1. wa.de
  2. NRW

DruckenTeilen

Uns auf Google folgenKonzert Giant Rooks in Düsseldorf Frederik Rabe, Finn, Frederik Rabe und Luca Göttner in Düsseldorf, © Frank Zöllner

Die Giant Rooks haben in der Düsseldorfer Mitsubishi Electric Halle sieben Songs ihres noch unveröffentlichten Albums gespielt. Der Abend hatte viele besondere Momente.

Düsseldorf – Was macht ein gutes Rockkonzert aus? Eine spielfreudige Band mit vielen Hits, dazu eine abwechslungsreiche, zweistündige Show, ein begeisterungsfähiges Publikum, sympathische Patzer und die ehrliche Freude aller Beteiligten darüber, gerade gemeinsam die bestmöglich schöne Zeit zu haben. All das sind keine schlechten Voraussetzungen.

Nimmt man all diese Facetten zusammen für den Auftritt der Giant Rooks am Samstagabend in der Düsseldorfer Mitsubishi Electric Halle, hat man die Zutaten für einen bewegenden und extrem kurzweiligen Abend.

Giant Rooks begeistern in DüsseldorfGiant Rooks begeistern in DüsseldorfFotostrecke ansehen

Hinter dem Vorhang mit dem Schriftzug der Band spielen Giant Rooks als Schattenfiguren „The Better Life“. Als wenig später der Vorhang fällt, kennt der Jubel der 5500 Zuschauer in der nicht ausverkauften Halle keine Grenzen. Weiter geht es mit „Blood on the Dashboard“, das ebenfalls von ihrem neuen, dritten Album, stammt. Insgesamt finden sich sieben Songs vom neuen Album, dass am kommenden Freitag veröffentlicht wird, in der Setlist.

Konzert Giant Rooks in Düsseldorf Frederik Rabe, Finn, Frederik Rabe und Finn Schwieters. © Frank Zöllner

Die neuen Lieder fügen sich nahtlos in das Gesamtwerk ein, wie das wuchtige und energiegeladene „Want It Back“. Als die Band mitten im Konzert auf eine kleine Bühne in der Hallenmitte wechselt, werden zur Überbrückung Videos aus den Anfängen der einstigen Schülerband in Hamm gezeigt. Ebenfalls gibt es Videos aus dem Studio im englischen Bath, das Peter Gabriel erbaut hat und in dem sie mit dem Produzenten Jonathan Gilmore an den Songs gefeilt haben. „Das hat uns an dem Rande des Wahnsinns geführt. Aber es hat uns als Band zusammengeschweißt“, führt Rabe eine Art „Therapiegespräch“ auf der kleine Nebenbühne. Die ist hübsch von einer alten Straßenlaterne umrandet und nach „What I Know Is All Quicksand“ folgt mit dem ruhigen „Parachute“ ein weiterer neuer Song.

Dass sie als Akustikversion das Cover „Tom’s Diner“ zum Auftakt der Zugabe spielen, hat damit zu tun, dass Sänger Frederik Rabe erzählt, wie sie den Song 2016 nach einem Konzert in Düsseldorf gemeinsam mit AnnenMayKantereit nach ihrem Auftritt aufgenommen haben. „Ich schreibe mir jetzt keine Sachen mehr auf. Dafür rutschen mir jetzt solche Ansagen raus – und dann erwartet ihr natürlich auch den Song“, erklärt Rabe.

Ihren Status als exzellente Live-Band haben sich Giant Rooks hart erarbeitet und den bestätigen sie an diesem Abend mühelos – auch dadurch, dass Rabe die Zugaben „Wild Stare“ und Watershed“ zum Teil im Publikum singt. Die Hauptbühne dahinter ist schlicht gehalten mit einem weißen Vorhang in Gebirgsform, auf denen die Musiker projiziert werden – meist zeigen sie Frederik Rabe.

Denn die Rollen sind klar verteilt: Frederik Rabe ist der charismatische Sänger, der über die Bühne hüpft, springt und auf dem Klavier steht, Percussions oder Gitarre spielt und die Ansagen macht. Er gibt als Rampensau den Ton an als einnehmender Entertainer und mit seinem charmanten Lächeln steckt er das Publikum immer wieder an.

Finn Schwieters (Gitarrist), Luca Göttner (Bass), Jonathan Wischniowski (Klavier) und Finn Thomas (Schlagzeug) sorgen für den passenden Rahmen.

Besonders wird es an zwei Stellen: Trompeten erklingen und leiten das etwas aus der Rolle fallende, opulente „The Waves“ vom neuen Album ein, dass sich in seiner Wucht wie ein Tsunami entwickelt über fast sechs Minuten. Rabe übernimmt hier auch den weiblichen Gesangspart von der fehlenden, französischen Duett-Partnerin Solann. Auch wie „Morning Blue“ in eine treibende Disco-Nummer überführt wird, ist unerwartet.

Junge Frauen stellen zwar den größten Teil des Publikums, aber auch zahlreiche männliche Fans und auch Besucher jenseits der 50 finden sich im Publikum, was die generationenübergreifende und internationale Popularität der Band unterstreicht.

Für die Giants Rooks folgen noch zwei Konzerte in Nordrhein-Westfalen am 15. Oktober in Münster (Halle Münsterland) und dem nachgeholten Konzert am 21. Oktober im Lokschuppen Bielefeld. Dann geht es im November in Nordamerika in Kanada, den Vereinigten Staaten und Mexico weiter und es anschließend nach Südamerika mit Stationen in Brasilien, Peru, Chile und Argentinien.