Die Mär vom grimmen Räuber Leichtweiß, der mit seinen Spießgesellen und seiner Geliebten einst die Wälder rund um Wiesbaden unsicher machte und in seiner Höhle wilde Gelage feierte, war eine herrliche Schauergeschichte für die Kurgäste im Wiesbaden des 19. Jahrhunderts. Dass das alles mehr nach dem rheinhessischen Schinderhannes klang, war egal – die Zeitungen in ganz Deutschland berichteten darüber, und seit 1825 wurde seine Höhle als Ausflugsziel mit Gruselfaktor empfohlen. In Reiseführern gab es lange Kapitel, die auf die Höhle verwiesen. 1856 machte sich der Wiesbadener Verschönerungsverein daran, die Höhle auszubauen und die Umgebung nach dem Zeitgeschmack romantisierend auszustatten, mit künstlichem Wasserfall, Holzbrücke und einer Schutzhütte für den Höhlenwärter, der nicht nur Eintrittskarten verkaufte, sondern auch Führungen durch die Höhle anbot. Und den Damen und Herren dabei die besten Räuberpistolen auftischte – je höher das Trinkgeld, desto spektakulärer war das, was er erzählte.