Polizei und Feuerwehr haben den Sicherheitsbereich mit Zäunen abgesperrt.

Stand: 04.10.2026 11:06 Uhr

In Hannover-Misburg liegen möglicherweise zwei Bomben aus dem Zweiten Weltkrieg. Um die Verdachtspunkte zu untersuchen, müssen heute rund 17.500 Menschen vorübergehend Wohnungen und Häuser verlassen.

Von der Evakuierung in Misburg-Nord sind nach Angaben der Feuerwehr alle Anwohnenden in einem Radius von einem Kilometer um die Fundstellen betroffen. Ob die eigene Adresse innerhalb des Evakuierungsbereichs liegt, lässt sich über eine Online-Karte prüfen. Anwohnerinnen und Anwohner sollen ihre Häuser und Wohnungen der Feuerwehr zufolge seit 9 Uhr verlassen. Lautsprecherfahrzeuge der Feuerwehr sind in dem Sicherheitsbereich unterwegs. Die Betreuungsstelle in der IGS Roderbruch ist einsatzbereit, heißt es. Es seien rund 700 Retter im Einsatz. Einem NDR Reporter zufolge klingeln Einsatzkräfte an allen Türen.

Wie lange dauert die Evakuierung?

Die verdächtigen Punkte wurden Ende August bei Sondierungsarbeiten für das geplante Quartier Steinbruchsfeld-Ost entdeckt. Sollte sich der Verdacht auf Blindgänger bestätigen, werden diese noch heute unschädlich gemacht. Die Dauer der Evakuierung ist davon abhängig, ob sich die zwei Verdachtspunkte tatsächlich als Kampfmittel herausstellen, diese entschärft werden können oder gesprengt werden müssen. Anwohnerinnen und Anwohner aus dem Evakuierungsgebiet könnten „voraussichtlich erst in den Abendstunden“ in ihre Wohnungen und Häuser zurückkehren, heißt es von der Feuerwehr Hannover. Sie empfiehlt, benötigte Medikamente, Spezial- oder Säuglingsnahrung sowie ausreichend Kleidung mitzunehmen.

Sammelstelle für Betroffene eingerichtet

Die Stadt Hannover hat in der IGS Roderbruch eine Sammel- und Betreuungsstelle eingerichtet.

Die Stadt Hannover hat in der IGS Roderbruch eine Sammel- und Betreuungsstelle eingerichtet.

Betroffene können sich laut Feuerwehr heute in einer Betreuungsstelle in der Schule IGS Roderbruch im Stadtteil Groß-Buchholz aufhalten. Kostenlose Busse fahren von mehreren Haltestellen im Evakuierungsgebiet dorthin. Menschen mit Gehbehinderung, die Hilfe benötigen, konnten telefonisch einen Krankentransport anfordern. Die kostenlosen Busse fahren folgende Haltestellen regelmäßig an:

  • Schienenersatzverkehr Haltestelle Schierholzstraße
  • Schienenersatzverkehr Haltestelle Kafkastraße
  • Schienenersatzverkehr Haltestelle Forstkamp
  • Haltestelle Meyers Garten
  • Kampstraße
  • Haltestelle Am Seelberg
  • Haltestelle Zum Brookland
  • Haltestelle Hannoversche Straße
  • Haltestelle Grenzstraße
  • Endhaltestelle: IGS Roderbruch

Welche Einschränkungen gibt es im Bahn- und Busverkehr?

Der Fahrplan der Stadtbahnlinie 7 ändert sich, wie die Üstra mitteilte. Fahrgäste können ab 9 Uhr an den Haltestellen „Schierholzstraße“, „Kafkastraße“, „Am Forstkamp“ und am Endpunkt „Misburg“ nur noch in die Stadtbahnen einsteigen, nicht aber aussteigen. Während der Kampfmittelbeseitigung fährt die Stadtbahnlinie 7 lediglich zwischen den Haltestellen „Wettbergen“ und „Paracelsusweg“ regulär. Ebenfalls betroffen sind die Buslinien 124, 125 und 127. Ab 9 Uhr können Fahrgäste an den Haltestellen „Misburg“, „Meyers Garten“, „Kampstraße“, „Am Seelberg“, „Zum Brookland“ und „Hannoversche Straße“ nur noch einsteigen. Wenn die Bombenentschärfung beginnt, werden die Linien 124 und 127 umgeleitet. Die Linie 125 fährt dann lediglich zwischen den Haltestellen „Tempelhofweg“ und „Baumschulenallee“. Für Fahrgäste mit dem Ziel „Anderten“ wird ein Sonderverkehr eingerichtet.

Fragen zur Evakuierung? Bürgertelefon erreichbar

Für die Bürgerinnen und Bürger soll es ein Hilfstelefon geben, das seit Freitag erreichbar ist. Fragen könnten dort unter der Telefonnummer (0800) 7 31 31 31 gestellt werden – heute ab 7 Uhr bis zum Ende der Evakuierung.

Ein Schild mit der Aufschrift "Achtung Kampfmittelräumarbeiten" an einer Baustelle.

Weltkriegsbomben sorgen immer wieder dafür, dass Menschen ihre Wohnungen verlassen müssen – diese Städte trifft es oft.

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