Bildungsvergleich
Landtag ringt um Schulpolitik im Norden
Aktualisiert am 16.09.2026Lesedauer: 3 Min.
Bildungsministerin Dorit Stenke (CDU) äußert sich im Landtag zu den jüngsten Pisa-Ergebnissen. (Archivbild) (Quelle: Frank Molter/dpa/dpa-bilder)
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Im Landtag Schleswig-Holsteins sorgt das schlechte Pisa-Ergebnis für Debatten: Abgeordnete fordern mehr Investitionen und kritisieren sinkende Lehrerzahlen.
Nach den schlechten Ergebnissen der deutschen Schülerinnen und Schüler in der Pisa-Studie rückt auch die Bildungspolitik in Schleswig-Holstein in den Fokus. In einer Aktuellen Stunde im Landtag mahnte der SPD-Bildungspolitiker Martin Habersaat die schwarz-grüne Landesregierung, „das darf keine Randnotiz sein, das muss ein Alarmzeichen sein“. Zwar werde viel über Handys und soziale Medien debattiert. Notwendig seien aber Investitionen ins Bildungssystem.
Kein Kind suche sich seine Eltern aus, sagte Habersaat. Wenn die Voraussetzungen der Kinder heute andere seien, müssten Schulen gestärkt werden. Als Beispiele nannte er die Sozialarbeit und Schulpsychologen. Die Schulpolitik von Schwarz-Grün kritisierte er. Trotz eines Anstiegs der Schülerzahlen sei die Zahl der Lehrerstellen um mehr als 100 gesunken: „Mehr Schülerinnen und Schüler, weniger Lehrkräfte. Das ist der falsche Weg, den Sie da eingeschlagen haben.“
CDU-Fraktionschef Tobias Koch bezeichnete die Ergebnisse als ernstes Warnsignal. Die Befunde sollten aber nicht vorschnell politisch vereinnahmt werden. 19,4 Prozent der Schüler hätten einen Migrationshintergrund, deren Anteil habe sich innerhalb von zehn Jahren verdoppelt. Spracherwerb sei entscheidend für den Schulerfolg. „Wer nicht ausreichend Deutsch versteht, kann im Unterricht einfach nicht folgen.“
Pisa-Test: 15-Jährige schlecht wie nie
Im neuen Pisa-Vergleich schneiden Schülerinnen und Schüler in Deutschland so schlecht ab wie nie zuvor. Für die einzelnen Bundesländer gibt es aber keine detaillierten Ergebnisse. In Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften wurden bei den getesteten 15-Jährigen in Deutschland die niedrigsten Kompetenzwerte seit Beginn der Pisa-Erhebungen erzielt, wie es in der neuen Ausgabe der internationalen Vergleichsstudie heißt.
Bildungsministerin Dorit Stenke (CDU) betonte, „die Pisa-Ergebnisse sind absolut ernstzunehmen“. Niemand habe etwas anderes behauptet. Deutschland liege weiter leicht über dem EU-Durchschnitt. „Das war kein Schock, das war abzusehen.“ Die Zahlen seien ein Hinweis auf Gesellschaften, die unter Druck stünden. „Die Ergebnisse sind ja eklatant in allen Ländern.“ Sie glaube nicht an einfache Antworten. Die wären längst gegeben worden.
Die Schülerschaft sei ebenso heterogen wie die Gesellschaft, sagte Stenke. „Wir haben weiterhin ungleiche Lernbedingungen und -unterstützungen in den Familien.“ Die Entwicklungen ließen sich nicht einfach mit mehr zugewanderten Kindern erklären. Vieles sei bereits auf den Weg gebracht worden in den vergangenen Jahren. Aber: „Wir haben wahnsinnig viel zu tun.“ Bildung sei die Hauptaufgabe von Schule, es sei aber auch eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.


