Stand: 09.09.2026 18:37 Uhr
In Hamburg-Bahrenfeld ist bei Bauarbeiten am Mittwoch eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden worden. Der betroffene Bereich mit einigen Wohnhäusern und mehreren Betrieben wurde geräumt, der Zugverkehr unterbrochen.
Die 500 Pfund schwere englische Fliegerbombe liegt direkt am Bahnhof Diebsteich – an der Schleswiger Straße. Laut Feuerwehr wurde der Blindgänger bei Bauarbeiten entdeckt. Dabei sollen die Bauarbeiter die Bombe bewegt haben – eine gefährliche Situation, denn sie hat einen chemischen Langzeitzünder. Die Feuerwehr stellt sich auf einen Einsatz bis in die späten Abendstunden ein.
Betriebe und Wohnhäuser werden geräumt

Innerhalb des roten Sperrradius müssen alle Gebäude geräumt werden. Innerhalb des gelben Warnradius sollten Fenster und Türen geschlossen bleiben. Der Bereich sollte gemieden werden.
Experten des Kampfmittelräumdienstes rückten an und bereiten nun die Entschärfung vor. Dafür wurde ein Sperrradius von 400 Metern rund um die Fundstelle eingerichtet. Mehrere Betriebe und einige Wohnhäuser mussten geräumt werden. Rund 2.500 Menschen sollen laut Feuerwehr davon betroffen sein. Im Warnbereich, der 1.000 Meter rund um den Fundort liegt, müssen sich insgesamt rund 20.000 Anwohnende in die hinteren Räume ihrer Wohnungen zurückziehen.
S-Bahnen und Regionalverkehr unterbrochen
Betroffen ist auch der Bahnverkehr. Aktuell fahren die S2, S3 und S5 nicht zwischen Altona, beziehungsweise Holstenstraße, und Eidelstedt. Ein Ersatzverkehr mit Bussen wird zwischen Pinneberg und Altona eingerichtet. Zwischen Eidelstedt und Langenfelde sollen laut Bahn besonders gekennzeichnete Taxis fahren. Auch Regionalzüge fallen wegen der gesperrten Gleise aus. Betroffen sind RB60, RB6, RB71 und Verbindungen nach Kiel und Flensburg (RE7 und RE70).
Auch Fernverkehr fährt nicht

Menschen erkundigen sich bei einem Polizisten, ob ihr Haus betroffen ist.
Der Fernverkehr wurde nach Angaben der Bundespolizei ebenfalls unterbrochen. „Es kommt zu massiven Ausfällen aus Richtung Norden“, sagte ein Sprecher. Weil die Züge aus Richtung Kiel und Dänemark nicht durchkämen, warteten bereits viele Menschen am Hamburger Hauptbahnhof.
Shuttles fahren zu Notunterkünften
Als Notunterkünfte stehen laut Polizei mehrere Gebäude zur Verfügung, für die ein Shuttleservive eingerichtet wurde. Von der Leunastraße / Ecke Ruhrstraße fährt ein Shuttle zur Schule Regerstraße 21. Von der Stresemannstraße / Ecke Ruhrstraße fährt eines zur Notunterkunft in einem Firmengebäude in der Gasstraße 12. Und von der Kaltenkirchener Straße / Ecke Augustenburger Straße verkehrt ein Shuttle zur Schule in der Max-Brauer-Allee 83-85.
Die Polizei hat auch ein Bürgertelefon unter der Nummer 115 eingerichtet. Wie lange die Entschärfung dauert, ist noch unklar.