
AUDIO: Woher kommt Schwung für die Wirtschaft in MV? (13 Min)
Stand: 01.09.2026 19:38 Uhr
Damit Wirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern wachsen kann, sind die Unternehmen auf qualifizierte Fachkräfte angewiesen. Um diese zu gewinnen, setzen viele Unternehmen auf zusätzliche Angebote.
Viele Bereiche der Wirtschaft stehen in Mecklenburg-Vorpommern vor großen Herausforderungen. Wachsen können sie nur, wenn sie mehr Aufträge ranholen. Für mehr Aufträge brauchen sie aber auch mehr Fachkräfte. Doch die wachsen nicht an Bäumen, sondern müssen fundiert ausgebildet und dann auch im Unternehmen gehalten werden. Dazu kommt, dass viele Beschäftigte in den kommenden Jahren in den Ruhestand gehen werden – die Boomer-Generation.
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Tourismus, Ernährungs- und Landwirtschaft, erneuerbare Energien, Logistik und die maritime Wirtschaft: Beim Talk im Funkhaus am 8. September kommen wir ins Gespräch.
Konsequent selbst ausbilden
Das Bau-Unternehmen „Tief- und Kulturbau“ in Schwerin bildet seit jeher selbst aus. Geschäftsführer Thomas Maync sagt: Berufsausbildung stehe für ihn seit über 20 Jahren ganz oben auf der Liste. Und zwar nicht erst „seitdem der Fachkräftemangel in aller Munde ist“. Genau das zahle sich auf Dauer aus. Als er vor 20 Jahren im Unternehmen angefangen habe, gab es 50 Mitarbeiter, heute sind es rund 100 plus 16 Azubis. Der Altersdurchschnitt der Belegschaft liege bei circa 41 Jahren.

Die Podcastfolge zum Thema Wirtschaft und MV – Wirtschaft ist laut MV-Trend ist ein wichtiges politisches Thema für Menschen im Land.
Gutes Arbeitsklima und Benefits
Weil viele Unternehmen Fachkräfte suchen, reicht es längst nicht mehr, einfach nur einen Job zu bieten. Thomas Maync bietet zum einen gute Bezahlung nach Tarif „mit klarer Untergrenze, was die Kollegen honorieren“, ordentlich Urlaub und Entwicklungsmöglichkeiten. Darüber hinaus legt Maync Wert auf ein gutes Betriebsklima, einen offenen Umgangston – „alle Themen können angesprochen werden“ und dass es im Betrieb gerecht zugehe. Auch das gehöre dazu.
Bau-Unternehmen fordern Hilfe
Der Bauingenieur Thomas Maync, der auch Präsident des Bauverbandes MV ist, weiß, wo in der Branche der Schuh drückt. Er sieht als „dringendste Aufgabe“, die Investitionen, die mit dem Infrastrukturpaket angekündigt wurden, weiter umzusetzen. Das sei „das Allerwichtigste“, weil: „Wenn wir keine Arbeit haben, brauchen wir keine Fachkräfte.“ Gerade Bau-Unternehmen seien von der öffentlichen Hand essenziell abhängig, vor allem weil der Wohnungsbau nahezu brach liege, der oft auch von privaten und institutionellen Investoren geführt werde.
Maync sieht Investitionsstau beim Land, aber noch viel größeren bei den Kommunen. Dort müsse gehandelt und vor allem Kommunen finanziell besser ausgestattet werden.
Video:
Drönnewitz: Keine Wirtschaft ohne Fachkräfte (2 Min)
Nicht sparen, sondern investieren!
Ende vorigen Jahres lag der Schuldenberg von Land und Kommunen in Mecklenburg-Vorpommern bei rund 12,6 Milliarden Euro. Das Gebot heißt Sparen. Doch der Präsident des Bau-Verbandes MV, Thomas Maync, widerspricht: Ja, es sei immer ganz leicht, am einfachsten Ende zu sparen – bei den Investitionen. Strich, weg, fertig. Doch der Schaden daraus komme dann in zehn oder 20 Jahren. An Investitionen sparen sei für die nachfolgenden Generationen „das Schädlichste“. Maync wörtlich: „Jetzt haben wir ihnen nicht nur Schulden aufgebürdet, sondern wir hinterlassen ihnen dann auch noch eine marode Infrastruktur.“

Bei Rostock soll ein riesiges Rechenzentrum entstehen. Der Bau wäre eine der größten Investitionen in der Geschichte des Landes.

Ein süddeutsches Unternehmen montiert künftig auf dem Gelände der Stralsunder Volkwerft, wo es eine neue Produktionsstätte eröffnet.

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