Hannover. Erfolg für Niedersachsens Hochschulen: Im Rennen um die millionenschwere Förderung für sogenannte Exzellenzcluster konnten sich die Universitäten mit sechs von neun Bewerbungen durchsetzen. Damit bleibt es in Niedersachsen bei sechs Forschungsgroßprojekten, allerdings gibt es Veränderungen.
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Mit ihrer Exzellenzstrategie unterstützen Bund und Länder Spitzenforschung in zukunftsträchtigen Feldern. Ziel ist es, die internationale Sichtbarkeit der Hochschulen auszubauen. Bundesweit hatten sich 98 Forschungsgruppen um 70 verfügbare Plätze beworben.
„Das ist ein bedeutender Tag für die Wissenschaft in Deutschland. Es geht um eine Milliardenentscheidung und die Frage, wie wir die Weichen für unsere Spitzenforschung stellen“, sagte Niedersachsens Wissenschaftsminister Falko Mohrs (SPD) in seiner Funktion als Vorsitzender der Gemeinsamen Wissenschaftskommission von Bund und Ländern (GWK).
Niedersachsen: Drei Chancen auf eine Exzellenzuni
Drei niedersächsische Hochschulen haben jeweils mindestens zwei Cluster errungen: Leibniz Universität, Medizinische Hochschule Hannover und Universität Oldenburg. Damit dürfen sie sich um den prestigeträchtigen Titel einer Exzellenzuni bewerben. Entschieden wird darüber im Oktober 2026.
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Die MHH konnte zwei ihrer Anträge durchbringen. So läuft die Infektionsforschung im Exzellenzcluster Resist weiter. „Das bedeutet langfristig wichtige Hilfe für Menschen, denen Infektionen besonders schaden können“, sagt Sprecher Prof. Reinhold Förster. Und die Hörforscher im Großprojekt Hearing4All werden weiter daran arbeiten, Menschen mit Hörstörungen und Hörverlust zu helfen. Bald in der dritten Förderrunde.
Gescheitert ist die MHH mit ihrem Projekt „Organ Regeneration, Reparatur und Ersatz“, obwohl sie in dem Feld viel Erfahrung und Forschungserfolge vorweisen kann.
Leibniz Uni und Uni Oldenburg mit drei Exzellenzclustern
Noch besser schnitten die Leibniz Universität Hannover und die Universität Oldenburg ab. Beide Hochschulen sind jeweils an drei Exzellenzclustern beteiligt. Die Leibniz Uni setzt das Projekt PhoenixD fort, es geht dabei um optische Systeme für Anwendungen in der Medizindiagnostik, Umweltüberwachung und energieeffizienten Telekommunikation.
Das Projekt QuantumFrontiers erforscht Messmethoden mit extrem hoher Präzision, etwa für genauere Uhren, Gravitationswellendetektoren und Sensoren für Umweltmessungen.
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Außerdem ist die Leibniz Uni ebenso wie die Uni Oldenburg am Projekt Hearing4All beteiligt. Ein Beispiel: Geplant ist ein intelligentes Hörgerät, das Gesundheitsdaten erfasst und frühzeitig vor Problemen warnt.
Oldenburg erforscht den Vogelflug
Die Oldenburger Wissenschaftler untersuchen im Projekt Navi Sense, wie Tiere, etwa Vögel, sich über große Distanzen orientieren. Und zusammen mit der Uni Bremen erforschen sie den Meeresboden in Zeiten des Klimawandels.
Die Technische Universität Braunschweig ist maßgeblich im Cluster QuantumFrontiers aktiv, führt also gemeinsam mit der Leibniz Uni ein Großprojekt. Die Uni Göttingen durfte nur einen Antrag stellen – mit dem sie scheiterte. Für die frühere Exzellenzuni ist das ein bitteres Ergebnis.
Über die Auswahl der Exzellenzcluster haben ein internationales Expertengremium sowie die Bundes- und Landesminister für Wissenschaft und Forschung am 22. Mai 2025 bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) in Bonn entschieden.
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Jedes Jahr 3 bis 10 Millionen Euro pro Cluster
Die neuen Exzellenzcluster erhalten eine erhebliche Finanzspritze. Jedes der Großforschungsprojekte bekommt 3 bis 10 Millionen Euro jährlich für den Zeitraum von Anfang 2026 bis Ende Dezember 2032.
Bundesweit fließen für die neuen Exzellenzcluster ab 2026 insgesamt 539 Millionen Euro pro Jahr. Bisher sind es 380 Millionen. Aktuell laufen noch 57 Exzellenzcluster, davon sechs in Niedersachsen.
HAZ