Bielefeld. In die ungeklärte Zukunft der Rochdale- und der Catterick-Kaserne kommt offenbar Bewegung. Das Bundesverteidigungsministerium rechnet damit, seine Prüfung über eine mögliche weitere Nutzung der beiden Bielefelder Kasernen durch die Bundeswehr „zeitnah“ abzuschließen. Das geht aus einer Antwort des Ministeriums an den Bielefelder Kreisverband des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hervor.

Der Umweltverband hatte sich zuvor an das Ministerium gewandt und dafür plädiert, an der bereits seit Jahren geplanten zivilen Nutzung der Kasernenflächen festzuhalten. Beide Areale spielen eine wichtige Rolle bei der Bielefelder Stadtentwicklung und waren nach dem Abzug der britischen Streitkräfte insbesondere für den Wohnungsbau vorgesehen.

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Allerdings prüft der Bund angesichts des gestiegenen Flächenbedarfs der Bundeswehr derzeit zahlreiche bereits zur zivilen Nutzung vorgesehene ehemalige Militärliegenschaften erneut. Davon betroffen sind auch die beiden Kasernen in Bielefeld.

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Stadt hat Interessen „vollumfänglich dargestellt“

Wie das Verteidigungsministerium dem BUND mitteilt, hat es wegen der „regionalen Bedeutung hinsichtlich der städtebaulichen Entwicklung der Flächen“ bereits ein Standortgespräch mit Oberbürgermeisterin Christiana Bauer (CDU) geführt. Dabei habe die Stadt ihre Interessen „vollumfänglich dargestellt“.

Weitere Gespräche seien zeitnah vorgesehen. Dabei solle die Position der Stadt bewertet und gegebenenfalls bei der Entscheidung berücksichtigt werden. Wann genau mit einem Ergebnis für die beiden Bielefelder Standorte zu rechnen ist, geht aus dem Schreiben nicht hervor. Zugleich betont das Ministerium, dass Liegenschaften, die die Bundeswehr nach Abschluss der Prüfung nicht benötigt, umgehend wieder für eine zivile Nachnutzung freigegeben werden sollen.

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Der BUND hatte in seinem Schreiben davor gewarnt, die geplante Konversion der Rochdale- und Catterick-Kaserne aufzugeben. Sollten die Flächen nicht wie vorgesehen unter anderem für den Wohnungsbau zur Verfügung stehen, könnte dies nach Einschätzung des Umweltverbandes den Druck erhöhen, neue Wohngebiete auf bislang unbebauten Flächen zu entwickeln. Dies gehe zulasten von Klima-, Natur- und Landschaftsschutz sowie landwirtschaftlicher Flächen.

Nach Angaben des BUND liegt dem Verband bislang keine neue Stellungnahme der Stadt zum aktuellen Stand des Prüfverfahrens vor.