Schreckmoment beim Deutschen Fernsehpreis. Mitten während der Aufzeichnung fuhr ein ganzer Löschzug der Kölner Feuerwehr am Confex der Koelnmesse vor. Die Feuermelder im neuen Gebäude piepten und Hektik machte sich im Foyer breit.

Die Show ging derweil im Inneren ungestört weiter. Der massiv eingesetzte Nebel bei der TV-Produktion hatte die sensiblen Geräte in Alarmbereitschaft versetzt. Nach ein paar Kontrollgängen durch das Confex konnte die Feuerwehr wieder abziehen.

Deutscher Fernsehpreis: ZDF holt sieben Trophäen bei TV-Gala in Köln

RTL hatte die Federführung, MagentaTV übernahm die Kosten für die Aftershow-Party. Bei der „Nacht der Kreativen“ am Dienstagabend gewann die ARD in sieben von elf Kategorien. Beim Deutschen Fernsehpreis am Mittwochabend (9. September 2026) jubelte dann das ZDF.

Fabian Köster konnte sich über eine Trophäe für „heute-show extra: Next Stop Köster“ feiern lassen. Unter dem Eindruck der aktuellen Wahlergebnisse musste der Comedian aber auch ernste Töne anschlagen: „Ein solches Format ist gar nicht in so vielen Ländern auf der Welt möglich. Wir müssen laut sein gegen Hass, Hetze und die Feinde der Demokratie, die so etwas abschaffen wollen!“

Und mit Blick auf einen Gast im Publikum hatte der Kölner gleich noch einen Wunsch für sein Format, in dem er sich mit Politikern in einen Aufzug einsperrt. „Wenn ich das richtig verstanden hab’, hat Hendrik Wüst für die nächste Sendung zugesagt. Für uns wär das toll, das erste Mal ein Kanzler zu Gast!“

Fabian Köster freut sich bei der Verleihung des Deutschen Fernsehpreises im Confex über die Auszeichnung.

Fabian Köster wurde für seine Spezial-Ausgabe der „heute-show“, in der er sich mit Markus Söder im Aufzug unterhielt, ausgezeichnet.

Mit der Serie „Chabos“ gewann das ZDF zudem erstmals in der Kategorie „Beste Comedy-Serie“. Die Serie um den 36-jährigen Peppi erhielt auch noch den Deutschen Förderpreis. Auch bei der besten Doku-Serie jubelten die Mainzer über die Auszeichnung von „Mesut Özil – Zu Gast bei Freunden“. Mit „Terra Xplore“ mit Dr. Leon Windscheid setzte sich ein weiteres ZDF-Format durch.

Aber auch „Gastgeber“ RTL durfte noch einen Pokal in die Höhe stemmen. Stefan Raab wurde für „Wer weiß wie wann was war?“ als beste Unterhaltungsshow gewählt. Der Moderator neckte seine Kollegin Barbara Schöneberger. „Sie ist ein Sonnenschein hinter den Kulissen und labert dort genauso viel wie vor den Kulissen. Wir nennen sie nur Labera Schöneberger.“

Karin Hanczewski freut sich bei der Verleihung des Deutschen Fernsehpreises im Confex über die Auszeichnung.

Karin Hanczewski wurde als beste Schauspielerin gekürt.

Die Moderatorin konterte die Spitze locker. „Ich habe Stefan erzogen, dass er menschliche Nähe aushalten kann. Er muss sich ständig schlüpfrige Witze von mir anhören, zweimal hat er fast gelacht. Ganz egal, was die anderen sagen: Ich mag dich!“

Für die Netflix-Reihe „Achtsam Morden“ erhielt Tom Schilling den Preis als bester Schauspieler. Karin Hanczewski holte den Preis als beste Schauspielerin für „Call My Agent Berlin“ und damit auch den ersten für Disney+. Auch sie dachte an die Wahlergebnisse in Sachsen-Anhalt: „Ich hoffe, dass wir auch in Zukunft noch in einer Demokratie leben werden.“

Hendrik Wüst überreicht Peter Kloeppel den Ehrenpreis der Stifter.

Peter Kloeppel (r.) erhielt von NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst den Ehrenpreis.

In der Kategorie „Beste Unterhaltung Reality“ wurde die Spielshow „Werwölfe – Das Spiel von List und Täuschung“ ausgezeichnet. Erneut gab es auch für „Joko & Klaas Live“ einen Deutschen Fernsehpreis. Dieses Mal für den Einblick in den Kriegsalltag in der Ukraine.

Zum Finale der langen Show bekam TV-Legende Peter Kloeppel nach 32 Jahren bei RTL Aktuell den Ehrenpreis fürs Lebenswerk. NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst überreichte die Trophäe. „Als er angefangen hat, Fernsehgeschichte zu schreiben, habe ich noch im Münsterland die Schulbank gedrückt“, sagte er zu einer „echten journalistischen Institution“.