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Der 79-Jährige zeigt zum Jubiläum „1175 Jahre Drensteinfurt“ zahlreiche alte Fotos im evangelischen Gemeindehaus. Auf einem Beamer werden 1000 weitere Bilder zu sehen sein.
Drensteinfurt – Für Zeitungsleser sind Peter Sachers Geschichten aus Drensteinfurt aus den 1950er- und 1960er-Jahren seit fast 25 Jahren eine liebe Gewohnheit. Ebenso bekannt ist seine Leidenschaft für alte Fotos, von denen ein großer Teil bereits in vergangenen Ausstellungen zu sehen war. Anlässlich des Jubiläums „1175 Jahre Drensteinfurt“ wird es am Wochenende zum Stadtfest im evangelischen Gemeindehaus wieder eine Ausstellung geben.
7000 Fotos gesammelt: Peter Sacher zeigt Bilder beim Stadtfest – „Habe Freude an Geschichten“
Ein Stadtjubiläum ohne einen Beitrag von Peter Sacher ist kaum vorstellbar. Seit vielen Jahren teilt er seine Erinnerungen an das Drensteinfurt seiner Kindheit. Wer seine detaillierten und bildhaften Erzählungen hört und liest, staunt über das gute Gedächtnis des 79-Jährigen.
Hat eine Leidenschaft für alte Fotos: der Drensteinfurter Peter Sacher. © Mechthild Wiesrecker
„Ich hatte eine einfache und schöne Kindheit“, sagt er schlicht. Dann gerät er ins Schwärmen: „Wir waren in den Ferien von morgens bis abends draußen, in der Schulzeit nach den Hausaufgaben. Wir sind durch Wälder gestreift, waren frei und ungezwungen.“ Es sind Erinnerungen, die ihn noch heute mit Glück erfüllen.
Seine Eigenschaft, auf Menschen zuzugehen, kommt ihm dabei zugute. „Wenn ich mit anderen über die alten Zeiten rede, wird alles wiederbelebt, und ich unterhalte mich gerne mit anderen Leuten.“ Menschen, die ihm auf der Straße begegnen, freundlich zu begrüßen, ist für ihn selbstverständlich. „Das macht das Leben doch aus, dass man nett miteinander umgeht.“
Vor allem Bilder aus dem 20. Jahrhundert hat Peter Sacher im Archiv. © Mechthild Wiesrecker
Zuerst waren es alte Fotos, die er gesammelt hatte. „Als ich 200 zusammenhatte, hatte ich die erste Ausstellung in der Alten Post.“ Damals erfuhr er, dass sich die Besucher auch für die Geschichten hinter den Bildern interessierten. So verfasste er Geschichten aus seiner Erinnerung und bereicherte sie mit Fotos. Mittlerweile sind daraus 7000 Bilder geworden, alle digitalisiert, viele ausgedruckt.
37 Geschichten hat er verfasst, die allesamt unentgeltlich in Zeitungen erschienen sind. „Ich will damit kein Geld verdienen. Ich habe Freude an meinen Geschichten und das wünsche ich mir auch für meine Leser“, sagt er zufrieden. Das positive Feedback genügt ihm. „Wenn Menschen auf meine nächste Geschichte warten, dann ist mir das genug.“ Auch drei Bildbände hat er zum Selbstkostenpreis herausgebracht.
Peter Sacher kennt viele Geschichten und Anekdoten. „Die kommen besonders gut im Seniorenstift, auf Klassentreffen und bei den Caritas-Senioren an“, sagt er. Seine Bildvorträge führen oft zu lebhaften Diskussionen.
Wenn es um Bildmaterial aus der Vergangenheit oder um Jubiläen geht, ist der Drensteinfurter ein guter Ansprechpartner. Hilfsbereit stellt er seine Fotos zur Verfügung – erst kürzlich für das Jubiläum der Junggesellenschützen und ganz aktuell für die Stadtchronik.
Eine Mädchengruppe der evangelischen Kirche aus den 1950er Jahren. © Archiv Peter Sacher
Doch Geschichten und Bilder allein sind nicht das einzige Hobby des Drensteinfurters. „Schon als Kind konnte ich gut malen und habe Modellautos gebaut.“ Noch heute sieht er sich am elterlichen Küchentisch sitzen und Modelle kleben. Bis heute bastelt er Modelle, vornehmlich Lastwagen und Motorräder, fast immer aus Drensteinfurt und Umgebung. Seine Modelle stellt er jedes Jahr auf der Intermodellbau-Messe in Dortmund aus. Besonders freut ihn: „Ich teile das Hobby mit meinem Sohn.“ Familie ist für ihn das Allerwichtigste. „Meine beiden Kinder und die drei Enkelkinder – die machen mich einfach glücklich.“
Glücklich macht ihn auch sein „Museumszimmer“, in dem die alte Zeit lebendig wird. Ein altes Röhrenradio, zwei braune Chaiselongue-Sessel und Vitrinen voller Modelle – das genügt ihm. „Ich bin von Natur aus ein zufriedener Mensch.“
Dass er jetzt eine Ausstellung im evangelischen Gemeindehaus anbieten kann, ist Ute Eichmann zu verdanken. „Eigentlich war von mir kein Beitrag seitens der Stadt vorgesehen“, sagt er. Als Ute Eichmann ihn gefragt habe, habe er natürlich sofort zugesagt.
200 Bilder bei Ausstellung zum Thema „Menschen in Drensteinfurt“
Rund 200 Bilder mit dem Schwerpunkt „Menschen in Drensteinfurt“ hat er dafür im DIN-A4-Format ausgedruckt. Sie werden zum Stadtfest die Wände im Gemeindehaus schmücken. Nebenan läuft ein Beamer mit 1000 verschiedenen Bildern, darunter natürlich auch einige aus den Anfängen der Martinskirche. Dazu gibt es, wie könnte es anders sein, Geschichten – frei erzählt oder aus einer seiner geschriebenen Erzählungen vorgelesen. Peter Sacher wird an beiden Tagen vor Ort sein. „Die Begegnung ist wichtig. Ich freue mich darauf mit den Menschen ins Gespräch zu kommen.“
Die Ausstellung „Drensteinfurt in Bildern“ ist am Samstag, 12. September, von 14 bis 18 Uhr und am Sonntag, 13. September, von 11 bis 18 Uhr im Gemeindehaus der Martinskirche an der Bahnhofstraße zu sehen. Das Team von „Mirjams Torten-Café“ versorgt die Besucher mit Kaffee, Kuchen, Pommes und Bratwurst.