
AUDIO: Holstein Kiel empfängt Osnabrück zum Nordduell (2 Min)
Nordduell in der 2. Liga
Stand: 17.09.2026 17:43 Uhr
Holstein Kiel ist saisonübergreifend seit sieben Spielen in der zweiten Fußball-Bundesliga sieglos und Tabellenschlusslicht. Panik kommt deswegen vor dem Nordduell am Samstag mit dem VfL Osnabrück aber nicht auf an der Waterkant.
Pressekonferenzen zählen fraglos nicht zur Lieblingsbeschäftigung von KSV-Trainer Tim Walter. Häufig ist der 50-Jährige bei den Medienrunden vor und nach den Partien kurz angebunden und reagiert auf Nachfragen auch schon mal sehr dünnhäutig.
Am Donnerstag aber war es dem Fußballlehrer offenbar ein großes Anliegen, zum Spiel am Samstag (13 Uhr, im Livecenter bei NDR.de) gegen Osnabrück auf die Gründe für die Kieler Ergebniskrise im Detail einzugehen.
„Ein Fehler ist, keinen Fehler zu machen“
Fast eine halbe Stunde lang stand Walter Rede und Antwort und verteidigte dabei seine Mannschaft wie eine Löwe seinen Nachwuchs. „Wir zeigen nicht mit Fingern auf andere. Wir schützen unsere Spieler. Sie dürfen Fehler machen“, sagte der Coach und ergänzte fast schon philosophisch: „Ein Fehler ist, keinen Fehler zu machen. Und genau das ist das Thema.“

Ergebnisse, Tabellenstände und die Spieltage im Überblick.
Walter verteidigt „Walter-Ball“
Walter sprach damit auf den Entwicklungsprozess an, in dem sein junges Team steckt. Aus jedem Missgeschick – und davon gab es in dieser Serie schon einige – würden seine Schützlinge letztlich gestärkt hervorgehen, so der Tenor des Trainers. „Klar hätten wir auch gerne mehr Punkte, das steht außer Frage. Aber wenn wir drei Punkte mehr hätten und auf Platz neun stehen würden, wäre es auch keine andere Situation, weil der Weg, den wir eingeschlagen haben, gut ist“, erklärte Walter.
Besagter Weg beinhalte, mit vielen jungen Spielern zu arbeiten, so der Coach. Schon aus finanziellen Gründen habe sich Holstein auf die Fahnen geschrieben, „auch ein Ausbildungsverein“ zu sein.
Nachhaltige Entwicklung sei den Kielern wichtiger als schnelle Erfolge. „Fußballspielen und Fußball entwickeln dauert vielleicht länger als erste, zweite Bälle“, erklärte Walter und verteidigte damit seinen unorthodoxen Spielstil, besser bekannt als „Walter-Ball“. Wegen des Absturzes auf den letzten Tabellenplatz nun mehr auf einfache denn komplizierte fußballerische Lösungen zu setzen, das kommt für den Coach nicht infrage. „Weil der Verein das auch gar nicht will“, erklärte der 50-Jährige.
Walter setzt auf „innere Ruhe im Verein“
Angst um seinen Job muss sich Walter offenbar nicht machen. „Wir haben eine innere Ruhe im Verein, wir wissen, worum es geht. Aber wir gehen diesen Weg zusammen“, sagte er. Tatsächlich gibt es bislang keinerlei Anzeichen, dass die Clubführung Zweifel am Coach hat, der in der vergangenen Saison in prekärer Lage geholt wurde und das Team zum Klassenerhalt führte.
Kieler Lazarett lichtet sich
So langsam aber müssen natürlich Punkte her. Am besten schon gegen Osnabrück. Und da könnte es von Vorteil sein, dass sich das Kieler Lazarett lichtet. So kehren in Steven Skrzybski, Giorgi Kvilitaia und Andeu Kelati nun voraussichtlich drei zuletzt fehlende Offensivkräfte zumindest in den Spieltagskader zurück. „Das ist erfreulich“, sagte Walter.
Osnabrück mit „Bock, das dicke Brett zu bohren“
Osnabrücks Trainer Timo Schultz kann derweil mit Ausnahme von Mittelfeld-Juwel Ismail Badjie personell aus dem Vollen schöpfen. Trotz der bisher spärlichen Punkte-Ausbeute der Kieler hat der 49-Jährige großen Respekt vor der KSV. „Sie haben vielleicht bis jetzt auch einfach nicht das nötige Spielglück gehabt. Aber wir wissen, dass es für uns ein dickes Brett wird, was wir bohren müssen. Und da haben wir Bock drauf“, sagte der frühere Mittelfeldmann der Kieler.
Seine VfLer haben immerhin schon sechs Zähler auf dem Konto und sind damit als Aufsteiger im Soll. Aber mit einem Neagtiverlebnis wollen die Niedersachsen natürlich auch nicht in die dann folgende Länderspielpause gehen. „Wir wollen drei Punkte holen“, gab Schultz die Marschroute für das Nordduell aus.
Mögliche Aufstellungen:
Holstein Kiel: Weiner – Sekine, Nekic, Zec, Parduzi – Meffert , Kapralik, Balzi, , Ugoh, de Regt – Harres
VfL Osnabrück: Krumrey – Fabinski, J. Müller, Wiemann – P. Kammerbauer, F. Wagner, B. Jacobsen, Gomez – Beck, Münst – R. Meißner

2. Bundesliga
Der Zweitliga-Aufsteiger bot dem Tabellenführer lange Paroli. Knackpunkt des Spiels war ein verschossener Elfmeter von Robin Meißner.

2. Bundesliga
Die Schleswig-Holsteiner spielten in 1. FC Heidenheim lange in Unterzahl und rutschten auf den letzten Tabellenplatz ab.