Ein angebliches Foto aus dem Jahr 2014 soll eine brisante Verbindung zeigen: Der spätere Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) ist darauf neben dem US-Milliardär und Missbrauchstäter Jeffrey Epstein zu sehen, der 2019 im Gefängnis starb. Merz scheint gar einen Arm um Epstein zu legen. Laut der Bildbeschreibung ist eine Veranstaltung der Investmentgesellschaft Blackrock aus dem Jahr 2014 zu sehen. Merz rückte später in deren deutschen Aufsichtsrat. Auch zwei angebliche Dokumentennummern werden genannt.

Bewertung

Kein echtes Foto. Google gibt an, dass das Bild mit einer KI-Anwendung des Unternehmens erstellt wurde und ein entsprechendes Wasserzeichen aufweist. Die Dokumentennummern gibt es in den öffentlich einsehbaren Epstein-Akten nicht.

Fakten

Eine Prüfung mit der SynthID-Schnittstelle von Google ergibt, dass es ein unsichtbares Wasserzeichen enthält. Das bedeutet, dass das Bild laut Google mit einer KI-Anwendung des Unternehmens erstellt wurde.

Zu einem Investoren-Tag von Blackrock an dem angegeben Datum im Jahr 2014 finden sich tatsächlich Spuren im Netz. Ob Merz und Epstein teilnahmen, ist aber nicht bekannt. Echte Fotos von ihnen bei dieser Veranstaltung finden sich nicht.

Auch die gezeigten Akten- beziehungsweise Dokumentennummern liefern nicht mehr Aufschluss. In den vom US-Justizministerium veröffentlichten Epstein-Akten führen sie zu keinen Treffern. Die dort einsehbaren Akten sind zudem anders nummeriert.

Ähnliche Fälschung zu von der Leyen

Eine vergleichbare Fälschung – ein Bild aus einer Google-KI, ins Nichts führende Aktennummern – wurde von Social-Media-Nutzern zuletzt auch über EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen verbreitet. Friedrich Merz wurde schon zu Beginn des Jahres Opfer einer Bildfälschung.

Bekannte Persönlichkeiten werden immer wieder mit dem Fall Epstein in Verbindung gebracht – oft ohne jede Grundlage, wie Faktenchecks zeigen. Eine bloße Erwähnung eines Namens in den Dokumenten ist nicht gleichbedeutend mit einer persönlichen Verbindung zu Jeffrey Epstein. In den Akten finden sich nämlich auch Mails, in denen sich Epstein mit anderen über Nachrichten und Personen austauschte.

(Stand: 15.7.2026)

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