1. Thüringer Luft- und Raumfahrttag (+Defense) in Jena

AUDIO: Jenaer Technik auf dem Weg zum Mond: Thüringen will Raumfahrtbranche stärken (2 Min)

Wirtschaft

Stand: 02.10.2026 01:57 Uhr

Als am 2. April das US-Raumschiff „Orion“ zum Mond gestartet ist – die erste Mondmission der Amerikaner seit Jahrzehnten – war auch Technik aus Jena mit an Bord. Zwei sogenannte Sternsensoren der Firma Jena-Optronik GmbH waren in dem Raumschiff verbaut. Eine große Sache für das Thüringer Unternehmen – die auch beim 1. Thüringer Luft- und Raumfahrttag in Jena Thema war.

von Dirk Reinhardt, MDR THÜRINGEN

Ein Handy liegt auf einer Laptoptastatur. Das Display zeigt das Google Logo

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Mit leuchtenden Augen und sichtbarer Begeisterung schilderte Thüringens Regierungschef Mario Voigt seine Erlebnisse am 2. April bei der Jena Optronic GmbH. Er habe den Start des US-Raumschiffs per Livestream mit verfolgen dürfen, erzählt er den gut 300 Wirtschaftsvertretern aus der Branche im Tagungszentrum „Ad hoc-Arena“. „Das muss man sich vorstellen. Da steigt ein Amerikaner ins Flugzeug, fliegt nach Europa, fährt weiter nach Jena, um da was einzukaufen, was er braucht“, freut sich Voigt. „Wir können Dinge, die andere auf der Welt nicht können.“

Mitarbeiter haben mir mit leuchtenden Augen erzählt: Dass die Amerikaner da hoch kommen, nach einem halben Jahrhundert, Richtung Mond, und dass die wieder zurückfinden, hat unmittelbar etwas damit zu tun, dass die Navigationstechnik für den Sternensensor aus Thüringen kommt.

Mario Voigt | Ministerpräsident des Freistaates Thüringen

 1. Thüringer Luft- und Raumfahrttag (+Defense) in Jena

Unternehmen stellen sich vor beim 1. Thüringer Luft- und Raumfahrttag in Jena.

Rund 11.000 Beschäftigte in Thüringen

Die Thüringer Landesregierung sei Partner für die Branche und wolle sie unterstützen, verspricht Voigt. Auch die Thüringer Wirtschaftsministerin Colette Boos-John (CDU) stößt in dieses Horn. Derzeit gebe es im Land über 100 Firmen und Institutionen, die an der Entwicklung und Produktion von Produkten mit Bezug zur Raumfahrt beteiligt seien, sagt sie. Diese Unternehmen böten derzeit insgesamt rund 11.000 Arbeitsplätze. Bundesweit erlebe die Branche derzeit eine Aufbruchstimmung. Das biete auch neue Chancen für Firmen in Thüringen. Die Branche im Freistaat sei „groß im Detail und in der Wertschöpfungstiefe“.

 1. Thüringer Luft- und Raumfahrttag (+Defense) in Jena

Mehr als 100 Firmen und Institutionen im Freistaat sind derzeit an der Entwicklung und Produktion von Produkten mit Bezug zur Raumfahrt beteiligt.

Im Bereich der Luftfahrt gebe es ebenfalls wichtige Anker-Unternehmen wie den Triebwerk-Spezialisten N3 in Arnstadt, sagt die Wirtschaftsministerin. Außerdem gebe es eine leistungsfähige Forschungslandschaft.

Luftfahrt wird weltweit rasant wachsen

Vertreter von Unternehmen wie N3 und Rolls Royce verweisen darauf, dass in der Luftfahrt ein großes Wachstumspotenzial stecke. In den nächsten 15 Jahren würden hier weltweit Aufträge im Umfang von 1,6 Trillionen US-Dollar erwartet, so Christoph Bernstiel vom Triebwerk-Hersteller Rolls-Royce Power Systems. Jedoch stehe die Branche hier auch vor großen Herausforderungen, an wichtige Rohstoffe zu gelangen. So sei beispielsweise China etwa bei einigen sogenannten seltenen Erden weltweit der einzige Anbieter.

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Vertreter von Unternehmen wie N3 und Rolls Royce sprachen über die Zukunft der Branche.

Holge Sindemann, Geschäftsführer von N3 Engine Overhaul Services, spricht von Herausforderungen für die Wirtschaft. Die entstünden zum Beispiel durch die jüngsten Tarifforderungen der Gewerkschaft IG Metall nach fünf Prozent mehr Lohn. Um das zahlen zu können, müsse die Produktivität entsprechend wachsen. Etwa in dem man „mehr Leistung aus der Arbeitsstunde“ hole. Herausforderungen, wie Sindemann es nennt, bestünden auch im Mangel an Fachkräften und in hohen Energiekosten.

LEG-Chef: Wachsende Branche

Das Treffen in Jena hat die Landesentwicklungsgesellschaft Thüringen (LEG) gemeinsam mit Partnern organisiert. Es gehe darum, eine Plattform zu schaffen für die Luft- und Raumfahrt-Industrie. „Das ist eine wachsende Branche, wo wir unsere Kompetenzen, die wir gerade in Thüringen in dem Bereich haben, stark nach vorne bringen müssen. Sichtbar. Wir müssen die Akteure zusammenbringen. Neue Produkte werden gefragt. Letztendlich neue Spieler kommen auf den Markt.“

 1. Thüringer Luft- und Raumfahrttag (+Defense) in Jena

Zahlreiche Vertreter aus Wirtschaft und Politik waren anwesend.

Die LEG sehe hier ihre Aufgabe darin, Akteure aus der Branche miteinander ins Gespräch zu bringen und sie an mögliche Auftraggeber heranzuführen, sagt Krey.

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MDR (gh)