Treibstoff aus. 55 Prozent erklärten, die Engpässe hätten ihr Leben erschwert. Für fast jeden Dritten waren die Auswirkungen sogar gravierend: 32 Prozent gaben an, Benzinmangel oder nicht funktionierende Tankstellen hätten ihren Alltag stark beeinträchtigt.

Die Engpässe fallen in eine Phase anhaltender ukrainischer Angriffe auf den russischen Energiesektor. Immer wieder werden Raffinerien und Lagerstätten attackiert. In Teilen Russlands kam es infolge der angespannten Versorgung bereits zu Rationierungen und langen Wartezeiten an Tankstellen.

Drohnenangriffe und brennende Lager prägen den Sommer

Auch der Krieg selbst taucht in den Antworten deutlich auf. Zu den wichtigsten Ereignissen des vergangenen Sommers gehörten nach Angaben des Lewada-Zentrums Drohnenangriffe auf russische Städte und Attacken auf Ölraffinerien. Ebenfalls häufig genannt wurden Angriffe auf Lager der Onlinehändler Wildberries und Ozon.

Wildberries war in den vergangenen Wochen mehrfach Ziel ukrainischer Luftangriffe. Mehrere Lagerhallen gingen dabei in Flammen auf. Damit treffen die Attacken inzwischen auch Bereiche, die unmittelbar mit dem Konsum- und Lieferalltag vieler Russen verbunden sind.

Russland schränkt den Zugang zum Internet ein

Auch die digitalen Probleme treffen einen großen Teil der Bevölkerung. Schwierigkeiten mit dem mobilen Internet erschwerten 51 Prozent der Befragten das Leben. Bei Messengern sagten dies 46 Prozent. Rund jeder Fünfte fühlte sich stark beeinträchtigt: beim mobilen Internet waren es 21 Prozent, bei Messengern 20 Prozent.

Die Störungen dürften durch die immer stärkeren Abschottung des russischen Internets verursacht worden sein. Die Behörden beschränken den Zugang zu ausländischen Diensten und sperren zunehmend auch VPN-Angebote, mit denen Nutzer solche Blockaden umgehen können. Russland trennt sein digitales Netz damit Stück für Stück stärker vom globalen Internet ab.

Gegenüber März 2026 traten die Probleme laut Lewada allerdings seltener auf. Schwierigkeiten mit dem mobilen Internet gingen um neun Prozentpunkte zurück, bei Messengern waren es elf Punkte. Beide Werte lagen damit wieder ungefähr auf dem Niveau des Vorjahres.

Über die Befragung

Das Lewada-Zentrum ist eines der wenigen unabhängigen Meinungsforschungsinstitute in Russland und arbeitet nach wissenschaftlichen Standards. Die russischen Behörden haben das Institut als „ausländischen Agenten“ eingestuft – eine Bezeichnung, die auch gegen regierungskritische Organisationen eingesetzt wird. Trotz des staatlichen Drucks veröffentlicht Lewada weiterhin regelmäßig Umfragen.

Die am 3. September veröffentlichte Erhebung lief vom 18. bis 28. August 2026. Befragt wurden 1.600 Erwachsene. Die Stichprobe ist nach Angaben des Lewada-Zentrums repräsentativ für die erwachsene Bevölkerung Russlands. Quellen: Lewada-Zentrum, nif/red.