DruckenTeilen
Uns auf Google folgen
Für eine bestimmte Gruppe Dortmunder könnte das Deutschlandticket künftig nicht mehr 63 Euro kosten. © Wilfried Wirth/Imago, Thorsten Wagner/Imago; Collage: RUHR24
Fast ein Drittel günstiger mit Bus und Bahn fahren – für Dortmunds Seniorinnen und Senioren könnte das bald Realität werden. Vielleicht.
Dortmund – Ältere Menschen in Dortmund könnten bald deutlich günstiger Bus und Bahn fahren. Den Anstoß dafür gibt der Seniorenbeirat der Stadt: Statt 63 Euro sollen Seniorinnen und Senioren ab 65 Jahren höchstens 40 Euro im Monat für das Deutschlandticket zahlen. Die Stadt würde die Differenz übernehmen. Beschlossen ist davon allerdings noch nichts.
So kam der Rabatt-Vorschlag für die Dortmunder zustande
Der Anstoß kommt vom Seniorenbeirat der Stadt Dortmund. Mit dem Wegfall des Kurzstreckentickets und einem ausgedünnten Angebot werde es für ältere Menschen immer schwerer, mobil zu bleiben, heißt es zur Begründung.
Am 9. Juli landete der Vorstoß bereits im Rat der Stadt. Dort fiel aber keine Entscheidung – der Antrag ging zurück in den Ausschuss (hier alle News zum Verkehr in Dortmund bei RUHR24 lesen).
63 Euro kostet das Deutschlandticket, 40 sollen es in Dortmund werden
Seit dem 1. Januar 2026 kostet das Deutschlandticket bundesweit 63 Euro im Monat, unabhängig vom Alter. Einen bundesweiten Seniorentarif gibt es nicht. Nach dem Dortmunder Vorschlag würde die Stadt für Menschen ab 65 einen Zuschuss zahlen, sodass der Eigenanteil bei maximal 40 Euro liegt – rund 23 Euro Ersparnis pro Person und Monat.
Das vorgeschlagene Angebot soll Seniorinnen und Senioren mobiler machen. © T.Seeliger/Imago
Warum das viele betrifft, zeigen die Zahlen aus dem Antrag: 21.000 Dortmunderinnen und Dortmunder über 65 gelten als von Altersarmut bedroht, rund 12.000 sind auf staatliche Unterstützung angewiesen. Mit 20,9 Prozent (Stand 2025) weist die Stadt eine der höchsten Armutsgefährdungsquoten in ganz NRW auf.
Andernorts in Deutschland gibt es solche Rabatte längst
Man wolle „der Isolation von älteren Menschen vorbeugen“ und die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben sichern, heißt es im Antrag. Zugleich werde der Umstieg vom eigenen Auto auf Bus und Bahn „für die ältere Generation finanziell attraktiver“. Das senke CO₂‑Emissionen und entlaste den Straßenverkehr.
Jetzt die DORTMUND24-App herunterladen und keine News aus der Stadt mehr verpassen!
Als Vorbild verweist der Seniorenbeirat auf Hamburg. Dort zahlen Menschen ab 67 Jahren seit Mai 2026 nur noch 49 Euro im Monat. Auch anderswo gibt es Modelle: In Mecklenburg-Vorpommern kostet das Ticket für Menschen ab 65 monatlich 43 Euro, im thüringischen Ilm-Kreis sogar nur 40 Euro. Einen bundesweiten Seniorentarif gibt es dagegen bislang nicht, führt DSW21 auf.
Entschieden ist all das noch nicht. Am Dienstag (15. September) berät der Ausschuss für Soziales, Arbeit und Gesundheit über den Vorstoß. Erst danach könnte der Rat der Stadt final abstimmen. Bis dahin bleibt der 40-Euro-Rabatt für Dortmunds Ältere ein Plan – kein Beschluss.